SPON-Wahltrend SPD bei über 20 Prozent - aber nur bei den Alten

Die SPD hängt tief im Umfrageloch - vor allem jüngere Wähler wenden sich ab, wie der SPON-Wahltrend zeigt. Die designierte CDU-Generalsekretärin Kramp-Karrenbauer kommt im eigenen Lager gut an.

Älteres SPD-Mitglied
LUKAS BARTH/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Älteres SPD-Mitglied


Die SPD hat mit Juso-Chef Kevin Kühnert zwar einen jungen Mann, der bundespolitisch mit seinen inhaltlichen Positionen für Schlagzeilen sorgt. Auch hat sie im vergangenen Jahr zahlreiche neue, junge Mitglieder für sich gewinnen können. Doch fehlt es ihr an jungen Wählern.

Der neue SPON-Wahltrend zeigt, dass die Sozialdemokraten nur bei Wählern, die älter als 65 Jahre alt sind, auf über 20 Prozent Zustimmung kommen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre.

In allen mittleren Altersgruppen zwischen 30 und 64 Jahren liegt die rechtspopulistische AfD der Erhebung zufolge vor der SPD. Der durchschnittliche statistische Fehler bei dieser Frage lag bei 3,3 Prozent.

Dem SPON-Wahltrend zufolge verharrt die SPD damit insgesamt gesehen im tiefen Umfragekeller. Sie liegt in dieser Woche bei 16,5 Prozent und damit fast unverändert im Vergleich zur Vorwoche. CDU und CSU kommen gegenwärtig auf 32,2 Prozent und würden damit im Vergleich zur Vorwoche schlechter abschneiden, in der sie 33,3 Prozent erhielten.

Die AfD erreicht mit 14,6 Prozent den dritten Platz. Sie legt damit leicht zu - vor sieben Tagen erzielte sie noch 13,2 Prozent. Die FDP liegt nahezu unverändert bei 9,4 und bleibt damit weiter Schlusslicht, denn die Linke käme auf 10 Prozent (minus 0,2 Prozent) und die Grünen auf 12,5 Prozent (minus 0,3 Prozent). Der mögliche Stichprobenfehler beträgt 2,5 Prozentpunkte.

Unionswähler mehrheitlich für "AKK" als CDU-Generalsekretärin

Die Entscheidung von Angela Merkel, Annegret Kramp-Karrenbauer als CDU-Generalsekretärin vorzuschlagen, stößt bei den eigenen Wählern auf Zustimmung. 77,1 Prozent der Unionsanhänger finden die Entscheidung eher positiv oder sogar sehr positiv.

Mit 50,9 Prozent haben auch rund die Hälfte der Grünenwähler Sympathien für "AKK", wie die ehemalige saarländische Ministerpräsidentin genannt wird. Bei den Anhängern des potenziellen GroKo-Partners SPD sind es hingegen nur rund 38 Prozent. Der durchschnittliche statistische Fehler liegt hierbei bei 4,4 Prozent.

Anmerkungen zur Methodik: Die Umfrage wurde in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey vom 13. bis 20. Februar erhoben. Die Stichprobe umfasste bei der SPONtagsfrage mehr als 10.000 Befragte. Der statistische Fehler lag hierbei bei 2,5 Prozent.



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Wie funktioniert die Civey-Methodik?
Das Meinungsforschungsinstitut Civey arbeitet mit einem mehrstufigen vollautomatisierten Verfahren. Alle repräsentativen Echtzeitumfragen werden in einem deutschlandweiten Netzwerk aus mehr als 20.000 Websites ausgespielt ("Riversampling"), es werden also nicht nur Nutzer von SPIEGEL ONLINE befragt. Jeder kann online an den Befragungen teilnehmen und wird mit seinen Antworten im repräsentativen Ergebnis berücksichtigt, sofern er sich registriert hat. Aus diesen Nutzern zieht Civey eine quotierte Stichprobe, die sicherstellt, dass sie beispielsweise in den Merkmalen Alter, Geschlecht und Bevölkerungsdichte der Grundgesamtheit entspricht. In einem dritten Schritt werden die Ergebnisse schließlich nach weiteren soziodemografischen Faktoren und Wertehaltungen der Abstimmenden gewichtet, um Verzerrungen zu korrigieren und Manipulationen zu verhindern. Weitere Informationen hierzu finden Sie auch in den Civey FAQ.
Warum ist eine Registrierung nötig?
Die Registrierung hilft dabei, die Antworten zu gewichten, und ermöglicht so ein Ergebnis für die Umfragen, das für die Wahlbevölkerung in Deutschland repräsentativ ist. Jeder Teilnehmer wird dabei nach seinem Geschlecht, Geburtsjahr und Wohnort gefragt. Danach kann jeder seine Meinung auch in weiteren Umfragen zu unterschiedlichen Themen abgeben.
Wie werden die Ergebnisse repräsentativ?
Die Antwort jedes Teilnehmers wird so gewichtet, dass das Resultat einer Umfrage für die Grundgesamtheit repräsentativ ist. Bei der Sonntagsfrage und beim Regierungsmonitor umfasst diese Grundgesamtheit die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Die Gewichtung geschieht vollautomatisiert auf Basis der persönlichen Angaben bei der Registrierung sowie der Historie früherer Antworten eines Nutzers. Weitere Details zur Methodik stehen im Civey-Whitepaper.
Erreicht man online überhaupt genügend Teilnehmer?
Meinungsumfragen werden in der Regel telefonisch oder online durchgeführt. Für die Aussagekraft der Ergebnisse ist entscheidend, wie viele Menschen erreicht werden können und wie viele sich tatsächlich an einer Umfrage beteiligen, wenn sie angesprochen werden. Internetanschlüsse und Festnetzanschlüsse sind in Deutschland derzeit etwa gleich weit verbreitet - bei jeweils rund 90 Prozent der Haushalte, Mobiltelefone bei sogar 95 Prozent. Die Teilnahmebereitschaft liegt bei allen Methoden im einstelligen Prozentbereich, besonders niedrig schätzen Experten sie für Telefonumfragen ein.
Es gibt also bei beiden Methoden eine Gruppe von Personen, die nicht erreicht werden kann, weil sie entweder keinen Anschluss an das jeweilige Netz hat oder sich nicht an der Umfrage beteiligen möchte. Deshalb müssen für ein aussagekräftiges Ergebnis immer sehr viele Menschen angesprochen werden. Civey-Umfragen sind derzeit neben SPIEGEL ONLINE in mehr als 20.000 andere Webseiten eingebunden, darunter auch unterschiedliche Medien. So wird gewährleistet, dass möglichst alle Bevölkerungsgruppen gut erreicht werden können.
Woran erkenne ich die Güte eines Ergebnisses?
Bis das Ergebnis einer Umfrage repräsentativ wird, müssen ausreichend viele unterschiedliche Menschen daran teilnehmen. Ob das bereits gelungen ist, macht Civey transparent, indem zu jedem Umfrageergebnis eine statistische Fehlerwahrscheinlichkeit angegeben wird. Auch die Zahl der Teilnehmer und die Befragungszeit werden für jede Umfrage veröffentlicht.
Was bedeutet es, wenn sich die farbigen Bereiche in den Grafiken überschneiden?
In unseren Grafiken ist der statistische Fehler als farbiges Intervall dargestellt. Dieses Intervall zeigt jeweils, mit welcher Unsicherheit ein Umfragewert verbunden ist. Zum Beispiel kann man bei der Sonntagsfrage nicht exakt sagen, wie viel Prozent eine Partei bei einer Wahl bekommen würde, jedoch aber ein Intervall angeben, in dem das Ergebnis mit hoher Wahrscheinlichkeit liegen wird. Überschneiden sich die Intervalle von zwei Umfragewerten, dann können streng genommen keine Aussagen über die Differenz getroffen werden. Bei der Sonntagsfrage heißt das: Liegen die Umfragewerte zweier Parteien so nah beieinander, dass sich ihre Fehlerintervalle überlappen, lässt sich daraus nicht ableiten, welche von beiden aktuell bei der Wahl besser abschneiden würde.
Was passiert mit meinen Daten?
Die persönlichen Daten der Nutzer werden verschlüsselt auf deutschen Servern gespeichert und bleiben geheim. Sie dienen allein dazu, die Antworten zu gewichten und sicherzustellen, dass die Umfragen nicht manipuliert werden. Um dies zu verhindern, nutzt Civey statistische wie auch technische Methoden.

Wer steckt hinter Civey?

Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Das Start-up arbeitet mit unterschiedlichen Partnern zusammen, darunter sind neben SPIEGEL ONLINE auch der "Tagesspiegel", "Cicero", der "Freitag" und Change.org. Civey wird durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.

dop



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