SPON-Wahltrend SPD legt unter Schulz deutlich zu

Kanzlerkandidat Martin Schulz beschert der SPD einen kräftigen Schub. Das zeigt die Wochenumfrage von SPIEGEL ONLINE. Hier gibt's die aktuellen Ergebnisse - und Sie können abstimmen.

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Für Martin Schulz war es eine gute Woche. Überraschend verkündete Sigmar Gabriel seinen Verzicht auf die Kanzlerkandidatur - präsentierte den früheren Präsidenten des Europaparlaments als neuen starken Mann. Es folgten diverse Fernsehauftritte, Reden vor Genossen und viele Medienberichte. Das hat offensichtlich auch bei den Wählern Eindruck hinterlassen: Die SPD legte im Vergleich zur Vorwoche um knapp drei Prozentpunkte zu, liegt damit bei 23,1 Prozent. Das zeigt die Auswertung des SPIEGEL-ONLINE-Wahltrends. Die Union büßte dagegen einen Prozentpunkt ein.

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Heft 5/2017
Der Machthunger des Kandidaten Schulz

Diese und andere Ergebnisse zeigt die wöchentliche Umfrage von SPIEGEL ONLINE und dem Meinungsforschungsinstitut Civey. Im Superwahljahr 2017 stimmen unsere Leser regelmäßig über ihre Parteipräferenz ab - in Echtzeit, für jeden Nutzer zugänglich und mit repräsentativen Ergebnissen. Wir ordnen jede Woche ein, wer vorne liegt, wer verloren hat, und welche möglichen Gründe es dafür gibt. Nach jeder Auswertung können Sie die Sonntagsfrage erneut beantworten.

In der vergangenen Woche fragten wir: Welche Partei würden Sie wählen?

1. So haben Sie abgestimmt

Bei den Genossen kommt der neue Kanzlerkandidat offenbar sehr gut an. Tausend neue Parteieintritte verzeichnete die SPD, seit klar ist, dass Martin Schulz die Partei in den Wahlkampf im September führen wird. Die Euphorie ist groß. Das spiegelt sich auch in der Umfrage wider. Die SPD kann erstmals seit Dezember deutlich zulegen, liegt nun bei 23,1 Prozent. Das sind fast drei Prozentpunkte mehr im Vergleich zur Vorwoche. CDU und CSU rutschen dagegen knapp einen Prozentpunkt ab. 36,2 Prozent der Wähler würden derzeit die Union wählen.

Die AfD wäre mit 12,1 Prozent weiterhin drittstärkste Kraft. Aber auch sie verliert mehr als einen Prozentpunkt. Auf dem absteigenden Ast befinden sich auch die Grünen, die nun bei 8,6 Prozent liegen. Im Dezember kam die Partei noch auf 10,2 Prozent. Die Linke verliert im Januar auch weiterhin leicht an Wählerstimmen, liegt nun bei 9,1 Prozent. Die FDP hat sich im Januar bei etwas mehr als 6 Prozent eingependelt, käme laut der aktuellen Umfrageergebnisse auf 6,2 Prozent.

2. SPD jetzt bei Jüngeren beliebter als CDU

Die SPD profitiert insbesondere bei den 18- bis 29-Jährigen von Martin Schulz. Dort legte sie knapp zehn Prozentpunkte zu. Damit hat sie sogar die Union in dieser Altersklasse bei den Beliebtheitswerten überholt. Die Konservativen verloren dagegen in dieser Altersgruppe mehr als fünf Prozentpunkte.

Verluste mussten bei den Jüngeren auch die zwei andere Parteien hinnehmen: Die Linke verlor mehr als zwei, die AfD knapp anderthalb Prozentpunkte. Zuwächse verzeichneten die Sozialdemokraten auch bei den 30- bis 39-Jährigen und bei den Wählern, die über 65 Jahre alt sind. Dennoch führt die Union dort weiter deutlich und liegt bei 38 Prozent.

Anmerkung der Redaktion: Bei der Befragung nach Altersgruppen und ihrer Parteipräferenz ist die statistische Fehlertoleranz derzeit verhältnismäßig groß, sehr feine Unterschiede sind in diesen Ergebnissen also nicht aussagekräftig. Durch wiederholte Befragungen fallen diese Resultate künftig präziser aus.

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Hier können Sie mitmachen und sich als Teilnehmer registrieren. Den aktuellen Stand sehen Sie sofort, wenn Sie teilgenommen haben. Mehr zur Methodik, und wie aus den Rohdaten repräsentative Ergebnisse gewonnen werden, erfahren Sie weiter unten in diesem Artikel. SPIEGEL ONLINE wertet die Ergebnisse jede Woche aus und informiert Sie über spannende Entwicklungen und Veränderungen.



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insgesamt 85 Beiträge
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Seite 1
th.diebels 31.01.2017
1. Bitte nicht
überbewerten ! Die Landtagswahlen sind im Frühjahr - die Bundestagswahl im im September ! Bis dahin läuft noch viel Wasser den Rhein hinunter !
wb3 31.01.2017
2. Die Wahltrends
sind für die Katz, wie sich ja immer wieder bei den aktuellen Wahlen zeigt. Man könnte gut darauf verzichten.
GSYBE 31.01.2017
3. gut aber gefährlich
Objektiv muss man sich für die SPD freuen. Subjektiv gesehen erscheint Martin Schulz als guter Mann, er weiss sich zu verkaufen und seine besetzten Themen treffen den Nerv des Heute. Gefahr sehe ich aber auch: die SPD scheint es zu schaffen a) langjährige Nichtwähler zu mobilisieren b) verloren gegangene Altwähler zurückzuholen c) zur AFD abgewanderte Wähler wieder zurückzuholen (bei der CDU momentan nicht zu erkennen), aber ... was die Menschen offensichtlich und berechtigtermassen erwarten (und es ist in seine Reden auch hineinzuinterpretieren) ist ein Abschaffen/Zurückschrauben des Agenda-Wahnsinns. Sollte er/die SPD hier nicht liefern, dann war´s das ... für immer.
muellerthomas 31.01.2017
4.
Zitat von wb3sind für die Katz, wie sich ja immer wieder bei den aktuellen Wahlen zeigt. Man könnte gut darauf verzichten.
Nunja, eigentlich leigen die Umfragen fast immer sehr gut im Vergleich zum tatsächlichen Wahlergebnis. Deutliche Abweichungen sind seltene Ausnahmen.
beobachter68 31.01.2017
5. Schulz kann Bundeskanzler werden!
Mehrere Faktoren sprechen dafür. nach 12 Jahren als Bundeskanzlerin ist die höchste Zeit, dass Merkel ihre politische Karriere beendet. Die Mehrheit der Bevölkerung würde das sehr begrüßen. Kein Politiker sollte mehr als zwei Amtsperioden in Amt bleiben aber die politische Klasse ist nicht gewillt sich eigen Grenzen zu stellen... Gabriel war nie ein ernst zu nehmenden Kanzlerkandidat, seine immer ändernden Ansichten, das Fehlen jeglichen Charisma, eine winzige Unterstützung seiner eigener Partei machten seine Erfolgschancen indiskutabel. Mit Trump kommt einen neuer Wind in der Weltpolitik. Natürlich kann man Merkel als die letzte Verteidiger der richtigen Werten(?) oder man kann sie auch als eine Relikte der Vergangenheit betrachten. Die Bevölkerung wird schon entscheiden. Mag sein, dass Schulz ein EU Apparatchik ist aber er scheint einen neuen Anfang zu wagen. Nach unzähligen Merkels politischen Schlafjahren, wäre ein neuer Anfang höchst willkommen.
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