Machtwechsel in Duisburg: SPD-Mann Sören Link gewinnt OB-Stichwahl

Duisburg hat einen neuen Oberbürgermeister: SPD-Kandidat Sören Link setzte sich bei der Stichwahl klar mit knapp 72 Prozent durch. Allerdings fiel die Wahlbeteiligung sehr schwach aus. Der 36-Jährige tritt damit das Erbe seines abgewählten CDU-Vorgängers Adolf Sauerland an.

SPD-Mann Link mit Lebenspartnerin Sonja Bartsch: Schweres Erbe in Duisburg Zur Großansicht
REUTERS

SPD-Mann Link mit Lebenspartnerin Sonja Bartsch: Schweres Erbe in Duisburg

Duisburg - Im Ruhrgebiet werden wieder alle Großstädte "rot" regiert": Der frühere SPD-Landtagsabgeordnete Sören Link setzte sich bei der Stichwahl um das Duisburger Oberbürgermeisteramt klar durch. Nach offiziellen Angaben bekam er 71,96 Prozent der abgegebenen Stimmen, sein Gegenkandidat Benno Lensdorf von der CDU erhielt gerade einmal 28,04 Prozent. Allerdings stieß die Abstimmung auf nur geringes Interesse bei den Duisburgern: Die Wahlbeteiligung lag bei lediglich 25,75 Prozent.

Beim ersten Urnengang vor zwei Wochen hatte sich Link als Favorit herausgestellt. Mit 48,3 Prozent der Stimmen war der SPD-Politiker nur knapp an der nötigen absoluten Mehrheit gescheitert und musste in die Stichwahl gegen Lensdorf gehen.

Die vorgezogene Neuwahl des Stadtoberhaupts war nötig geworden, weil der bisherige Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) Mitte Februar mit großer Mehrheit abgewählt worden war. Die Amtsenthebung per Bürgerentscheid war die politische Konsequenz aus der Loveparade-Katastrophe vom Juli 2010.

Sauerlands Gegner hatten dem damaligen OB eine moralische Mitverantwortung für das Unglück im Juli 2010 vorgeworfen, bei dem 21 Menschen getötet und mehr als 500 verletzt wurden. Trotz zahlreicher Angriffe auch aus der eigenen Partei hatte der Christdemokrat einen freiwilligen Amtsverzicht bis zuletzt abgelehnt. Die juristische Aufarbeitung des Unglücks dauert noch an.

Der Nachfolger Link steht vor einer schwierigen Aufgabe: Der 36-Jährige muss die politische Spaltung der Stadt überwinden und zugleich massive Haushaltseinsparungen umsetzen. Duisburg ist hoch verschuldet. Ende Juli steht der zweite Jahrestag der Love-Parade-Katastrophe an.

NRW-Ministerpräsidentin und SPD-Landeschefin Hannelore Kraft gratulierte Link "und der Duisburger SPD ganz herzlich zu ihrem großen Wahlerfolg". Diese eindeutige Entscheidung sei ein echter Neuanfang für Duisburg und seine Bürger.

heb/dpa/dapd

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1. Leider..
vincent1958 02.07.2012
Zitat von sysopREUTERSDuisburg hat einen neuen Oberbürgermeister: SPD-Kandidat Sören Link setzte sich bei der Stichwahl klar mit knapp 72 Prozent durch. Allerdings fiel die Wahlbeteiligung sehr schwach aus. Der 36-Jährige tritt damit das Erbe seines abgewählten CDU-Vorgängers Adolf Sauerland an. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,842025,00.html
..kann Herr Link die Fehler von Herrn Sauerland nicht wieder revidieren.Protzige Bauwerke wie "Innenhafen"Einkaufscentren mit "vergoldeten"Fassaden in der Fussgängerzone.Millionen Falschausgaben für Protz und Prunk in einer Arbeiterstadt deren Bevölkerung gerade mal die Kaufkraft für ALDI hat!
2. Milchschnitten ohne Erfahrung in der Wirtschaft sollen regieren
pacificatore, 02.07.2012
Link machte sein Abitur 1995 am Kopernikus-Gymnasium in Duisburg-Walsum. Nach seinem Grundwehrdienst arbeitete er als Praktikant beim damaligen Landtags- und jetzigen Bundestagsabgeordneten Johannes Pflug. 1998 begann er eine Ausbildung bei der Bezirksregierung Düsseldorf, die er 2001 als Diplom-Verwaltungswirt abschloss. Bis zum 2. Juni 2005 war er dort in der Schulabteilung tätig und für Personalangelegenheiten von Lehrkräften an Gesamtschulen zuständig.
3. Und jetzt?
ghibli 02.07.2012
Zitat von pacificatoreLink machte sein Abitur 1995 am Kopernikus-Gymnasium in Duisburg-Walsum. Nach seinem Grundwehrdienst arbeitete er als Praktikant beim damaligen Landtags- und jetzigen Bundestagsabgeordneten Johannes Pflug. 1998 begann er eine Ausbildung bei der Bezirksregierung Düsseldorf, die er 2001 als Diplom-Verwaltungswirt abschloss. Bis zum 2. Juni 2005 war er dort in der Schulabteilung tätig und für Personalangelegenheiten von Lehrkräften an Gesamtschulen zuständig.
Und, was sagt uns das jetzt?
4. Parteien Proporz hat gesiegt
Guitar Frank 02.07.2012
Herr Link ist mit den etwa ein Fünftel aller Stimmberechtigten in Duisburg gewählt worden. Dies konnte nur geschehen weil die SPD alle Versuche einen überparteilichen Kandidaten aufzustellen erfolgreich torpediert hat, vor allem vom Innenminister des Landes NRW Ralf Jäger, gebürtiger Duisburger. Die Duisburger SPD hat in 30 Jahren Regentschaft soviel politische,städtebaulichen,kulturpolitischen Schaden angerichtet, das die Kommentarzeile nicht ausreicht um dies alles wiederzugeben hier ein paar Beispiele aus der Kulurpolitik : Theater am Marientor, wo schon bei der Unterzeichnung mit Stella AG abzusehen war das diese Pleite gehen wird, dafür haben wir jetzt ein Musical theater das die Duisburger jedes Jahr mit Millionen Beiträgen unterstützen müssen oder eine Oper am Rhein die viele Millionen kostet, aber im Verhältnis wenig benutzt wird bzw.nicht richtig an die Bürger gebracht wird . Die angestellten Musiker und Schauspieler leisten aber zum Teil eine ganz hervorragende Arbeit und dies vor allem aufgrund ihrer Eigeninitiative. Trotzdem haben Initiativen die mehr die lokalen Bereiche abdecken überhaupt keine Mittel zur Verfügung. Aber vor allem hat diese SPD zu verantworten das es keine politische Kultur hier gibt, die Parteibuchgefälligkeiten, Versorgung der SPD Apparartschiks in den städtischen Gesellschaften( selbst in den mittleren und unteren Besoldungsgruppen ging nicht ohne SPD Parteibuch ) usw.pp. Andere Denkansätze wurden konsequent eliminiert. Dies wird nun wieder eingeführt werden und ich denke mit Grausen daran, was nun aus meiner Heimatstadt wird.
5. --
ghibli 02.07.2012
Zitat von Guitar FrankHerr Link ist mit den etwa ein Fünftel aller Stimmberechtigten in Duisburg gewählt worden. Dies konnte nur geschehen weil die SPD alle Versuche einen überparteilichen Kandidaten aufzustellen erfolgreich torpediert hat, vor allem vom Innenminister des Landes NRW Ralf Jäger, gebürtiger Duisburger. Die Duisburger SPD hat in 30 Jahren Regentschaft soviel politische,städtebaulichen,kulturpolitischen Schaden angerichtet, das die Kommentarzeile nicht ausreicht um dies alles wiederzugeben hier ein paar Beispiele aus der Kulurpolitik : Theater am Marientor, wo schon bei der Unterzeichnung mit Stella AG abzusehen war das diese Pleite gehen wird, dafür haben wir jetzt ein Musical theater das die Duisburger jedes Jahr mit Millionen Beiträgen unterstützen müssen oder eine Oper am Rhein die viele Millionen kostet, aber im Verhältnis wenig benutzt wird bzw.nicht richtig an die Bürger gebracht wird . Die angestellten Musiker und Schauspieler leisten aber zum Teil eine ganz hervorragende Arbeit und dies vor allem aufgrund ihrer Eigeninitiative. Trotzdem haben Initiativen die mehr die lokalen Bereiche abdecken überhaupt keine Mittel zur Verfügung. Aber vor allem hat diese SPD zu verantworten das es keine politische Kultur hier gibt, die Parteibuchgefälligkeiten, Versorgung der SPD Apparartschiks in den städtischen Gesellschaften( selbst in den mittleren und unteren Besoldungsgruppen ging nicht ohne SPD Parteibuch ) usw.pp. Andere Denkansätze wurden konsequent eliminiert. Dies wird nun wieder eingeführt werden und ich denke mit Grausen daran, was nun aus meiner Heimatstadt wird.
Und gegen all diese Missstände konnte Herr Sauerland seit 2004 nichts unternehmen?
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