SPD Schulz und Gabriel versöhnen sich

Martin Schulz und Sigmar Gabriel waren mal Freunde, dann kam der Bruch. Jetzt haben sich die SPD-Politiker nach SPIEGEL-Informationen ausgesprochen - und können auch wieder lachen.

Ex-Parteichefs Schulz, Gabriel
CLEMENS BILAN/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Ex-Parteichefs Schulz, Gabriel


Die ehemaligen SPD-Vorsitzenden Martin Schulz und Sigmar Gabriel haben sich nach ihrem Zerwürfnis im Zuge des Wahlkampfs erstmals zu einem ausführlichen Gespräch getroffen. Bei einem längeren Abendessen in einem Berliner Hotel räumten sie nach SPIEGEL-Informationen Anfang dieser Woche ihre Differenzen aus. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

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Heft 21/2018
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Ihr Streit - entstanden in der Zeit als Schulz Kanzlerkandidat und Gabriel Außenminister war - belastete die gesamte Partei. Inzwischen nehmen sie ihre Fehde aber offenbar mit Humor. "Wir haben ein Meisterstück geschafft", sagte Schulz bei dem Gespräch zu Gabriel: "Wir haben aus dem populärsten den unpopulärsten Politiker gemacht und aus dem unpopulärsten den populärsten. Das muss man uns erst mal nachmachen."

Nach ihren Konflikten vor und nach der Bundestagswahl hatten die beiden Sozialdemokraten monatelang nicht miteinander gesprochen.

Zu einer möglichen Spitzenkandidatur bei der Europawahl 2019 hält Schulz sich bedeckt. "Ich kämpfe für die Inhalte des Koalitionsvertrags", sagte Schulz dem SPIEGEL: "Vor allem das Europakapitel liegt mir am Herzen, ich habe es selbst verhandelt. Über Personalfragen wird in den Gremien unserer Partei entschieden."

Führende Sozialdemokraten, darunter Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller, hatten den Ex-Kanzlerkandidaten zuletzt als Europa-Spitzenkandidat ins Spiel gebracht. Im Präsidium der SPD hatte der Vorstoß für Ärger gesorgt.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

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insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
rolantik 19.05.2018
1. Einfach nur primitiv
Da sieht man mal wieder auf welchem intelektuellen Level diese beiden SPDler stehen. Persönliche Größe sieht anders aus, beide haben an Zustimmung derart verloren, dass sie sich Gedanken machen sollten, woher das kommt. Erneuerung in der SPD muss anders aussehen!
Gottfried 19.05.2018
2. Die SPD ist nur noch eine Lachnummer,
sie wechseln ihre Gesinnung, wie der Normalo seine Unterwäsche . Die beiden größten Verlierer vertragen sich also wieder, der Eine hat einen gut bezahlten Posten in der Wirtschaft, der Andere will zurück nach Brüssel. Das sind keine Sozialdemokraten, sondern lupenreine Brieftaschen Marxisten.
siryanow 19.05.2018
3. Gabriel und Schulz versoehnen sich
Die beeden sind nu ma halt ooch Traditionalisten und wollen diese im Sinne der Zwists von Brandt/Wehner , Schmidt/Brandt , Schroeder/Lafontaine fortfuehren. Schun mae mo ob die Damen Nahles/Schleswig dat ooch hinkriegen.
Fuscipes 19.05.2018
4.
"Wir haben ein Meisterstück geschafft", ja das war großartig, Ihr könnt stolz auf Euch sein.
Watschn 19.05.2018
5. In'n'Out....Out'n'In....
Beide ziemlich SPD-Umstrittene flogen aus dieser geschrumpften KleinGroKo-Regierung raus...Ist doch fast eine Auszeichnung..! Was gibt's da nicht besseres als....- Also "Pack" schlägt sich - und verträgt sich. Wenn's doch nicht so offensichtlich wäre, ....dann wärs auch nicht so schal - im Nachgeschmack. Es wird wohl auch nicht so lange dauern (nach dem absehbaren Abgang von Nahles - mit Ersatz evtl. durch K. Kühnert..), dass diese 2 SPD-Protagonisten wieder eine stärkere Rolle im SPD-Haus bzw. im Bundestag spielen werden. Wobei es allen klar sein dürfte: ...."Der Koch" in diesem polit-schauspielerischen Akt personifiziert Gabriel, ..."der Kellner"...Schulz.
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