Streit zwischen SPD und CSU Schulz verbittet sich Dobrindts Sticheleien  

"Diese Rhetorik halte ich für völlig fehl am Platz": SPD-Chef Schulz hat auf die neuesten Lästereien von CSU-Mann Dobrindt reagiert. Auch Unionsfraktionschef Kauder soll um Disziplin gebeten haben.

Martin Schulz
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Martin Schulz


Der SPD-Vorsitzende Martin Schulz hat die Sticheleien von CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt kritisiert. Er halte nichts "von derartigen Profilierungsversuchen aufseiten der Union", sagte Schulz dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

"Wir wären alle gut beraten, den Verhandlungspartner nicht in dieser Weise zu attackieren." Er sei sehr stolz darauf, wie die SPD verhandelt habe. "Deshalb halte ich diese Art von aggressiver Rhetorik für völlig fehl am Platz."

Die SPD-Spitze bemüht sich trotz großer Skepsis in der Partei intensiv um eine Zustimmung für eine Neuauflage der Großen Koalition. Vor dem Sonderparteitag am Sonntag in Bonn steigt die Nervosität bei führenden Genossen. Parteichef Schulz wirbt am Abend in Düsseldorf um Delegierte aus Nordrhein-Westfalen. Dem größten Landesverband kommt mit 144 von 600 Delegierten entscheidende Bedeutung zu.

Dobrindt hatte von der SPD ein klares Bekenntnis zu den Sondierungsergebnissen gefordert. Die Partei müsse die Inhalte nun positiv darstellen. "Ich könnte zwar, aber ich will eigentlich nicht vor dem SPD-Parteitag reden", sagte der ehemalige Bundesverkehrsminister. "Zur Not würde ich diese Funktion auch noch übernehmen."

Der CSU-Landesgruppenchef verteidigte außerdem seine Äußerungen zum "Zwergenaufstand" in der SPD. "Ich schüre gar nichts", sagte Dobrindt. Er habe der SPD eigentlich nur Mut zusprechen wollen. Bereits seit der Bundestagswahl habe er außerdem für eine GroKo geworben, man könne aber die SPD nicht "in der Sänfte in die Koalition tragen".

Unionsfraktionschef Volker Kauder forderte dagegen offenbar Zurückhaltung gegenüber der SPD ein. Die Sozialdemokraten hätten eine schwierige Woche vor sich, sagte Kauder laut der Nachrichtenagentur dpa in einer Fraktionssitzung: "Die SPD sollten wir auf ihrem Weg in Ruhe lassen." Man habe ein Interesse daran, dass das Land eine Regierung bekomme.

cte/dpa

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WolfThieme 16.01.2018
1. Bierzelt
Dobrindt findet sich so großartig, dass er gar nicht mehr merkt, was er sagt. Oder er tritt eine Partei, mit der er regieren will, bewusst gegens Schienbein. Das ist den Bierzelten in Bayern so üblich, aber Dobrindt ist verbal eben nie aus den Bierzelten herausgekommen. Oans, zwoa, gsuffa.
frari 16.01.2018
2. SPD eine einzige Katastrophe
Herr Schulz sollte sich gar nichts verbitten. Er ist doch wohl der grösste Flop den es in der SPD jemals gab. Immer die grosse Lippe riskieren und nichts liefern. Wenn es nicht so läuft wie er sich das wünscht. Gar nichts sagen oder ab in die Schmoll Ecke. Er soll einfach gehen und nicht so jämmerlich an Pöstchen klammern. Wir war das? Keine Groko unter keinen Umständen! Niemals wird er unter Frau Merkel ins Kabinett eintreten. Er ist einfach erbärmlich. Alle weg und neue unverbrauchte Leute ranlassen. Ich glaube das hat die SPD verdient.
savageflieger 16.01.2018
3. Dobrindt der Wadenbeisser
In der Union hat Dobrindt die Funktion des Provokateurs und Wadenbeissers übernommen. Die CSU ist unverdächtig Neuwahlen zu wollen und kann deshalb fleissig stänkern, provozieren und sich profilieren. Merkwürdig ist nur, dass offensichtlich viele Unionspolitiker den Eindruck vermitteln wollen, die Sondierungsergebnisse seien fixe Vorgaben für die Koalitionsgespräche. Diese wären dann ja fast überflüssig. Ich hoffe auf ein NEIN der SPD-Mitglieder, denn weitere 4 Jahre mit Dobrindt in einer Regierung zu sein wäre unerträglich. Ich fände die Konstellation Schwarz (CDU ohne CSU) Rot Grün eine interessante Alternative, aber die siamesischen Zwillinge CDU und CSU sind wohl nicht zu trennen.
mdewinne32 16.01.2018
4. Na so was!
Lege den Ball bei Merkel Keine GROKO. Koalition CDU SPD und Grünen vorschlagen.
Proggy 16.01.2018
5. Erschreckend
Zitat: "Diese Rhetorik halte ich für völlig fehl am Platz" Huch, ich dachte, dieser Satz sei der meistgedachte Satz zu Auftritten von Stegner und Nahles? Keine Sorge Herr Schulz, wenn es mit der GroKo jetzt dumm läuft, Sie haben noch Chancen. Denken Sie einfach an ihren Parteifreund Kurt Beck "Waschen und rasieren, dann kriegen Sie auch einen Job"
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