SPON-Wahltrend Mehrheit ist unzufrieden mit SPD-Entscheidung

Erleichterung bei Sozialdemokraten und Union - die Verhandlungen über eine Große Koalition können beginnen. Doch der SPON-Wahltrend zeigt: Viele Deutsche sehen das Ja des SPD-Parteitags kritisch.

SPD-Chef Martin Schulz
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SPD-Chef Martin Schulz


Martin Schulz fühlt sich nach dem Parteitag in Bonn gestärkt. "Das glaube ich schon", antwortete der SPD-Chef in der ARD-Sendung Anne Will auf eine entsprechende Frage. Die eigentlichen Koalitionsverhandlungen begännen erst jetzt. Wenn Unionspolitiker jetzt so täten, als könne man nicht über die Sondierungsergebnisse hinauskommen, dann sei das "schlicht falsch", sagte Schulz.

56 Prozent der Delegierten hatten auf dem SPD-Sonderparteitag für die Aufnahme von Koalitionsgesprächen mit der Union gestimmt. Der Beschluss enthält auch die Forderung nach Nachbesserungen der bisher erreichten Sondierungsergebnisse in zentralen Themenfeldern.

Doch in der Bevölkerung herrscht große Skepsis, die Aussicht auf eine neuerliche Große Koalition überzeugt viele Menschen offenbar nicht. Das ist das Ergebnis des SPON-Wahltrends in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey anlässlich des SPD-Parteitags in Bonn.

"Wie bewerten Sie die Entscheidung des SPD-Parteitags, Koalitionsverhandlungen mit CDU und CSU aufzunehmen?" lautete die Frage. Mehr als die Hälfte beantworteten sie in der Summe negativ, 32 Prozent bewerteten den Beschluss sogar "sehr negativ". Rund 40 Prozent sahen die Entscheidung positiv.

Die Koalitionsverhandlungen sollen noch in dieser Woche beginnen. Der genaue Zeitpunkt ist bisher offen. Ziel in der Union ist es, vor Ostern eine stabile Regierung zu haben. Allerdings sollen vorher noch die SPD-Mitglieder über den Koalitionsvertrag abstimmen.

Gegen Koalitionsgespräche hatte vor allem Juso-Chef Kevin Kühnert in den vergangenen Wochen und auch auf dem Bonner Parteitag gekämpft. Offenbar wirkte der Vorsitzende der SPD-Nachwuchsorganisation überzeugend. Denn mit 65,6 Prozent wird die Entscheidung für Koalitionsverhandlungen vor allem in der Altersgruppe von 18 bis 29 Jahren in der Summe negativ gesehen. Mehrheitlich positiv fand den Beschluss mit 53,5 Prozent dagegen die Altersgruppe der über 65-Jährigen.

Der SPON-Wahltrend wurde in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey vom 21. bis 22. Januar 2018 online erhoben. Die Stichprobe umfasste mehr als 5000 Befragte. Der statistische Fehler lag bei 2,9 Prozent.



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Was ist das Besondere an der Civey-Methodik?
Das Meinungsforschungsinstitut Civey arbeitet mit einem mehrstufigen Verfahren. Zuerst werden alle Umfragen in einem Netzwerk aus mehr als 12.000 Websites ausgespielt ("Riversampling"). Online kann jeder an den Befragungen teilnehmen und wird mit seinen Antworten im repräsentativen Ergebnis berücksichtigt, sofern er sich registriert hat. Aus diesen Nutzern zieht Civey eine quotierte Stichprobe, unter anderem nach den Merkmalen Alter, Geschlecht und Bevölkerungsdichte. In einem dritten Schritt werden die Ergebnisse nach weiteren Faktoren und Wertehaltungen gewichtet, um Verzerrungen zu korrigieren und Manipulationen zu verhindern.
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In unseren Grafiken ist der statistische Fehler als farbiges Intervall dargestellt. Dieses Intervall zeigt jeweils, mit welcher Unsicherheit ein Umfragewert verbunden ist. Man kann nicht exakt sagen, wie viel Prozent eine Partei bei einer Wahl bekommen würde, jedoch aber ein Intervall angeben, in dem das Ergebnis mit hoher Wahrscheinlichkeit liegen wird. Überschneiden sich die Intervalle von zwei Umfragewerten, dann können streng genommen keine Aussagen über die Differenz getroffen werden. In unserem Fall heißt das: Liegen die Umfragewerte zweier Parteien so nah beieinander, dass sich ihre Fehlerintervalle überlappen, lässt sich daraus nicht ableiten, welche von beiden aktuell bei der Wahl besser abschneiden würde.
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Wer steckt hinter Civey?

Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Das Start-up arbeitet mit unterschiedlichen Partnern zusammen, darunter sind neben SPIEGEL ONLINE auch der "Tagesspiegel", "Cicero", der "Freitag" und Change.org. Civey wird durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.

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insgesamt 245 Beiträge
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Seite 1
Sensør 22.01.2018
1. kein Wählerauftrag
Der Wählerauftrag ist dies bestimmt nicht. Wenn alles nach Wunsch der Politik läuft, haben wir die nächsten vier Jahre eine Regierung, die mehr oder weniger vom gesamten Volk gehasst wird.
Ludwigsburger 22.01.2018
2. In der Psychologie gibt es den Marshmallow-Test ....
Sofort ein Marshmallow oder in 10 Minuten zwei davon. Hauptsache, das Spitzenpersonal ist untergekommen und hat sofort etwas davon (Schulz - Minister). Die SPD wird danach nie wieder auch nur in die Reichweite der Marshmallows kommen. Tschüß, alte Tante SPD .... das war's.
Politikübersetzer 22.01.2018
3. schon immer wieder erstaunlich ...
schon immer wieder erstaunlich, wie die Argumentation zunehmend verläuft. Die Deutschen (und auch die Foristen hier) werden zunehmend zu Bedenkenträger. Viele haben eine ganz "klare" Meinung, was alles nicht geht, was alles nicht gemacht werden darf, was alles schief gehen kann. Aber das Aufbauende, das Kreative, das Gestalten? Fehlanzeige.
blaumupi 22.01.2018
4. die Mehrheit
Die Mehrheit ist immer unzufrieden! Wenn SPD gestern anders entschieden hätte, würden ebensoviele rummaulen! Auf die Unzufriedenheit der Deutschen kann man sich immer verlassen!
isar56 22.01.2018
5. Sofern
dieses Säulendiagramm korrekt ist, stelle ich fest, dass die Mehrheit der Rentner und Pensionäre keinen mm an die nächsten Generationen denkt. In drei Jahren werde ich Rentner sein. Unabhängig von meinem eigenen Wohl, werde ich weiter beobachten, wie die Parteien mit der jüngeren Generation verfahren ( Leiharbeiter, Niedriglöhne, befristete Arbeitsverträge, Ausbeutung, Untestützung der Lobbyisten, Umwelt- , Migrations-, Sozialpolitik etc). und entsprechend wählen.
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