Mitgliederentscheid Sozialdemokraten stimmen für Große Koalition

Es ist ein klares Bekenntnis zu einem Bündnis mit der Union. Die Sozialdemokraten haben mit 76 Prozent für eine Große Koalition votiert. Parteichef Gabriel geht gestärkt aus dem Mitgliederentscheid hervor.

DPA

Berlin - Die Sozialdemokraten haben sich für ein Bündnis mit der Union ausgesprochen. Mit Ja stimmten 75,96 Prozent, mit Nein 23,95 Prozent.

369.680 Genossen beteiligten sich an dem Mitgliederentscheid - damit liegt die Beteiligung bei fast 78 Prozent der 474.820 SPD-Mitglieder. Die Mindestbeteiligung von 20 Prozent wurde also fast um das Vierfache übertroffen. Als ungültig wurden 0,09 Prozent der Stimmen gezählt.

Allerdings wurden auch 31.800 Stimmen gar nicht erst mitgezählt, vor allem weil Genossen vergessen hatten, eine eidesstattliche Erklärung mitzuschicken.

Schon vor der Verkündung des Ergebnisses wurden Parteichef Sigmar Gabriel und zahlreiche Mitglieder des SPD-Vorstandes mit minutenlangem Applaus begrüßt. Gabriel zeigte sich stolz über den Mitgliederentscheid: "So politisch engagiert habe ich meine Partei in den 36 Jahren, in denen ich ihr angehöre, noch nicht erlebt", sagte der Parteivorsitzende. Er nannte die Abstimmung "ein Fest innerparteilicher Demokratie".

Der SPD-Chef bedankte sich auch ausdrücklich bei den Mitgliedern, die gegen den Vertrag mit der Union gestimmt hatten. "Mir liegt viel daran, dass die 24 Prozent wissen, dass wir ihre Meinung ernst nehmen." Mit der Abstimmung habe die SPD einen neuen Standard gesetzt. Menschen träten Parteien bei, wenn sie zu den entscheidenden Themen befragt würden. Generalsekretärin Andrea Nahles erklärte, seit Bekanntgabe des Votums seien 3000 neue Mitglieder in die SPD eingetreten.

Rund 400 freiwillige Helfer hatten die Stimmen seit 1 Uhr nachts in einer Halle in Berlin-Kreuzberg unter notarieller Aufsicht ausgezählt.

Noch vor der Verkündung des Votums war die Verteilung der SPD-Ministerposten am Freitagabend bekannt geworden. Die SPD bekommt sechs Ministerien: SPD-Chef Sigmar Gabriel soll Wirtschaft und Energie übernehmen, Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier Außen, Barbara Hendricks Umwelt, Generalsekretärin Andrea Nahles Arbeit und Soziales, SPD-Vize Manuela Schwesig Familie und der saarländische Wirtschaftsminister Heiko Maas das Justizministerium.

heb/ade

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insgesamt 391 Beiträge
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ohne_mich 14.12.2013
1. "Herzlichen Glückwunsch"...
...an die sPD zum Abnicken des eigenen Todesurteils. Und vielen Dank auch von uns Bürgern - uns stehen vier düstere Jahre bevor, sofern diese unheilige Allianz nicht vorher den Bach hinuntergeht, wofür wir alle beten sollten!
stimmvieh_2011 14.12.2013
2.
Auf in den Untergang! Auf zum RentenGAU! Auf zum Schiffbruch mit der Energiewende! Armes Deutschland. Hatte gehofft, SPDler sind intelligent genug, die Koalition zu verhindern.
deb2011 14.12.2013
3. Jetzt weiss jeder ...
... wie die SPD tickt. Sie will Merkel - allein deshalb, weil der Unterschied zwischen Rot und Schwarz kaum existiert. Die beiden Parteien sind austauschbar.
martinprof 14.12.2013
4. Gut das diese Zitterpartie ein Ende hat!
Eigentlich können wir Deutschen froh sein, das unter den Volksparteien doch noch die Vernunft gesiegt hat, bei aller Kritik an den einzelnen Punkten im Koalitionsvertrag !! Andere Länder wären glücklich wenn so etwas bei ihnen denkbar wäre!!!
Nevis 14.12.2013
5. Das wars dann für Deutschland
Zitat von sysopDPAEs ist ein klares Bekenntnis zu einem Bündnis mit der Union. Die Sozialdemokraten haben mit 76 Prozent für eine Große Koalition votiert. Parteichef Gabriel geht gestärkt aus dem Mitgliederentscheid hervor. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/spd-mitgliederentscheid-sozialdemokraten-stimmen-fuer-grosse-koalition-a-939081.html
Jetzt wird Deutschland endgültig abgewirtschaftet. Die GroKo wird zum Totengräber der Demokratie werden. Das ist jetzt schon abzusehen. Und die SPD haben sich bewußt dafür entschieden. Sich rausreden ist später dann nicht, liebe Genossen. Auch wenn ihr euch später wieder hinstellen und saget werdet: "Das hat doch keiner ahnen können..."
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