Kanzlerkandidatur In der SPD wächst Unterstützung für Steinmeier

Wer tritt für die SPD gegen Angela Merkel an? Bei der Kür zum Kanzlerkandidaten zeichnet sich in der SPD eine wachsende Unterstützung für Frank-Walter Steinmeier ab, berichtet der SPIEGEL. Manches Lob für den Fraktionsvorsitzenden dürfte Parteichef Sigmar Gabriel zu denken geben.

SPD-Troika Steinbrück, Gabriel, Steinmeier (v.l.n.r.): Die Menschen schätzen Seriosität
dapd

SPD-Troika Steinbrück, Gabriel, Steinmeier (v.l.n.r.): Die Menschen schätzen Seriosität


Hamburg - In der SPD unterstützt eine wachsende Anzahl von Genossen Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier als Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2013. Die Partei will im Januar offiziell ihren Kanzlerkandidaten küren. Es wird eine Entscheidung zwischen Steinmeier, Parteichef Sigmar Gabriel und Ex-Finanzminister Peer Steinbrück erwartet. Nach Informationen des SPIEGEL zeichnet sich eine klare Tendenz ab.

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Heft 32/2012
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"Steinmeier kann Merkel gut angreifen", sagte der Bundestagsabgeordnete Rolf Mützenich: "Die Menschen wollen eher jemanden, der das große Bild zeichnen kann, als jemanden, der nur rhetorisch attackiert." Auch der schleswig-holsteinische Landesvorsitzende Ralf Stegner lobt Steinmeier: "Frank-Walter Steinmeier könnte von den drei möglichen Kanzlerkandidaten das Amt am besten." Die Entscheidung solle zwar erst im Januar fallen, doch in der Euro-Krise schätzten die Menschen Seriosität, sagte Stegner: "Da ist Steinmeier der Beste." Allerdings komme es am Ende darauf an, "wer das Profil der SPD in der gesamten Breite am besten vertritt".

Auch Fraktionsvize Joachim Poß betont, Steinmeier sei "sehr gut in seine Rolle als Oppositionsführer hineingewachsen". "Er hat flügelübergreifend Rückhalt in der Fraktion", sagt der Finanzexperte. Bayerns Landeschef Florian Pronold betont, das schlechte Wahlergebnis 2009 habe nichts mit Frank-Walter Steinmeier als Person zu tun gehabt. "Frank-Walter Steinmeier hat die Bundestagsfraktion in einer sehr schwierigen Lage nach vorne gebracht", sagt Pronold.

Die Unterstützung für den Fraktionschef dürfte Sigmar Gabriel unter Druck setzen. Der SPD-Chef, der den Sommer über offiziell in Elternzeit weilt, hatte zuletzt durch ein Twitter-Interview auf sich aufmerksam gemacht und Stimmung gegen Banken gemacht. Auch der frühere Finanzminister Peer Steinbrück hält sich im Gespräch.

Laut einer Forsa-Umfrage dürfte es jeder der drei möglichen Herausforderer gegen die Kanzlerin schwer haben. Demnach ist die Kanzlerin in der Bevölkerung sehr beliebt. Die geringsten Chancen für einen Sieg über Merkel hat laut der Umfrage SPD-Chef Gabriel.

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insgesamt 127 Beiträge
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Joseph Loeffel 05.08.2012
1. Juniorpartner
Steinmeier ist der ideale und geübte Juniorpartner für eine große Koalition.
mabo77 05.08.2012
2. spd für mich unwählbar
da ist ein Wendehals schlimmer als der andere genauso wie bei den grünen -pfui mocka
inhabitant001 05.08.2012
3. Ja nicht gewinnen!
Gratulation SPD! Der perfekte Kandidat für all jene die dann sowieso CDU oder FDP wählen. Deshalb bestimmt auch bald die Jubelstürme in der Presse, von der wir wissen das 70-80% der Journalisten dem besseren Bürgertum entstammen und der Gedankenwelt der (echten) Sozialdemokratie fern stehen. Also freuen wir uns auf 4 Jahre Große Koalition.
Spr. 05.08.2012
4. Aber nur, weil der sich bisher still verhalten hat.
Zitat von sysopdapdWer tritt für die SPD gegen Angela Merkel an? Bei der Kür zum Kanzlerkandidaten zeichnet sich in der SPD eine wachsende Unterstützung für Frank-Walter Steinmeier ab, berichtet der SPIEGEL. Manches Lob für den Fraktionsvorsitzenden dürfte Parteichef Sigmar Gabriel zu denken geben. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,848299,00.html
Während die anderen beiden Kanzlerkandidat-Kandidaten mit ihren öffentlichen Auftitten und ihren Aktionen so viel Unmut auf sich gezogen haben, dass sie einfach als Kanzlerkandidat-Kandidat nicht mehr vermittelbar sind. Noch nicht einmal dann, wenn bei der Wahl sowieso nur genug Wählerstimmen benötigt werden, uns als kleiner Koalitionspartner Frau Merkel an der Macht zu halten. Da wird Herr Steinmeier den anderen beiden Kanzlerkandidat-Kandidaten aber in nichts nachstehen. Richtet sich die Aufmerksamkeit jetzt auf ihn, wird schnell klar werden, dass er dem Wähler als Kanzlerkandidat genauso wenig vermittelbar ist. Das reicht ebefnalls noch nicht mal, um genug Wählerstimmen zu holen, um als kleiner Koalitionspartner Frau Merkel an der Macht zu halten.
Grafsteiner 05.08.2012
5. Sehe ich genau so
Gabriel ist ein Luftballon und Steinbrück hat eine schnelle Zunge, aber leider nicht den Verstand, sie zu zügeln. Trotzdem werde ich Steinmeier nicht wählen, da ich erst wieder in einer neuen Republik an die Urne gehe. Aber wahrscheinlich müsste ich das aus der Urne tun. :-)
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