Schulz-Kritiker SPD watscht Olaf Scholz ab

Absturz für Olaf Scholz: Bei der Wahl der SPD-Vizeparteivorsitzenden wurde der Hamburger empfindlich abgestraft. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer triumphierte.

Olaf Scholz
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Der Hamburger Regierungschef Olaf Scholz hat bei der Wahl der sechs stellvertretenden Parteivorsitzenden eine herbe Schlappe erlitten.

Scholz, der zuletzt Kritik am Kurs von SPD-Chef Martin Schulz geäußert hatte, kam beim Bundesparteitag am Donnerstag in Berlin auf eine Zustimmung von nur 59,2 Prozent - vor zwei Jahren hatte er 80,2 Prozent erhalten. Zudem gilt er als Befürworter einer Großen Koalition. Um Scholz hatten sich nach der Bundestagswahl Spekulationen gerankt, dass er Schulz als Parteichef ablösen könnte.

Auch Schleswig-Holsteins SPD-Chef Ralf Stegner bekam einen deutlichen Dämpfer verpasst. Er schnitt nur wenig besser mit 61,6 Prozent ab.

Stimmenfang #30 - SPD und das Regieren: Nein! Vielleicht. Ja?

Das beste Ergebnis erzielte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer, die erstmals für einen Vizeposten kandidierte und starke 97,5 Prozent bekam. Bayerns SPD-Chefin Natascha Kohnen verbuchte 80,1 Prozent.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig erreichte 86 Prozent. Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel wurde mit 78,3 Prozent als Parteivize wiedergewählt.

Zuvor war Martin Schulz mit 81,9 Prozent als SPD-Chef wiedergewählt worden. Im März wählten ihn die Delegierten mit historischen 100 Prozent zum Nachfolger Sigmar Gabriels.

Video zum SPD-Parteitag: "Ein bisschen absurd"

SPIEGEL ONLINE

cop/dpa/Reuters

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insgesamt 85 Beiträge
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hohnspiegel 07.12.2017
1. Glückwunsch
für Malu Dreyer , das beste Wahlergebnis aller Präsidiumsmitglieder ihren Vorschlag keine groko mit der CDU CSU einzugehen sondern eine Minderheitsregierung zu tolerieren kann ich nur zustimmen ds spricht sie mir aus dem Herzen
imo27 07.12.2017
2.
Die Stimmen der Delegierten sind eine Sache, die der Wähler eine völlig andere.
Holborn 07.12.2017
3. Popularitätsverlust
So ein schlechtes Ergebnis muss schlimm sein für einen wie Scholz, der immer den Mainstream bedient, um ja keine Machteinbußen zu riskieren. Wird Zeit, dass er auch in Hamburg durchfällt, damit die Politik dieser Stadt weniger technokratische, bürokratische Monster gebiert, sondern ein Wandel zu einer lebenswerteren Stadt wirklich stattfinden kann. Wir brauchen Politiker, die auch Mut zu unpopulären Entscheidungen haben. Scholz gehört eher nicht dazu....
GueMue 07.12.2017
4. Scholz ist G20 Hamburg, Schulz Dampfplauderer
Schwesig ist einfach inkompetent. Sie erkennt nicht, dass Solidarrente, renten- und pflegereform, sowie Europa keine populaeren Themen. SPD wird auf 15% fallen. So leid es mir tut, es wird hausgemacht des Fuehrungsteams SPD sein.
Licht aus ! 07.12.2017
5. Ein Elend !
Und wieder gelingt es den Traumtänzern in der SPD, Parteiräson vor Staatsräson zu stellen. Schon Münte hat gesagt: "Opposition ist Mist" Da hat er recht ! Und jedem fröhlichen Beginne wohnt die Chance des Scheiterns inne. Aber dafür gibt es ja probate Gegenmittel. Die Opposition allerdings ist keins !
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