GroKo oder NoGroKo So läuft der SPD-Parteitag ab

Am Ende wird über die GroKo abgestimmt - doch was passiert bis dahin auf dem SPD-Parteitag? Lesen Sie hier, was sie über das entscheidende Treffen der Genossen wissen müssen.

Martin Schulz auf GroKo-Werbetour
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Martin Schulz auf GroKo-Werbetour


16 Landesverbände, 600 Delegierte, 45-Vorstandsmitglieder und eine Frage: Soll die SPD mit der Union Koalitionsgespräche aufnehmen? Am Sonntagnachmittag müssen sich die stimmberechtigten Genossen auf dem Parteitag in Bonn entscheiden.

Das müssen Sie über den Tag der Entscheidung wissen:

  • Den Anfang macht um 11 Uhr Malu Dreyer: Die beliebte SPD-Politikerin eröffnet den Parteitag. Sie soll den Kurs setzen und möglichst viele Genossen mitziehen. Schließlich ist sie eine der Schlüsselfiguren in der GroKo-Debatte - vor den Sondierungen noch skeptisch, nun überzeugte Kämpferin für Koalitionsgespräche. Grußworte spricht auch der Chef der mächtigen NRW-SPD, Michael Groschek. Sein Verband stellt ein Viertel der Delegierten.
  • Das war der Vorlauf, nun kommt es drauf an: Nach Groschek soll Martin Schulz die Bühne betreten. Der SPD-Chef will die Delegierten in seiner Rede von Koalitionsgesprächen mit der Union überzeugen.
  • Und jetzt alle: Geplant ist eine mehrstündige Aussprache. Äußern dürfen sich theoretisch alle Delegierten, erwartet wird ein Schlagabtausch zwischen der SPD-Spitze und den vehementen GroKo-Gegner, allen voran Juso-Chef Kevin Kühnert. Drei bis vier Stunden dürfte es hoch hergehen.
  • Die Entscheidung: Offiziell geht der Parteitag bis 16 Uhr - und irgendwann um diese Zeit wird wohl abgestimmt, der genaue Zeitpunkt ist aber nicht vorgegeben. Die genaue Frage, über die abgestimmt wird, hängt von der Empfehlung der Antragskommission ab.
  • Normalerweise stimmen die Genossen öffentlich ab - das heißt, sie halten ihre Stimmkarten hoch. Ist das Ergebnis eindeutig, gibt das Tagungspräsidium von der Bühne aus bekannt, welche Seite gewonnen hat. Die genaue Zahl der Für- und Gegenstimmen wird dann nicht genannt. Ist das Ergebnis dafür zu knapp, muss nachgezählt werden. Auch eine geheime Abstimmung ist möglich. Diese müsste zunächst beantragt werden, die Delegierten stimmen dann über den Antrag ab. Spricht sich eine Mehrheit dafür aus, wird schriftlich gewählt - dann würde es etwas dauern, bis das Ergebnis bekannt wird. (Lesen Sie hier was passiert, wenn die SPD-Delegierten die Koalitionsverhandlungen ablehnen.)
  • Egal, wie es ausgeht - am Ende kommt noch einmal Schulz: Der SPD-Chef spricht nach der Bekanntgabe des Ergebnisses das Schlusswort des Parteitags.

Auch die Union hat Sonntag einige Termine in Sachen GroKo angesetzt. Im Anschluss an den SPD-Parteitag will die CSU-Spitze in München über die Entscheidung der Genossen beraten, die Schwesterpartei will selbiges ab 19 Uhr tun. Für 20.30 Uhr ist eine CDU-Bundesvorstandssitzung geplant.



Sie wollen die Sonntagsfrage für den Bund beantworten? Stimmen Sie hier ab:


Stimmenfang #35 - Wie gefährlich wird der "Zwergenaufstand" für Martin Schulz?

brk/dpa

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carahyba 20.01.2018
1. Wie sie auch abstimmen ...
Wie sie auch abstimmen, die SPD wird verlieren. Das ist das Ergebnis ihrer Politik der letzten zwei Dekaden. Ist nur die Frage ob sie sich wieder berappeln wird, in der GroKo wohl kaum. Die GroKo wird ziemlich sicher ihren Weg in die Bedeutungslosigkeit sein. In Holland und Frankreich, wo die Sozialdemokraten auch neoliberale Politik betreiben, war das auch nicht anders. Wahlergebnisse ca. 5%. Für neoliberale Politik braucht man keine Sozialdemokraten, da hat man schon CsU, FDP, Grüne und AFD.
dirk1962 20.01.2018
2. Hoffen wir auf genug Rückgrat
um einer erneuten GroKo mit der gescheiterten Merkel eine klare Absage zu erteilen. Größe Zustimmung wird es nicht geben und ein knappes Ergebnis würde die Partei spalten. Die SPS sollte es nicht riskieren, dass erst der Mitgliederentscheid die GroKo in die Tonne tritt und das unwürdige Feuerte Morgen klar beenden.
Freidenker10 20.01.2018
3.
Zitat von carahybaWie sie auch abstimmen, die SPD wird verlieren. Das ist das Ergebnis ihrer Politik der letzten zwei Dekaden. Ist nur die Frage ob sie sich wieder berappeln wird, in der GroKo wohl kaum. Die GroKo wird ziemlich sicher ihren Weg in die Bedeutungslosigkeit sein. In Holland und Frankreich, wo die Sozialdemokraten auch neoliberale Politik betreiben, war das auch nicht anders. Wahlergebnisse ca. 5%. Für neoliberale Politik braucht man keine Sozialdemokraten, da hat man schon CsU, FDP, Grüne und AFD.
Das muss aber nicht so kommen! Wenn die SPD endlich mal die gesellschaftspolitischen Probleme anpacken würde und sich auf ihre Wurzeln besinnen würde, hätte sie auch die Chance wieder über die 30% zu klettern davon bin ich überzeugt! VIele Leute lechzen nach sozialer Gerechtigkeit, nur wenn man sie ständig aus wahltaktischen Gründen opfert, verliert man eben an Vertrauen und das ist das derzeitige Problem der SPD. Hinzu kommt das Karrieregeile Personal das sich über das Wohl der Partei stellt! Ein Vorschlag wäre: Die Rente in die ALLE einzahlen müssen auch die Beamten wie in Österreich, allein dieses Thema würde die massen elektrisieren da bin ich mir sicher! Auch die Bürgerversicherung wird doch von vielen positiv gesehen, natürlich nicht von den privat versicherten und die haben eine mächtige Lobby. Kurz gesagt, die SPD muss sich einfach mal wieder trauen und ihre Hasenfüßigkeit ablegen, denn so wie derzeit agiert wird, stirbt die Partei den stillen Tod!
nekeos 20.01.2018
4. Sehr gut
diese Informationen. Dann fragt man sich nicht dauernd wann, was und wie viele. Die Lokalität hätte man auch noch nennen können. Und auch die Frage, ob die Delegierten schon am Samstag zusammenkommen. wäre interessant.
beob_achter 20.01.2018
5. Es ist der Klumpfuß!
Zitat von Freidenker10Das muss aber nicht so kommen! Wenn die SPD endlich mal die gesellschaftspolitischen Probleme anpacken würde und sich auf ihre Wurzeln besinnen würde, hätte sie auch die Chance wieder über die 30% zu klettern davon bin ich überzeugt! VIele Leute lechzen nach sozialer Gerechtigkeit, nur wenn man sie ständig aus wahltaktischen Gründen opfert, verliert man eben an Vertrauen und das ist das derzeitige Problem der SPD. Hinzu kommt das Karrieregeile Personal das sich über das Wohl der Partei stellt! Ein Vorschlag wäre: Die Rente in die ALLE einzahlen müssen auch die Beamten wie in Österreich, allein dieses Thema würde die massen elektrisieren da bin ich mir sicher! Auch die Bürgerversicherung wird doch von vielen positiv gesehen, natürlich nicht von den privat versicherten und die haben eine mächtige Lobby. Kurz gesagt, die SPD muss sich einfach mal wieder trauen und ihre Hasenfüßigkeit ablegen, denn so wie derzeit agiert wird, stirbt die Partei den stillen Tod!
Der verhindert die Beweglichkeit der SPD, und die beiden C-Parteien haben obendrein der SPD noch Fußfesseln angelegt! Der Lahme kann kein König sein unter diesen beiden "Blinden", die systematisch ihre Augen verschließen vor den wirklichen Problemen der Bürger! Statt dessen gibt es die Maut, 2% des BIP für Kriegsspielzeug - und die AFD, die von diesem absurden Theater profitiert!
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