"South Stream"-Projekt: SPD-Politiker Voscherau will Gazprom beraten

Er soll in den Aufsichtsrat ziehen, den Bau einer Pipeline nach Europa voranbringen: Hamburgs früherer SPD-Bürgermeister Henning Voscherau will den russischen Staatskonzern Gazprom beraten. Auch Altkanzler Schröder arbeitet für das Unternehmen.

Hamburgs Ex-Bürgermeister Voscherau: Pipeline-Projekt durchs Schwarze Meer Zur Großansicht
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Hamburgs Ex-Bürgermeister Voscherau: Pipeline-Projekt durchs Schwarze Meer

Moskau/Hamburg - Der russische Staatskonzern Gazprom kann sich über die Unterstützung eines weiteren prominenten Sozialdemokraten aus Deutschland freuen. Hamburgs früherer SPD-Bürgermeister Henning Voscherau bestätigte am Dienstag, dass er den Bau der South-Stream-Pipeline durch das Schwarze Meer vorantreiben will.

Wenn sich alle Gesellschafter darauf verständigten, sei er dazu bereit, sagte der 70-Jährige in Hamburg. Neben Voscherau ist Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) schon Vorsitzender des Aktionärsausschusses des Ostsee-Pipeline-Betreibers Nord Stream, an dem Gazprom 51 Prozent hält.

Gazprom-Chef Alexej Miller hatte in Moskau angekündigt, Voscherau bei der für April angesetzten Wahl des Aufsichtsrats zu nominieren. Er soll das Pipeline-Konsortium mit Sitz in Zug (Schweiz) leiten, an dem neben Gazprom (50 Prozent) auch die deutsche BASF-Tochter Wintershall (15 Prozent) beteiligt ist. Der Bau von South Stream, mit dem Russland mehr Gas nach Europa pumpen will, soll im Dezember starten. "Wir sind überzeugt, dass die Erfahrung und Autorität von Henning Voscherau helfen wird, dieses strategisch wichtige Projekt erfolgreich und termingerecht zu realisieren", hatte Miller am Montag erklärt. Voscherau war von 1988 bis 1997 Hamburger Bürgermeister.

Die EU treibt als Alternative zu der russischen Leitung die Nabucco-Pipeline voran, durch die Gas aus Zentralasien unter Umgehung Russlands transportiert werden soll. Durch South Stream zwischen Russland und Italien soll Südeuropa ab 2015 mit Erdgas versorgt werden. Das Projekt hat einen geschätzten Wert zwischen 8 und 25 Milliarden Euro. Die geplante Kapazität beträgt 63 Milliarden Kubikmeter im Jahr. Das sind etwa 35 Prozent des gesamteuropäischen Gasbedarfs.

Neben Gazprom profitieren auch weitere russische Unternehmen von deutschem Wissen. So sitzt der frühere Deutsche Bahn-Chef Hartmut Mehdorn im Aufsichtsrat der Russischen Staatsbahn RZD, und Ex-Wirtschaftsminister Wolfgang Clement ist Berater für die russische Energy Consulting.

fab/dpa/dapd

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