SPD-Sonderparteitag Gabriel übergibt an Schulz

Es sei der "fröhlichste und optimistischste Übergang zu einem neuen Parteivorsitz" überhaupt: Auf dem SPD-Parteitag hat Sigmar Gabriel sein Amt an Martin Schulz übergeben - und erfuhr Zuneigung wie selten zuvor.

Sigmar Gabriel (links) und sein Nachfolger Martin Schulz
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Sigmar Gabriel (links) und sein Nachfolger Martin Schulz


Jubel und Applaus zum Abschied: Nach fast siebeneinhalb Jahren hat SPD-Chef Sigmar Gabriel den Parteivorsitz an Martin Schulz abgegeben. "Es dürfte der fröhlichste und optimistischste Übergang zu einem neuen Parteivorsitz sein, den unsere Partei so in den letzten Jahrzehnten erlebt hat", sagte Gabriel am Sonntag auf einem Sonderparteitag in Berlin. "Es gibt keinen Grund für Melancholie." Der Aufbruch habe einen Namen, "und der heißt Martin Schulz".

Seit klar ist, dass Martin Schulz für die SPD als Kanzlerkandidat ins Rennen geht, hat die Partei in Umfragen stark zugelegt. Gabriels Verzicht zeige, wie sehr ihm Land und Partei am Herzen lägen, hatte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zum Auftakt des Sonderparteitags gesagt. Und gewandt an Gabriel: "Du kannst stolz auf dich sein."

Gabriel hatte als Parteichef viele Kritiker in der SPD, doch zum Abschied feierten seine Parteikollegen ihn begeistert. Er habe die Partei von 2009 an "wieder aufgerichtet" und ihr den Weg gezeigt, so Kraft. Die Sozialdemokraten hätten mit Gabriel an der Spitze viele Landtagswahlen gewinnen und im Bund viel durchsetzen können.

Das Amt des SPD-Vorsitzenden abzugeben, sei "sicher eine der schwersten Entscheidungen meines Lebens, aber auch eine der richtigsten" gewesen, so Gabriel in seiner Rede. Nur mit einem Wechsel zu Martin Schulz an der Parteispitze sei ein Aufbruch in der SPD glaubwürdig zu vollziehen. "Ich glaube, dass ich mit dieser Entscheidung und diesem Vorschlag der SPD am besten diene. Alle Vorsitzenden der SPD haben zuallererst für die Partei und nicht zuallererst für sich gearbeitet."

Den Jubel und langen Applaus seiner Partei nahm er sichtlich gerührt entgegen. Als Abschiedsgeschenk bekam er ein gezeichnetes Porträt des sozialdemokratischen Gründungsvaters August Bebel (1840-1913) überreicht. Das Bild solle ihn immer daran erinnern, "dass du einer der ganz Großen in der Tradition der Vorsitzenden der SPD warst", sagte sein Nachfolger Martin Schulz.

vet/dpa

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