Kampf um SPD-Spitze Herausforderin Lange attackiert Nahles

Am Sonntag wählen die Sozialdemokraten eine neue Parteichefin - mit großer Wahrscheinlichkeit Andrea Nahles. Gegenkandidatin Simone Lange hofft dennoch auf einen Neuanfang.

Simone Lange
DPA

Simone Lange


Am Sonntag wird in Wiesbaden eine neue SPD-Chefin gewählt. Andrea Nahles ist die klare Favoritin. Sie traut sich den Posten auch zu - allerdings gibt es da noch die Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange. Die parteiinterne Rivalin hat vor dem außerordentlichen Bundesparteitag der SPD ihren Anspruch auf den Parteivorsitz bekräftigt.

Lange warf Nahles im SWR vor, nicht die Voraussetzungen für den dringend nötigen Erneuerungsprozess der Sozialdemokraten zu haben. "Sie hat so oft schon den Erneuerungsprozess ausgerufen - zuletzt 2011 als Generalsekretärin die Erneuerung für abgeschlossen erklärt."

Stephan Weil kritisiert Führungskultur in der SPD

Lange sagte, Nahles habe mehrere Chancen gehabt, die Partei nach vorne zu bringen, "und es ist ihr nicht gelungen". Im Bayerischen Rundfunk sagte die Kommunalpolitikerin, vor allem nach dem langen Ringen um die Große Koalition habe ihre Partei ein Glaubwürdigkeitsproblem.

"Wir haben ja keine schlechten Antworten auf die Fragen dieser Gesellschaft. Aber die Menschen glauben uns das jetzt nicht mehr." Sie könne Glaubwürdigkeit besser als Nahles verkörpern, weil sie nicht schon 20 Jahre im Bundestag sitze.

Derweil kritisierte der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) die Führungskultur seiner Partei. "Da sind in der Vergangenheit Fehler gemacht worden. Manches ging zu schnell und wurde nicht transparent kommuniziert", sagte Weil dem "Handelsblatt". Das Teamspiel sei "ausbaufähig".



Sie wollen die Sonntagsfrage für den Bund beantworten? Stimmen Sie hier ab:


dop/AFP



insgesamt 54 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Ceebiscuit 20.04.2018
1. Lange wäre die Richtige
um die SPD aus dem Dunkel zu führen. Nahles ist eine Person, die den Untergang der SPD maßgeblich mitgetragen hat. Die SPD- Mitgleider müssen sich auch endlich vom dringenden Verdacht des Kadavergehorsams befreien und endlich einmal Entscheidungen treffen, die auch Änderungen in der Partei bewirken. Ansonsten wird die SPD nur immer mehr dahin siechen und weiterhin den Kurs auf 15 - x % beibehalten.
CatoUticensis 20.04.2018
2. Totschlagargument
Aus dem Artikel: "Derweil kritisierte der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) die Führungskultur seiner Partei. 'Da sind in der Vergangenheit Fehler gemacht worden. Manches ging zu schnell und wurde nicht transparent kommuniziert', sagte Weil dem "Handelsblatt". Das Teamspiel sei 'ausbaufähig'." Das sagt er ununterbrochen und findet, dass in der Grundausrichtung alles supi ist, man müsse nur anders mit der Basis und den Wählern sprechen.. Im Grunde meint er doch damit: Begebt Euch auf das Niveau der Deppen da draußen, dann werden alle sehen, wie super-duper der Scholz, die Nahles und der Heil sind! Wenn Mieten zu hoch, Hartz4-Regelungen viel zu krass und Berufe wie Krankenpfleger für Angestellte nicht mehr machbar sind, dann hat das nichts mit Kommunikation zutun, sondern damit, dass die gemachte Politik und die Agenda dahinter für einen Großteil der Gesellschaft nicht funktioniert.. allerdings kann man Weil auch nicht unterstellen, dass er wie ein Politiker mit sozialer Ader wirkt..
RalfHenrichs 20.04.2018
3. Erneuerung
soll laut Nahles ohne neue Personen, neue Ideen und neues Verhalten (wieder Eintritt in eine GroKo) stattfinden. Das kann und wird nicht funktionieren. Ob Lange eine Erneuerung herbeiführen kann, ist unsicher. Dass Nahles aber keine Erneuerung herbeiführen wird, ist sicher.
naschauenwirmal73 20.04.2018
4. Lange hat es gedauert...
....und endlich ist es soweit. Bei der SPD hat man eine Wahl. Frau Nahles ist die mit abstand schlechteste Wahl der SPD und Herr Schulz hat durch seine Nominierung von Frau Nahles den Eindruck erweckt dass es sich um eine Klüngelei handelt. SWi e hatte schon oft die Erneuerung ausgerufen - mit einem Ergebnis: die Wahlen fielen immer schlechter für die SPD aus. Liebe Frau Nahles vielleicht macht es Sinn eine Erneuerung mit neuem Personal durchzuführen. Ich bin zwar kein SPD Anhänger halte die SPD aber für zu wichtig als dass sie untergehen darf. Also tun sie sich, der SPD, und der Bevölkerung den Gefallen und machen Sie den Weg frei für eine wirkliche Erneuerung. Mit Glück zieht Frau Lange ein neues SPD Führungsteam nach, das dann auch bereit ist Führung zu übernehmen und nicht nur den Platz zu besetzen
monoman 20.04.2018
5. Scheinfefecht
Wie schon die Mitgliederbefragung, angeleiert von den aufmüpfigen Jusos, ob man denn weiter an der Krücke der GroKo gehen will, ist dies ein ähnliches Scheingefecht, dessen Ausgang bereits feststeht.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.