SPD Steinbrück offen für Kanzlerkandidatur

Peer Steinbrück wagt sich aus der Deckung: Der SPD-Politiker könnte sich vorstellen, 2013 Kanzlerkandidat seiner Partei zu werden. In Frage kämen allerdings noch zwei bis drei andere Personen, sagte er in einem Interview. Von Generalsekretärin Nahles gab es prompt einen Rüffel.

Peer Steinbrück: Schon lange als möglicher Kandidat gehandelt
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Peer Steinbrück: Schon lange als möglicher Kandidat gehandelt


Frankfurt am Main - Dass Peer Steinbrück Kanzler kann, daran glauben viele in der SPD. Aber ob der Ex-Finanzminister überhaupt will, ließ er bislang offen. Nun aber signalisierte Steinbrück erstmals seine grundsätzliche Bereitschaft, 2013 für seine Partei als Kanzlerkandidat anzutreten. "Der Zeitpunkt wird kommen, wo ich mich in Absprache mit zwei oder drei Führungspersönlichkeiten der SPD darüber zusammensetze", sagte er im Hessischen Rundfunk.

Steinbrück war schon mehrfach von SPD-Spitzenleuten als einer von mehreren möglichen Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2013 ins Gespräch gebracht worden. Eine Vorentscheidung darüber soll nach den Vorstellungen der SPD-Führung aber frühestens in einem Jahr fallen.

Der 64-Jährige würde bei einer Kandidatur nach eigenen Worten alles geben. "Wenn Sie sich entscheiden, für so etwas zu kandidieren, dann mit voller Kraft und mehr als 100 Prozent. Wenn, dann wollen Sie gewinnen und zwar mit jeder Faser Ihres Körpers", sagte Steinbrück. Er hoffe aber auch "ein guter Verlierer" sein zu können. Das könne er gut zu Hause üben, wo er seiner Frau regelmäßig beim Scrabble unterliege.

"Selbstausrufungen aus der Mode gekommen"

Steinbrücks Bekenntnis löste Kritik bei seinen Parteikollegen aus: "Selbstausrufungen sind in einer modernen demokratischen Partei wie der SPD aus der Mode gekommen", sagte Generalsekretärin Andrea Nahles dem "Tagesspiegel". "Debatten um Kanzlerkandidaten bewegen nur die Zeitungen, aber sie bewegen die Menschen nicht", sagte der Sprecher der SPD-Linken, Björn Böhning.

In der SPD selbst wird die Frage allerdings seit längerem diskutiert, endgültig klären will sie sie Ende 2012 oder Anfang 2013. Immer wieder fiel dabei auch der Name Steinbrücks. Zuletzt brachte Parteichef Sigmar Gabriel außerdem eine ganze Reihe anderer möglicher Bewerber ins Spiel. "Jeder gewählte Ministerpräsident ist ein denkbarer Kanzlerkandidat", hatte Gabriel kürzlich in einem Zeitungsinterview gesagt. Zu den SPD-Ministerpräsidenten zählen unter anderem Hannelore Kraft (Nordrhein-Westfalen), Klaus Wowereit (Berlin) und Kurt Beck (Rheinland-Pfalz). Daneben zählt Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz zu den Spitzen-Führungskräften in der Partei.

Ambitionen werden nicht zuletzt auch Gabriel selbst und Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier nachgesagt. Steinmeier war allerdings bereits 2009 erfolglos gegen Kanzlerin Angela Merkel angetreten.

yes/dpa/dapd/AFP



insgesamt 143 Beiträge
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Seite 1
Kalle, 14.05.2011
1. ??
Zitat von sysopPeer Steinbrück wagt sich aus der Deckung: Der SPD-Politiker*könnte sich vorstellen, 2013 Kanzlerkandidat seiner Partei zu werden. In Frage kämen allerdings noch zwei bis drei andere Personen, sagte er in einem Interview. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,762552,00.html
Wer? Frau Nahles? Herr Gabriel? Frau Schwesig? Herr Steinmeier?
NormanR, 14.05.2011
2. Frechheit
Eine Unverschämtheit, dass dieser Hartz IV-Wegbereiter ernsthaft eine Kanzlerkandidatur erwägt. Für wie strohdoof hält der die Bürger?? Weg mit diesem Heuchler.
kundennummer 14.05.2011
3. Kein Bilderberger
Sofern Herr Steinbrück nicht diesen Juni nach St. Moritz fliegt wird er KEIN BuKa. Dafür ist Herr Scholz bereits letztes Jahr in Sitges mit Marschpapieren versehen worden.
c++ 14.05.2011
4. .
Neben Steinmeier wohl der einzige denkbare Kandidat.
mitwisser, 14.05.2011
5. ja bitte, der lächelt immer so sympathisch
Zitat von sysopPeer Steinbrück wagt sich aus der Deckung: Der SPD-Politiker*könnte sich vorstellen, 2013 Kanzlerkandidat seiner Partei zu werden. In Frage kämen allerdings noch zwei bis drei andere Personen, sagte er in einem Interview. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,762552,00.html
Der Kavallerist ist der Beste der SPD? Jemand, der der Schweiz mit der Kavallerie drohte, nur weil er sein "eigenes" Steuersystem nicht reformieren konnte, will Kanzler werden. Ein Finanzminister, der 2008 die Weltwirtschaftskrise nicht erkannte. Einer, der den Mittelstand nicht entlastet hat. Denkt sich vermutlich, dass er beim Aussitzen etwas eleganter rüberkommt. Ach bitte, dann lieber Guttenberg, der wippt wenigstens so schön beim Gehen... Meine Güte - gibt es kein Anforderungsprofil mehr für eines der höchsten Ämter im Staate?
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