Fiskalpakt-Verhandlungen: SPD stellt harte Bedingungen

Das Ringen um den Fiskalpakt geht in die nächste Runde. Die SPD-geführten Bundesländer setzen laut der "Märkischen Allgemeinen Zeitung" hohe Hürden für ihre Zustimmung im Bundesrat. Sie verlangen, dass der Bund mögliche Strafzahlungen an die EU vollständig übernimmt.

Sigmar Gabriel (Archivbild): Der SPD-Chef fordert eine "verfassungsrechtliche Klarstellung"Zur Großansicht
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Sigmar Gabriel (Archivbild): Der SPD-Chef fordert eine "verfassungsrechtliche Klarstellung"

Postdam - Die SPD-geführten Bundesländer stellen offenbar harte Bedingungen für ihre Zustimmung zum Fiskalpakt im Bundesrat. Nach einem "abgestimmten Positionspapier", das der in Potsdam erscheinenden "Märkischen Allgemeinen Zeitung" vorliegt, verlangen sie, dass der Bund mögliche Strafzahlungen an die Europäische Union vollständig übernimmt. Bundeskanzlerin Angela Merkel braucht SPD und Grüne, um ihr wichtigstes europapolitisches Projekt, den Fiskalpakt für mehr Haushaltsdisziplin, durch Bundestag und Bundesrat zu bekommen.

Dem Blatt zufolge beziehe sich diese Forderung vor allem auf den Zeitraum bis 2020, denn bis dahin gehe der Fiskalpakt über die Vorschriften der deutschen Schuldenbremse hinaus. Weiterhin fordern die SPD-Länder, dass der Bund völlig auf eine Neuverschuldung verzichtet.

Schon am Donnerstag hatte die Opposition im Fiskalpakt-Poker gepunktet, die Koalition knickte an zentraler Stelle ein: Sie will sich für die Einführung einer Finanztransaktionsteuer einsetzen, auch wenn sie sich weder EU-weit noch in der gesamten Euro-Zone umsetzen lässt.

Gabriel: "Der Bund muss alle zusätzlichen Kosten übernehmen"

Auch SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte zuletzt die Ratifizierung des Fiskalpakts daran geknüpft, dass die Länder nicht belastet werden. "Der Bund muss alle zusätzlichen Kosten und Sparzwänge, die durch den Fiskalpakt auf die Länder und Kommunen zukommen, übernehmen. Dafür muss es eine verfassungsrechtliche Klarstellung geben", verlangt er in der Samstagsausgabe der Düsseldorfer "Rheinischen Post".

Zusammen mit Bayern, das einen entsprechenden Antrag bereits in den Bundesrat eingebracht hat, verlangen die SPD-geführten Länder auch, dass der Bund die bisher von den Kommunen aufgebrachten Leistungen für die Eingliederungshilfe von behinderten Menschen schrittweise übernimmt. 2010 erhielten rund 630.000 Personen diese Leistungen in einer Gesamthöhe von immerhin 12,4 Milliarden Euro.

Am Montag trifft sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) nach Informationen der "Märkischen Allgemeinen" mit seinen Länderkollegen, um über deren Forderungen zu verhandeln. Damit der Fiskalpakt in Deutschland ratifiziert werden kann, muss er nicht nur im Bundestag, sondern auch im Bundesrat mit Zweidrittelmehrheit beschlossen werden. Die Bundesregierung will das bis Ende Juni erreichen.

bos/dpa/AFP

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insgesamt 33 Beiträge
liebergast 08.06.2012
Merkel und Gabriel im Gesamtpaket. Leute haltet euer Geldbeutel fest oder näht in zu! Hier ist nichts mehr sicher!
Merkel und Gabriel im Gesamtpaket. Leute haltet euer Geldbeutel fest oder näht in zu! Hier ist nichts mehr sicher!
achim-bonn 08.06.2012
Naja, Gabriel muß ja dafür sorgen, daß hier in NRW Kraft/Löhrmann so richtig ungestraft zulangen können, einen ausgeglichenen Haushalt ohne Neuverschuldung bekommen die eh nicht hin. ;-))
Zitat von sysopDas Ringen um den Fiskalpakt geht in die nächste Runde. Die SPD-geführten Bundesländer setzen laut der "Märkischen Allgemeinen" hohe Hürden für ihre Zustimmung im Bundesrat. Sie verlangen, dass der Bund mögliche Strafzahlungen an die EU vollständig übernimmt. SPD stellt Bedingungen für ihre Zustimmung zum Fiskalpakt - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,837858,00.html)
Naja, Gabriel muß ja dafür sorgen, daß hier in NRW Kraft/Löhrmann so richtig ungestraft zulangen können, einen ausgeglichenen Haushalt ohne Neuverschuldung bekommen die eh nicht hin. ;-))
Soso, der Onkel Gabriel will keine Neuverschuldung. Und wer zahlt dann den ESM ? Ach so - Steuern und Abgaben rauf, und zusätzlich Autobahnmaut, Luftsteuer, Windsteuer, Pinkelsteuer, Pickelsteuer, graue Haare Steuer, [...]
Zitat von liebergastMerkel und Gabriel im Gesamtpaket. Leute haltet euer Geldbeutel fest oder näht in zu! Hier ist nichts mehr sicher!
Soso, der Onkel Gabriel will keine Neuverschuldung. Und wer zahlt dann den ESM ? Ach so - Steuern und Abgaben rauf, und zusätzlich Autobahnmaut, Luftsteuer, Windsteuer, Pinkelsteuer, Pickelsteuer, graue Haare Steuer, Körpergewichtssteuer, Sterbesteuer, Krankseinsteuer...... Ausnahme: Das Halten von Vorträgen angeblich kompetenter Personen zu angeblich wichtigen Themen für astronomisches Entgelt in erlauchtem Kreise bleibt von der Besteuerung ausgenommen.
handknauf 08.06.2012
Immer diese Berufspessimisten! Es geht um Deutschland! Also bitte! Aber zum Thema: Wie wäre es mit einer radikalen Diätenreduzierung? Ein schlanker Staat macht einen schlanken Fuß....
Zitat von Social_DistortionSteuern und Abgaben rauf, und zusätzlich Autobahnmaut, Luftsteuer, Windsteuer, Pinkelsteuer, Pickelsteuer, graue Haare Steuer, Körpergewichtssteuer, Sterbesteuer, Krankseinsteuer......
Immer diese Berufspessimisten! Es geht um Deutschland! Also bitte! Aber zum Thema: Wie wäre es mit einer radikalen Diätenreduzierung? Ein schlanker Staat macht einen schlanken Fuß....
localpatriot 09.06.2012
Die Kinder bestehen darauf dass der Vater zukuenftige Strafen uebernimmt. Der Metzger schneider mit der rechten Hand die Finger der Linken ab, nur vorsichtshalber. Das ist doch der Schattenkampf der Kuscheltiere. Weiter so [...]
Die Kinder bestehen darauf dass der Vater zukuenftige Strafen uebernimmt. Der Metzger schneider mit der rechten Hand die Finger der Linken ab, nur vorsichtshalber. Das ist doch der Schattenkampf der Kuscheltiere. Weiter so SPD, auch Kuschelkaempfe lassen sich in Parolen umwandeln 'Das Ringen um den Fiskalpakt geht in die nächste Runde. Die SPD-geführten Bundesländer setzen laut der "Märkischen Allgemeinen Zeitung" hohe Hürden für ihre Zustimmung im Bundesrat. Sie verlangen, dass der Bund mögliche Strafzahlungen an die EU vollständig übernimmt.' Zitat von SPON. Ein neuer Tiefpunkt fuer die SPD.
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  • Freitag, 08.06.2012 – 20:29 Uhr
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So funktioniert der Rettungsfonds ESM
Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) kann bis zu 500 Milliarden Euro an Hilfsgeldern vergeben. Nur 80 Milliarden Euro davon werden wirklich eingezahlt, der Rest sind Garantien. Nicht angerechnet werden die bereits vergebenen Hilfen aus dem vorläufigen Rettungsfonds EFSF sowie bilaterale Kredite der Euro-Staaten an Griechenland.






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