Posse in Niedersachsen: SPD stellt Wahlplakate zu früh auf

Eigentlich wollten die Parteien in Niedersachen auf Plakate im Advent verzichten - keine Wahlwerbung vor dem 27. Dezember, so war die Vereinbarung. Die haben die Sozialdemokraten nun gebrochen. Die Kirche ist empört, die Genossen rudern zurück.

Hannover - Zwei Monate vor der Landtagswahl wird das Klima in Niedersachsen rauer, SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil attackiert CDU-Regierungschef David McAllister zunehmend schärfer, zuletzt auf dem Parteitag in Wolfsburg. Jetzt sorgen die Sozialdemokraten für Aufregung, weil sie bereits Wahlplakate aufgehängt haben, obwohl die Parteien vereinbart haben, dies bis zum 27. Dezember nicht zu tun - aus Respekt für die Advents- und Weihnachtszeit.

So lächelte am Mittwoch zum Beispiel Doris Schröder-Köpf, SPD-Kandidatin und Ehefrau von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder, in Hannover die Wähler von einem Plakat an - und das direkt vor der CDU-Zentrale. Auch Bilder von Stephan Weil waren in der Landeshauptstadt zu sehen. Anscheinend wussten einige Ortsvereine nichts von der Absprache ihrer Parteiführung.

Der frühe Wahlkampfstart der Herausforderer verärgert die Christdemokraten. "Die Bürger wollen in der Vorweihnachtszeit nicht mit Wahlkampf belästigt werden", sagte Dirk Herrmann, CDU-Sprecher SPIEGEL ONLINE. Nachziehen wolle seine Partei nicht: "Wir respektieren das. Wir hätten uns gewünscht, dass die SPD sich auch an die Vereinbarung hält." FDP-Generalsekretär Gero Hocker nannte es "eine Frage des Stils", auf die Plakatflut in der Adventszeit zu verzichten.

Der Präsident des Landeskirchenamts in Hannover, Burkhard Guntau, kritisierte die frühe Wahlwerbung der SPD: "Ich habe kein Verständnis dafür, dass einige Parteien beziehungsweise Ortsvereine diesen Respekt vor besonderen Zeiten nicht aufbringen können." Der Leiter des Katholischen Büros Niedersachsen, Felix Bernard, sagte, die Advents- und Weihnachtszeit sei eine besondere Zeit, in der die Menschen sich auf Ruhe und Besinnung freuten und die nicht politisiert werden sollten.

Die Sozialdemokraten reagierten am Mittwoch: "Wir haben darum gebeten, bereits aufgestellte Plakate abzunehmen und erst ab dem 27. Dezember zu plakatieren", sagte ein Sprecher. Die heiße Phase des Wahlkampfes beginne erst nach Weihnachten.

heb/dpa

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insgesamt 10 Beiträge
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1. optional
uezegei 22.11.2012
Die Kirche ist empört ?? Lachhaft. Zwischen all den grusigen Ami-Santa-Clauses, unseligen Lichterketten und Werbe- und Konsumterror fallen so ein paar Wahlplakate doch nun wirklich nicht ins Gewicht..
2. Advent ?
laosichuan 22.11.2012
Halten Wahlplakate vom Einkaufen ab ? Es kann doch wohl nicht sein, daß Religion wichtiger ist als Politik.
3. Der weihnachtliche..
silberwolf 22.11.2012
..Konsumterror und die Heuchelei der Kirche ist mindestens 10mal schlimmer als Wahlplakate.
4. Wie bitte?!
der andere 22.11.2012
Zitat von laosichuanHalten Wahlplakate vom Einkaufen ab ? Es kann doch wohl nicht sein, daß Religion wichtiger ist als Politik.
Was haben den Wahlplakate mit Politik zu tun? Ich finde es gut, nicht jetzt schon mit diesen nervigen Plakaten bombadiert zu werden. Wer seine Wahlentscheidung von Wahlplakaten abhängig macht, der sollte eigentlich nicht entscheiden dürfen, denn der ist ein Opfer von Wahlversprechen...!
5. Schuld sind jetzt wieder die anderen
wuselbaer 22.11.2012
Erst legt die CDU/FDP den Wahltermin so ungünsig, dass der Wahlkampf mitten in der Vorweihnachtszeit stattfindet und nun regt sie sich auf, wenn andere Parteien nun den Wahlkampf starten. Man hätte schon im Oktober oder November wählen können. Gerade kleine Parteien sollten, so die Absicht dahinter, durch den Januar Termin benachteiligt werden.
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