Dreikönigstreffen in Stuttgart: Opposition sieht Ende der Ära Rösler

Philipp Rösler ist schwer angeschlagen - und ein dankbares Ziel für Angriffe aus der Opposition. Grüne und SPD sehen im Dreikönigstreffen eine Abschiedsveranstaltung für den FDP-Chef. Rösler, so die Opposition, werde spätestens nach der Landtagswahl in Niedersachsen abgelöst.

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Parteichef Rösler: Grunde und SPD sprechen von "Abschiedsveranstaltung"

Berlin/Stuttgart - Die FDP bereitet sich nach Einschätzung von SPD und Grünen auf den Abgang von Parteichef Philipp Rösler vor. "Nach dem Dreikönigstreffen ist klar: Philipp Rösler wird nach der verlorenen Niedersachsen-Wahl schnell abgelöst", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann. Neuer "Übergangs-Parteivorsitzender" werde wohl FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle, der "die Scherben der jungen Garde aufzusammeln" habe.

Die Grünen teilen diese Einschätzung. "Stuttgart ist die Abschiedsveranstaltung für Rösler. Seine Tage und die der FDP sind gezählt", sagte Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt. Die aufmunternden Worte für Rösler bei dem Treffen seien "an Scheinheiligkeit kaum zu überbieten". Die Liberalen hätten im Umgang mit Rösler jeden Anstand vermissen lassen.

Nach heftiger innerparteilicher Kritik an Rösler hatte ihm die Parteispitze in Stuttgart größtenteils den Rücken gestärkt. Allerdings hatte es auch Kritik gegeben, besonders Entwicklungsminister Dirk Niebel rechnete mit der Parteiführung ab. Eine direkte Ablösung Röslers forderte er aber auch nicht.

In Stuttgart trat die Nervosität der Partei offen zutage. Rösler rief seine parteiinternen Kritiker zur Ordnung und warnte sie davor, die Chancen der FDP bei der Niedersachsen-Wahl zu gefährden. Die Abstimmung am 20. Januar gilt auch als entscheidend für Röslers Zukunft an der Parteispitze. Sollte die FDP den Einzug in den Landtag verpassen, gilt sein Rücktritt als kaum noch zu vermeiden. Für den Fall, dass Rösler auch bei einer Pleite weitermachen sollte, erwägen mehrere FDP-Landesverbände offenbar, nach der Niedersachsen-Wahl einen Sonderparteitag einzuberufen.

In seinem Redemanuskript hatte Rösler ursprünglich eine schärfere Mahnung formuliert. Dort war von der "Profilierungssucht Einzelner" die Rede, die die Wahlaussichten der FDP gefährde. In seiner Ansprache griff Rösler diese Formulierung aber nicht mehr auf, mit der er auf den offenen Streit der vergangenen Tage über seine Führungsqualitäten anspielte.

ulz/dpa/dapd

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insgesamt 3 Beiträge
Dio_genes 06.01.2013
Reicht es nicht, wenn Medien wie die BILD alberne Superlative benutzt? Das ist unsagbar unseriös. Warum spricht spon in der Überschrift von der Ära Rösler? Wikipedia beschreibt eine Ära wie folgt: Von einer neuen Ära spricht [...]
Reicht es nicht, wenn Medien wie die BILD alberne Superlative benutzt? Das ist unsagbar unseriös. Warum spricht spon in der Überschrift von der Ära Rösler? Wikipedia beschreibt eine Ära wie folgt: Von einer neuen Ära spricht man, wenn ein bedeutendes Ereignis oder eine Entdeckung oder Erfindung das bisherige Leben bzw. die Lebensumstände vieler oder gar aller Menschen nachhaltig verändert. Es beinhaltet grundsätzlich eine positive oder neutrale Bewertung dieses Zeitalters. ... Vom Ende einer Ära ist oft die Rede beim Ausscheiden einer Persönlichkeit aus einem Amt oder bei deren Tod, die zu ihren Lebzeiten die Politik, die Wirtschaft, die Musik usw. maßgeblich mitgeprägt hat. So spricht man von der Ära Adenauer, der Ära Ludwig Erhard und der Ära Helmut Kohl in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, die jeweils mit deren Abgang aus der Politik endeten. Fipsi Rösler dagegen ist bis dato noch nicht mal 20 Monate Parteivorsitzender einer Minipartei. Er hat die Partei bei knapp 4 Prozent (Z. B. Emnid-Umfrage vom 24.04.11) vom Schreihals Westerwelle übernommen, welcher die Partei in kurzer Zeit wegen Klientelpolitik und Beleidigungen des Wahlvolkes zerstört hat. Rösler hat es zwar geschafft, die FDP bei 4 % zu stabilisieren, aber eine Ära sieht anders aus :-)
mattoregiert 06.01.2013
..er reit sich ein, in Liga der Westerwelle,wulff,guttenberg,..man weiß schon nicht mehr wie die sich alle schreiben.Wo bleib nur der Nachwuchs?Jedenfalls ,dem demographischen Wandel Rechnung tragend ,heben sie nun wieder ein [...]
..er reit sich ein, in Liga der Westerwelle,wulff,guttenberg,..man weiß schon nicht mehr wie die sich alle schreiben.Wo bleib nur der Nachwuchs?Jedenfalls ,dem demographischen Wandel Rechnung tragend ,heben sie nun wieder ein Fossil aufs Schild...
luxus64 07.01.2013
die FDP hatte mit ihrer Lügen Wahl 2009 die FDP selber ins Aus gebracht. Wer einmal Lügt dem glaubt man nicht . Genau so ist es mit der FDP: An dem Untergang ist auch die Merkeln mit Schuld. Wenn die von der FDP das nicht [...]
die FDP hatte mit ihrer Lügen Wahl 2009 die FDP selber ins Aus gebracht. Wer einmal Lügt dem glaubt man nicht . Genau so ist es mit der FDP: An dem Untergang ist auch die Merkeln mit Schuld. Wenn die von der FDP das nicht gemerkt haben das sie von CDU/CSU nur verarscht wurde. Ohne der FDP hätte doch die Merkeln 2009 gar nicht Kanzlerin hätte werden können. FDP selber Schuld wenn sie aus dem Keller nicht raus kommen.
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  • Sonntag, 06.01.2013 – 17:12 Uhr
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Das Wahljahr 2013
Die Niedersachsen haben entschieden - allerdings sehr knapp. Ein hauchdünner Vorsprung von einem Mandat für eine rot-grüne Koalition ermöglicht es dem SPD-Herausforderer Stephan Weil, den erst seit 2010 amtierenden David McAllister (CDU) als Regierungschef abzulösen. Nach dem anstehenden Machtwechsel zu Rot-Grün wird Schwarz-Gelb nur noch über 15 der 69 Stimmen im Bundesrat verfügen. Die schwächelnde FDP erreichte mit 9,9 Prozent der Stimmen ein sehr starkes Ergebnis - profitierte dabei aber von vielen strategisch wählenden CDU-Anhängern. Dennoch: Durch den Erfolg bleibt Philipp Rösler vorerst Parteichef, Fraktionschef Rainer Brüderle übernimmt lediglich die Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl.




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