Wahlkampf SPD und Grüne versprechen gleiche Bezahlung von Frauen und Männern

Deutschland benötigt eine "Revolution im Verhältnis der Geschlechter" - so fordern es SPD-Chef Gabriel und die Grünen-Vorsitzende Roth. Im Fall eines Wahlsieges wollen sie die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern durchsetzen.

Sigmar Gabriel und Claudia Roth (Archivbild): Pläne für Entgeltgleichheitsgesetz
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Sigmar Gabriel und Claudia Roth (Archivbild): Pläne für Entgeltgleichheitsgesetz


Berlin - SPD und Grüne haben scharfe Kritik an der Frauenpolitik der Bundesregierung geübt. Schwarz-Gelb sei damit beschäftigt, "auf europäischer Ebene eine Sperrminorität gegen die weichgespülte Frauenquote der EU-Kommission zu organisieren", schreiben Sigmar Gabriel und Claudia Roth, die Parteichefs von SPD und Grünen, in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Rundschau".

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe "immer noch nicht verstanden, dass mit der Quote der Wirtschaftsstandort erheblich gestärkt werden könnte", heißt es in dem Text. Die Bundesregierung hatte sich darauf verständigt, die EU-Pläne zur Frauenquote zu bekämpfen. Deutsche EU-Diplomaten wurden angewiesen, in den Verhandlungen in Brüssel gegen die Kommissionspläne zu stimmen. EU-Justizkommissarin Viviane Reding hatte vorgeschlagen, dass ab 2020 in den Aufsichtsräten von Großunternehmen 40 Prozent der Posten mit Frauen besetzt sein sollten.

Gabriel und Roth kündigten jetzt an, dass sie im Fall einer gemeinsamen Regierungsbildung nach der Bundestagswahl am 22. September eine gleiche Bezahlung von Frauen und Männern durchsetzen wollen. Es gehe um ein Entgeltgleichheitsgesetz, "das mit dem Skandal aufräumt, dass Frauen in Deutschland im Durchschnitt 22 Prozent weniger verdienen als Männer", schrieben die beiden Politiker in ihrem gemeinsamen Beitrag. "Klar ist: Wir brauchen eine Revolution im Verhältnis der Geschlechter untereinander und bei der Verbindung von Familie und Arbeitswelt - auch dafür treten wir als Grüne und SPD an."

Auf eine Lohnlücke von 22 Prozent kommt nur, wer alle individuellen Faktoren - also Berufswahl, Qualifikation, Auszeiten aus dem Erwerbsleben - außen vor lässt. Die bereinigte Lohnlücke, die solche Aspekte berücksichtigt, liegt je nach Berechnung immer noch bei bis zu acht Prozent.

Auch EU-Justizkommissarin Reding kritisierte die Bundesregierung. "Die Frauen in Europa haben ein besseres 'Geschenk' zum Weltfrauentag verdient, als ein Nein Deutschlands zur Quote", sagte sie der "Bild"-Zeitung.

hen/yes/dpa/Reuters

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insgesamt 87 Beiträge
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Seite 1
wodan2000 08.03.2013
1. Was wird das Ergebnis sein?
Ganz einfach, Frauen werdenauch in Zukunft nicht mehr verdienen!! Sondern die Maenner weniger. So wird das Prinzip der Gleichbezahlung umgesetzt und die Wirtschaft kann Kosten senken.
geishapunk 08.03.2013
2.
Zitat von sysopDPADeutschland benötigt eine "Revolution im Verhältnis der Geschlechter" - so fordern es SPD-Chef Gabriel und die Grünen-Vorsitzende Roth. Im Fall eines Wahlsieges wollen sie die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern durchsetzen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/spd-und-gruene-versprechen-gleiche-bezahlung-von-frauen-und-maennern-a-887584.html
Es soll etwas durchgesetzt werden das es längst gibt! Aber schön das die (jetzt nur noch und längst widerlegte) 22%-Lüge weiter als Sau durchs Dorf getrieben wird. Und wenn ich Begrifflichkeiten wie "Entgeltgleichheitsgesetz" schon lese wird mir speiübel und ich muß an Systeme denken die wenig mit Demokratie zu tun haben. SPD und Grüne sollen doch einfach so ehrlich sein und sagen das sie nicht von Männern gewählt werden wollen.
e-ding 08.03.2013
3. ...
Zitat von sysopDPADeutschland benötigt eine "Revolution im Verhältnis der Geschlechter" - so fordern es SPD-Chef Gabriel und die Grünen-Vorsitzende Roth. Im Fall eines Wahlsieges wollen sie die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern durchsetzen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/spd-und-gruene-versprechen-gleiche-bezahlung-von-frauen-und-maennern-a-887584.html
Tja Mädels, einfach mal regelmäßig und selbstbewusst nach mehr Geld fragen, dann ist zumindest die halbe Miete geschafft und ich muss nicht ständig etwas von Claudia und Gabriel lesen.
gestandeneFrau 08.03.2013
4. ...
Zitat von sysopDPADeutschland benötigt eine "Revolution im Verhältnis der Geschlechter" - so fordern es SPD-Chef Gabriel und die Grünen-Vorsitzende Roth. Im Fall eines Wahlsieges wollen sie die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern durchsetzen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/spd-und-gruene-versprechen-gleiche-bezahlung-von-frauen-und-maennern-a-887584.html
Titelthema bei Spon am 26.09.2013: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern. MfG
herecomesthebut 08.03.2013
5. So ein Blödfug
Bei gleicher Arbeit soll bitte gleich bezahlt werden, aber dass der Großteil des Gehaltsunterschiedes auf ungleiche Arbeit zurückzuführen ist, ist doch längst belegt. Warum kümmert man sich nicht mal um richtige Benachteiligungen?
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