Parteienstudie Vor allem die SPD verliert Mitglieder

Der SPD haben 2015 so viele Mitglieder den Rücken gekehrt wie keiner anderen Partei in Deutschland. Insgesamt verloren die Parteien seit 1990 die Hälfte ihrer Basis.

SPD-Chef Gabriel
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SPD-Chef Gabriel


Bei den etablierten Parteien in Deutschland hat die SPD im vergangenen Jahr den stärksten Mitgliederschwund verzeichnet. Die Zahl der Mitglieder ging im Vergleich zum Vorjahr um 3,7 Prozent auf 442.814 zurück. Das ergab eine Parteienstudie des Politikwissenschaftlers Oskar Niedermayer, aus der die Zeitungen der Funke Mediengruppe zitieren.

Demnach mussten auch alle anderen etablierten Parteien einen Rückgang hinnehmen. Als einzige Partei schrumpfte die SPD den Angaben zufolge flächendeckend in allen Bundesländern. Damit verliere sie auch ihre Position als mitgliederstärkste Partei an die CDU - die komme mit einem Minus von 2,9 Prozent jetzt auf 444.400 Mitglieder. Die CSU registrierte demnach ein Minus von 1,5 Prozent (144.360), die FDP habe 3,2 Prozent (53.197) verloren.

Die Grünen verbuchten laut Niedermayer im zweiten Jahr in Folge einen Verlust, dieses Mal von 1,5 Prozent auf 59.418. Für die Linke kam der Berliner Parteienforschers auf einen Mitgliederrückgang von 2,6 Prozent auf 58.989.

Die Studie zieht auch eine langfristige Bilanz: Demnach haben die Parteien seit 1990 zusammen die Hälfte ihrer Basis verloren - ihr Mitgliederbestand schrumpfte demnach von 2,4 Millionen im Jahr 1990 auf heute 1,2 Millionen. Hauptursache sei die Überalterung. Das Durchschnittsalter der Mitglieder liege quer durch die Parteien zwischen 50 und 60 Jahren.

Die AfD wird in der Untersuchung nicht aufgeführt. Niedermayer begründete dies der Zeitung zufolge mit fehlendem Datenmaterial. Die AfD verzeichnet nach eigenen Angaben weiter einen deutlichen Mitgliederzuwachs.

Aktuell allerdings verlieren die Rechtspopulisten in der Bevölkerung an Zustimmung. Im wöchentlichen Insa-Meinungstrend für die "Bild"-Zeitung büßte die AfD zwei Prozentpunkte ein und sank auf 12,5 Prozent. Jeder siebte Anhänger habe der Partei den Rücken gekehrt, sagte der Chef des Demoskopieinstituts Insa, Hermann Binkert und verwies auf die Konflikte und das Chaos bei der AfD in Baden-Württemberg.

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aar/anr/AFP/dpa

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