Parteitag im April Nahles derzeit offenbar einzige Kandidatin für SPD-Vorsitz

Am 22. April wird bei der SPD gewählt - mehrere Basismitglieder hatten ihre Kandidatur für den Parteivorsitz gegen Fraktionschefin Andrea Nahles angekündigt. Doch offenbar erfüllt nur sie die Voraussetzungen.

Andrea Nahles
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Die SPD-Basis ist sauer auf die Führungsriege: Erst das katastrophale Ergebnis bei der Bundestagswahl von 20,5 Prozent, dann das Hin und Her um die GroKo und schließlich der Rücktritt von Martin Schulz. Danach wollten einige Mitglieder beim SPD-Parteitag am 22. April nicht einfach die Kandidatin des Bundesvorstands, Andrea Nahles, als ihre neue Vorsitzende abnicken.

Gleich mehrere Kommunalpolitiker kündigten also an, ebenfalls anzutreten - zuletzt das einfache SPD-Mitglied Mario Lavan aus dem rheinland-pfälzischen Waldlaubersheim. Doch keiner von ihnen erfülle derzeit die Voraussetzungen für eine Kandidatur, berichten Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Außerdem wollen laut einem Bericht der "Welt" zwei der Kandidaten, Udo Schmitz und Dirk Diedrich, nicht mehr antreten.

Im Video: Andrea Nahles Kampf um die Basis

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Keiner der Bewerber kann Voraussetzungen derzeit erfüllen

"Beim SPD-Parteivorstand liegen mehrere Mails mit Ankündigungen vor", sagte eine SPD-Sprecherin der Mediengruppe. Für eine wirksame Kandidatur für den SPD-Vorsitz sei aber ein Personalvorschlag nötig, der nach der SPD-Wahlordnung durch mindestens drei Ortsvereine unterstützt werden müsse. Diese Hürde habe bislang keiner außer der Fraktionschefin Nahles erfüllt.

Nach Informationen aus Parteikreisen sind momentan bundesweit neun SPD-Mitglieder bekannt, die sich für den Vorsitz bewerben wollen, darunter die Flensburger Oberbürgermeisterin und GroKo-Gegnerin Simone Lange, die an der Parteibasis einigen Zuspruch erhält. Aber auch Lange habe noch keine drei Ortsvereine hinter sich versammelt.

Schon am Sonntag steht eine wichtige Entscheidung in der SPD an: Die Basis stimmt darüber ab, ob die Partei erneut in eine Große Koalition eintritt. Die Führung ist zuversichtlich, dass die Mitglieder für den Koalitionsvertrag stimmen werden. Sollte das nicht der Fall sein, wird die Personaldebatte wohl neu entfacht.



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höh/AFP



insgesamt 97 Beiträge
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Seite 1
soerenschein 02.03.2018
1. Wie wäre es mit Kevin Kühnert?
Sollte die SPD tatsächlich in diese GroKo gehen, wäre die vielleicht einzige Chance, die SPD in der Regierung zu erneuern, den Parteivorsitz Kevin Kühnert anzuvertrauen. Mit Nahles kommt alles, nur kein frischer Wind in die SPD.
mirage122 02.03.2018
2. Nur das nicht!
Die SPD demontiert sich selbst. Merken die eigentlich noch etwa? Frau Nahles ist weder innerhalb der Partei noch in der Öffentlichkeit Mehrheits-fähig. Schlimmer kann es eigentlich nicht werden.
lupo44 02.03.2018
3. es ist einfach Tragisch das diese alte Partei anno 2018......
leider einer ungewissen Zeit entgegen sehen wird die einfach Hausgemacht ist von den Funktionären. Auch im Fernsehen erfährt man in Talkchows immer mehr über die Uneinigkeit und der Fehlinterpretation einiger heutiger Parteigrößen.Es wird sich sehrschnell zeigen welche Konsequenzen diese Entscheidung einer erneuten GROKO für die SPD haben wird. Leider keine Guten!!!
Kurt2.1 02.03.2018
4. .
Woher weiß Spon, dass die Basis sauer ist. Ich denke, es gibt ausreichend Mitglieder, für die es genau so läuft, wie sie es möchten. Die Mitgliederbefragung im Sinne der Führung und vieler ungenannter Mitglieder könnte in ihrem Sinne entschieden werden, wie auch die Wahl von Frau Nahles zur Parteivorsitzenden nicht zu scheitern scheint. Die einzige Unzufriedenheit sehe ich in der Uneinigkeit innerhalb der Partei.
Havel Pavel 02.03.2018
5. Super Idee!
Die nächste SPD-Untergangskandidatin übernimmt das Ruder. Da kann ja dem Endspurt wohl kaum noch was im Wege stehen.
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