Fall Christian Wulff: SPD will Leistungen für Ex-Präsidenten deckeln

Als Staatsoberhaupt nur die halbe Amtszeit leisten, aber volle Bezüge kassieren? Ein Fall Christian Wulff soll sich nach Willen der SPD nicht wiederholen. Die Partei will die Leistungen für Bundespräsidenten neu regeln - und unter anderem den Höchstbetrag begrenzen.

Schloss Bellevue (im März 2012): Klare Forderung der SozialdemokratenZur Großansicht
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Schloss Bellevue (im März 2012): Klare Forderung der Sozialdemokraten

Berlin - Die SPD verlangt langfristige Konsequenzen aus der Affäre um den zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff. Laut den Sozialdemokraten müssen die Leistungen für ehemalige deutsche Staatsoberhäupter neu geregelt werden. Der haushaltspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Carsten Schneider, sagte der "Süddeutschen Zeitung": "Herr Wulff hat seine Amtszeit nicht einmal zur Hälfte geleistet, und er hat durch seinen Umgang mit der Wahrheit dem höchsten Amt im Staat schweren Schaden zugefügt."

Wulff war Anfang des Jahres im Zuge einer Medien- und Kreditaffäre nach nur 20 Monaten im Amt zurückgetreten. Die SPD halte eine Gleichbehandlung mit seinen Vorgängern "nicht für akzeptabel", heißt es nun. Bundespräsidenten, die ihre erste Amtszeit vorzeitig beenden, sollten nach ihrem Ausscheiden nur noch so lange Anspruch auf Sach- und Personalleistungen haben, wie sie im Amt waren. Den Anspruch auf eine unbefristete Nutzung dieser Leistungen solle es erst von einer vollen Amtsperiode an geben, sagte der SPD-Abgeordnete.

Nach dem Willen der SPD soll außerdem für Wulff und alle künftigen Ex-Präsidenten der Umfang der jährlichen Leistungen begrenzt werden. "Aufgrund der bisherigen Erfahrungen erscheint eine Deckelung auf 300.000 Euro angemessen", heißt es laut Zeitung in dem SPD-Vorschlag. Darin enthalten seien "ein Dienstfahrzeug mit Fahrer, weiteres Personal, Reisekosten und ein Büro mit entsprechender Ausstattung".

Weiteres Personal können Sekretärinnen, Sachbearbeiter oder Referenten sein. Darüber hinausgehender Bedarf könnte im Rahmen der Haushaltsberatungen zusätzlich gewährt werden.

Derzeit liegen dem Bericht zufolge nur Horst Köhler und Richard von Weizsäcker über der 300.000-Euro-Marke. Die Ortswahl für ihre Büros will die SPD den ehemaligen Bundespräsidenten selbst überlassen, da eine Unterbringung in Räumen des Bundestages nicht kostengünstiger sei. Bisher können die Bundespräsidenten ihre Büros selbst aussuchen. Die Koalition will dies jedoch ändern und sie in Räumlichkeiten des Bundestages unterbringen.

Auch die Grünen hatten Anfang Oktober nach SPIEGEL-Informationen eine neue Regelung für die Bezüge von ehemaligen Bundespräsidenten verlangt.

jok/dpa/AFP

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insgesamt 113 Beiträge
Ein Skandal ist, daß der Kerl soviel Geld bekommt, wie ein Arbeitnehmer auch mit privater Rentenversicherung in 100 Beitragsjahren nicht erreichen kann. Der viel größere ist, daß er seine Bewilligung von seinen Spezis im [...]
Ein Skandal ist, daß der Kerl soviel Geld bekommt, wie ein Arbeitnehmer auch mit privater Rentenversicherung in 100 Beitragsjahren nicht erreichen kann. Der viel größere ist, daß er seine Bewilligung von seinen Spezis im Bundespräsidialamt bekommen hat (aus politischen Gründen zurückgetreten, von wegen). Man vergleiche das mit dem Fall Ponader (Piraten), der als Freiberufler 1/3 seiner Zeit ALG bezogen und schließlich auch darauf verzichtet hat und u.a. vom SPON wenigstens einmal die Woche sogar dafür angegriffen wird. Was Deutschland braucht ist Transparenz und Demokratie in der Politik.
ronald1952 31.10.2012
einzige was die SPD will ist die nächste Wahl gewinnen um im Bundestag wieder das sagen zu haben. Aber keine Sorge, seit Schröder und Fischer stehen die Deutschen Wähler der SPD sehr misstrauisch gegenüber. Und mit Steinbrück [...]
Zitat von sysopAls Staatsoberhaupt nur die halbe Amtszeit leisten, aber volle Bezüge kassieren? Ein Fall Christian Wulff soll sich nach Willen der SPD nicht wiederholen. Die Partei will die Leistungen für Bundespräsidenten neu regeln - und unter anderem den Höchstbetrag begrenzen. SPD will Bezüge für Bundespräsidenten neu regeln - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/spd-will-bezuege-fuer-bundespraesidenten-neu-regeln-a-864392.html)
einzige was die SPD will ist die nächste Wahl gewinnen um im Bundestag wieder das sagen zu haben. Aber keine Sorge, seit Schröder und Fischer stehen die Deutschen Wähler der SPD sehr misstrauisch gegenüber. Und mit Steinbrück dem verkappten Schwarzen, kann die SPD sowieso keine Wahl gewinnen. schönen Tag noch,
unangepasst 31.10.2012
....für zu wenig Leistung sind bei unserer Regierung doch der Regelfall! Eben wegen der geringen Leistung fürs Volk bleibt ja so viel Zeit für gut dotierte Nebenverdienste! Unverständlich auch, wieso wir Deutschen uns einen [...]
....für zu wenig Leistung sind bei unserer Regierung doch der Regelfall! Eben wegen der geringen Leistung fürs Volk bleibt ja so viel Zeit für gut dotierte Nebenverdienste! Unverständlich auch, wieso wir Deutschen uns einen Bundespräsidenten überhaupt leisten wollen. Wir brauchen keinen Leithammel! Kostet nur Geld, welches an anderer Stelle viel nötiger gebraucht wird! Wir brauchen keinen Leithammel! Anders sieht es vielleicht dann in ein paar Jahren aus, wenn dann die Mehrzahl der Deutschen aus türkischstämmigen Deutschen besteht. Aber bis dahin ist ja noch ein wenig Zeit.
h.hass 31.10.2012
Wieso wird nicht die lebenslange Alimentierung in Frage gestellt? Hier wird doch nur Kosmetik betrieben, um die Wähler zu verar...en...
Wieso wird nicht die lebenslange Alimentierung in Frage gestellt? Hier wird doch nur Kosmetik betrieben, um die Wähler zu verar...en...
peter_30201 31.10.2012
Das Ganze soll doch die Affäre nicht vergessen machen, um Angela Merkel in Misskredit zu bringen. Als ob sich dafür nichts handfesteres finden würde; eine interessante Bewertung der Koalitionsarbeit durch die SPD. An den [...]
Das Ganze soll doch die Affäre nicht vergessen machen, um Angela Merkel in Misskredit zu bringen. Als ob sich dafür nichts handfesteres finden würde; eine interessante Bewertung der Koalitionsarbeit durch die SPD. An den eigenen fürstlichen Altersbezügen hingegen schraubt man freilich nicht, dann hustet man sich lieber an den Altpräsidenten ab, als ob die paar Euronen was ausmachen, aber es geht ja ums Prinzip...
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  • Mittwoch, 31.10.2012 – 06:52 Uhr
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Christian Wulff im SPIEGEL





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