Kritik an CSU-Innenminister SPD zweifelt an Seehofers Autorität

Wie geschwächt ist Innenminister Seehofer nach dem Asylstreit? SPD-Generalsekretär Klingbeil kritisiert den CSU-Chef scharf - und fragt, ob dieser noch die Kraft habe, internationale Abkommen zu verhandeln.

Andrea Nahles , Lars Klingbeil
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Andrea Nahles, Lars Klingbeil


Die Große Koalition hat sich in der Asylpolitik geeinigt. Doch ist der Machtkampf in der Union damit auch beendet? Die SPD zweifelt daran - und übt starke Kritik an Innenminister Horst Seehofer und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). "Das Theater, das Seehofer und Söder in den vergangenen Wochen aufgeführt haben, ist unwürdig für Deutschland", sagte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil am Freitag.

Die Union habe sich damit vor allem selbst geschadet, kritisierte Klingbeil weiter: "Seehofer muss sich die Frage gefallen lassen, ob er noch die Kraft und Autorität hat, um jetzt erfolgreich internationale Abkommen zu verhandeln."

Seehofer war im Streit um die Asylpolitik und Zurückweisungen an der Grenze auf Konfrontationskurs zu Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gegangen. Im Zuge der Auseinandersetzung bot er der CSU seinen Rücktritt als Parteichef sowie als Bundesinnenminister an. Davon nahm Seehofer nach einer Verständigung mit Merkel jedoch wieder Abstand.

Gabriel lobt Nahles

Am Donnerstagabend einigte die Union sich mit der SPD. Die Vereinbarung sieht unter anderem vor, mit anderen EU-Staaten Abkommen über die Rücknahme bestimmter Flüchtlinge zu schließen. Seehofer sagte bereits schwierige Gespräche voraus, die am Ende vermutlich von den Staats- und Regierungschefs abgeschlossen werden müssten.

Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel lobte gegenüber dem SPIEGEL die Rolle der aktuellen Parteispitze bei der Einigung. "Das hat sie richtig gut hinbekommen", sagte er über Parteichefin Andrea Nahles: "Sie hat Seehofer durch die Manage geführt und nicht er die SPD. Seehofer ist der große Verlierer. Viel Lärm um nix."



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cte/vme/AFP



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