Berlin - Die Spendenaffäre der CDU in Rheinland-Pfalz wird teuer für die Partei. Sie muss eine Strafe von 1,2 Millionen Euro an den Bundestag zahlen. Diese Sanktion hat Parlamentspräsident Norbert Lammert (CDU) am Donnerstag verhängt.
Die CDU Rheinland-Pfalz hatte den Verstoß am Montag selbst eingeräumt: Im Wahlkampf 2006 wurde offenbar getrickst. Der damalige Spitzenkandidat Christoph Böhr beschäftigte ein Beraterheer, das ihn attraktiver machen sollte. Die Helfer allerdings wurden wohl aus der Fraktionskasse bezahlt - und damit verbotenerweise aus Steuergeldern. Die CDU-Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag ließ der Partei laut Bundestag einen geldwerten Vorteil in Höhe von 401.084,32 Euro zukommen.
Daraus folgt nach dem Parteiengesetz, dass gegen die CDU ein Anspruch in Höhe des Dreifachen des rechtswidrig erlangten Betrages entsteht. Deshalb muss die Union 1.203.252,96 Euro an den Bundestag zahlen.
Die heutige CDU-Spitzenkandidatin in Rheinland-Pfalz, Julia Klöckner, fühlt sich vom früheren Landes- und Fraktionschef Böhr hinters Licht geführt. "Empört und enttäuscht" sei sie, sagte sie zuletzt und versprach bedingungslose Aufklärung. Die Staatsanwaltschaft Mainz ermittelt nun gegen Böhr und weitere CDU-Politiker. Dabei geht es um den Verdacht der Untreue beziehungsweise der Beihilfe dazu.
Die SPD nutzte die Finanzaffäre für scharfe Kritik: Die Genossen schimpften über "illegale Machenschaften" und ein "Vertuschungssyndikat". Doch die Sozialdemokraten haben mit ihren eigenen Affären in Rheinland-Pfalz zu kämpfen - die wiederum die Christdemokraten ausweiden. Vor den Landtagswahlen im März droht in dem Bundesland eine Schlammschlacht zwischen CDU und SPD.
kgp/dpa/dapd
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