Betrifft China, Grenell, Unesco


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Wu, Zand in der Wüste Gobi
Titelbild
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Heft 3/2019
Jetzt wird's persönlich: Wie Hacker und Trolle Politik und Gesellschaft zersetzen

Im Westen spielen Realityshows im Container oder im Dschungel, in China spielt zurzeit eine auf dem Mars - oder zumindest an einem Filmset, das einer zukünftigen Station auf dem Roten Planeten ziemlich ähnlich sieht.

Als Chinakorrespondent Bernhard Zand und SPIEGEL-Mitarbeiterin Wu Dandan für ihre Recherche bei einem "Weltraumpark" in der Wüste Gobi eintrafen, bot ihnen das Filmteam an, zur Probe in einen der Mars-Anzüge zu schlüpfen. Leider war kein Herrenmodell mehr übrig, sodass nur Wu als Taikonautin posieren konnte. "Die Landung einer chinesischen Raumsonde auf dem Mond Anfang Januar hat eine neue Welle der Raumfahrtbegeisterung ausgelöst", sagt Zand. "Peking zieht nicht nur auf Erden, sondern allmählich auch im Weltall mit den USA gleich."


Richard Grenell

In der Woche vor Weihnachten schrieb der US-Botschafter in Berlin einen Brief an den SPIEGEL. Zu Recht empörte sich Richard Grenell über den Fälschungsfall Relotius. Darüber hinaus warf er dem SPIEGEL Antiamerikanismus vor. Leider sei es "beim SPIEGEL gang und gäbe", schrieb er, "dass die Journalisten uns nicht einmal anrufen, bevor sie mit dem Schreiben beginnen".

Es ist ein Vorwurf, den SPIEGEL-Autor Konstantin von Hammerstein für sich nicht gelten lässt. Schon Wochen vor dem Brief bat er bei der amerikanischen Botschaft um ein Gespräch mit Grenell. Vergebens. Am Donnerstag schickte die Botschaft auf sieben konkrete Fragen eine pauschale Antwort und beschuldigte Hammerstein, er benutze die "gleiche Taktik wie Claas Relotius". Hammersteins Geschichte über die zunehmende politische Isolierung des Botschafters beruht nun auf Gesprächen mit mehr als 30 Informanten, die Grenell seit dessen Amtsantritt erlebt haben. "Grenell hat offenbar von seinem Vorbild Donald Trump gelernt", glaubt Hammerstein, "er will die Berichterstattung über seine Person schon einmal vorsorglich diskreditieren."


Krawielicki, Piltz in Port Louis

Als "Immaterielles Kulturerbe" zeichnet die Unesco Tänze, Feste, Brauchtümer und Rituale aus. Auch in Deutschland. SPIEGEL-Redakteur Christopher Piltz wollte wissen, wie die Organisation dabei vorgeht: Ziehen da Wissenschaftler durchs Land, tanzen mit Trachtengruppen und probieren deutsche Brotsorten? Die Recherche führte Piltz von Friesland bis nach Mauritius, wo er auch mit Stefan Krawielicki, Botschafter Deutschlands bei der Unesco, sprach.

Am häufigsten aber bekam er Schreibtische zu sehen: "Für den Kulturerbeantrag müssen etliche Seiten Formular ausgefüllt und Gutachten geschrieben werden", so Piltz. Ein bürokratischer Wahnsinn. Der am Ende aber viel erzählt über die Kultur Deutschlands. "Vielleicht wird ja sogar eines Tages die Bürokratie Kulturerbe."

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