Betrifft Fall Susanna F., Erdogan, Guy Stern


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Heft 25/2018
Wie gehen wir mit Migranten um? Die Flüchtlingskrise gefährdet Merkels Kanzlerschaft

Wie verhält man sich als Mutter, wenn man vermutet oder sogar weiß, dass der eigene Sohn ein fürchterliches Verbrechen begangen hat? Hält man zu ihm? Informiert man die Polizei? Gedenkt man des Opfers und seiner Familie? Die Mutter von Ali B., der gestanden hat, die 14-jährige Susanna aus Wiesbaden getötet zu haben, musste sich diese Fragen stellen, ob sie wollte oder nicht. Nachdem sie mit ihrem Sohn und weiteren Familienangehörigen aus Deutschland geflohen ist, wohnt sie nun in einem Motel in der Stadt Dohuk im Nordirak.

Hier traf sie, nach der Auslieferung ihres Sohnes, die SPIEGEL-Redakteurin Raniah Salloum, um ihren Sohn zu verteidigen, wie es nur eine Mutter kann. Salloum fand eine zerrissene Familie vor, auf der einen Seite die Mutter mit der Tochter, auf der anderen die jüngeren Brüder des mutmaßlichen Täters, die erst während des Gesprächs mit der Journalistin erfuhren, dass sie nicht wieder nach Deutschland würden zurückreisen können. Salloum: "Ihre Schwester hatte sie wohl belogen und ihnen die Rückkehr nach sechs Monaten versprochen."

Salloum, Schwester von Ali B.
Younes Mohammad / DER SPIEGEL

Salloum, Schwester von Ali B.

Welche Folgen der Mord hat, vor allem in der deutschen Politik, schildert der zweite große Text des Titelkomplexes: Ein Team aus der Berliner Redaktionsvertretung beschreibt den Machtkampf zwischen Angela Merkel und Innenminister Horst Seehofer, dessen Ausgang über das politische Erbe der Bundeskanzlerin mitentscheiden wird.


Die Türkei unter Recep Tayyip Erdogan ist kein Land, in dem Menschen gern mit Journalisten sprechen, schon gar nicht über Politik. Es dauerte mehrere Monate, bis Türkei-Korrespondent Maximilian Popp Zugang zum inneren Zirkel des türkischen Präsidenten gefunden hatte. Seine Gesprächspartner gaben ihm - zunächst zögerlich, doch dann überraschend offen - Einblick in den türkischen Herrschaftsapparat. Sie zeichneten das Bild eines Staatschefs, der auf dem Zenit seiner Macht steht und besessen ist von dem Gedanken, diese zu verlieren. Und der Angst haben muss, bei einem Regierungswechsel im Gefängnis zu landen.

Popp
Emin Ozmen / DER SPIEGEL

Popp

Erdogan hat für den 24. Juni Neuwahlen ausgerufen. Die Umfragen sagen ein knappes Ergebnis voraus. Im Präsidentenpalast in Ankara breitet sich eine Art Endzeitstimmung aus. "Bei einigen Regierungsmitgliedern scheint es so, als bauten sie für den Fall einer Niederlage vor", sagt Popp.


Vor 80 Jahren emigrierte Guy Stern aus Hildesheim in die USA, seine Eltern und seine Geschwister wurden von den Nazis ermordet. Im SPIEGEL-Gespräch mit Redakteur Martin Doerry forderte der inzwischen 96 Jahre alte Germanistikprofessor aus Detroit nun ein entschiedenes Eintreten gegen den neuen Populismus und gegen jede Relativierung der NS-Verbrechen. Stern erzählte auch von einem Film, der Bilder seiner Eltern bei deren Deportation zeige. Er selbst könne sich diese Szenen nicht anschauen, das würde ihn zu sehr belasten.

Stern, Doerry
Parvin Nazemi / DER SPIEGEL

Stern, Doerry

Nach dem Gespräch fragte Doerry den Emigranten, ob er damit einverstanden sei, wenn der SPIEGEL trotzdem Ausschnitte aus dem Film veröffentliche. Nach kurzem Zögern stimmte Stern zu. Seine Frau werde "diese Fotos abkleben", bevor sie ihm das Heft mit dem Interview aushändige. Am Ende zähle "nur die Wahrheit".

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