Betrifft Müll-Recycling, Organspende, Schnee


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In unseren Meeren treiben gut 5,25 Billionen Kunststoffteile. Wenn weiterhin so viel in der See landet wie bisher, werden dort im Jahr 2050 mehr Plastikteile schwimmen als Fische. Die Deutschen gelten zwar als Weltmeister im Recyceln, trotzdem tragen sie dazu bei, dass die Erde am Abfall fast erstickt: Im ersten Halbjahr 2018 exportierte Deutschland 84.000 Tonnen Kunststoffreste allein nach Malaysia.

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Heft 4/2019
Von wegen Vorreiter: Deutschlands Recycling-System ist Müll

Vier Redakteure sind für die Titelgeschichte den Fragen nachgegangen, woran das System krankt und welche Wege aus der Plastikfalle führen können. Sie haben mit Wissenschaftlern gesprochen, die versuchen, besseres Plastik zu entwickeln, das so leicht verrottet wie Gemüse. Und sie haben die Wege des Kunststoffmülls verfolgt bis hin zu Orten, an denen ihn die Kontrolleure längst aus den Augen verloren haben.

Klawitter (rechts) in Rumänien
Ioana Moldovan/ EST&OST

Klawitter (rechts) in Rumänien

Nils Klawitter recherchierte in Rumänien, "das Land wird noch immer als Müllkippe Europas missbraucht", sagt er. Klawitter entdeckte verlassene Firmengelände, auf denen sich Plastikabfall türmt. Er besuchte aber auch ein Unternehmen, das aus Plastikresten Chemiefasern und PET-Granulat herstellt. "Dieser Rohstoff ist bei Autoherstellern ebenso begehrt wie bei Coca-Cola", sagt Klawitter.


Michael Sommer, der ehemalige Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes, hat seiner Frau Ulrike vor fünf Jahren eine Niere gespendet. Sommer ist ein Befürworter der doppelten Widerspruchsregelung, die besagt: Jeder Mensch gilt als Organspender, wenn er oder seine Angehörigen sich nicht ausdrücklich dagegen aussprechen. Als Redakteurin Cornelia Schmergal bei Sommer anrief, um zu fragen, ob er zu einem Gespräch über dieses Thema bereit sei, ging seine Frau ans Telefon. Sie erzählte Schmergal, dass sie im Gegensatz zu ihrem Mann nichts von der Widerspruchs regelung halte. So entstand die Idee eines Streitgesprächs zwischen Ehepartnern. Michael Sommer kennt Schmergal seit 16 Jahren aus vielen Interviews, das Ehepaar lud sie zusammen mit Redakteurin Christiane Hoffmann nach Hause in Berlin ein. Zu viert saßen sie dann vor dem Kamin, auf dem Tisch standen selbst gebackene Kekse, Dogge Clara war auch dabei und wollte gestreichelt werden. Die erste Frage an Ulrike und Michael Sommer lautete, ob sie im Falle des Todes ihre Organe spenden würden. "Ja", antwortete Michael Sommer. "Nein", sagte seine Frau.


Regina Poberschnigg ist eine der ersten Frauen bei der Bergrettung in Tirol, sie leitet die Ortsstelle in Ehrwald. Wie die meisten Bergretter in Deutschland und Österreich macht sie den Job ehrenamtlich und klagt über eine neue Generation von Sportlern, die abseits der gesicherten Pisten und Pfade mit Schneeschuhen oder Tourenski durch die Landschaft wandern, ohne über die Lawinengefahr nachzudenken.

Pfeil, Poberschnigg
Martin Hangen/ hangenfoto

Pfeil, Poberschnigg

"Die schalten ihr Hirn aus", sagt Poberschnigg. Sie erzählte Redakteur Gerhard Pfeil, wie ihre Leute an Silvester drei Berliner Studenten gerettet haben, die in einer Schneehöhle übernachten mussten. Die hatte die Gruppe graben müssen, weil sie von einem Sturm überrascht worden war. Poberschnigg sagt, der Leichtsinn der Wanderer gefährde immer öfter auch die Retter. Sie ist sich inzwischen nicht mehr sicher, ob es in Zukunft noch genug Nachwuchs für die Tiroler Bergrettung geben wird. Die Einsätze werden zahlreicher, die Gefahrensituationen auch. "Die Jungen haben keine Lust mehr, unentgeltlich Kopf und Kragen zu riskieren", sagt sie.

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