SPON-Umfrage Mehrheit sieht GroKo-Einigung negativ

Das Ergebnis der SPON-Umfrage ist eindeutig: Mehr als die Hälfte der Befragten sieht das Bündnis von Union und SPD kritisch. Und SPD-Anhänger haben da eine andere Meinung als CDU-Wähler.

Fußgänger vor einem Wahlkampfplakat
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Fußgänger vor einem Wahlkampfplakat


So richtig einig sind sich Union und SPD noch nicht, was die Bewertung des ausgehandelten Koalitionsvertrags angeht. Während CDU-Politiker den Verlust einiger Ministerien kritisieren, ist die SPD sich schon seit Wochen nicht sicher, was sie nun von der Neuauflage der Großen Koalition hält - das letzte Wort haben nun ohnehin die mehr als 450.000 SPD-Mitglieder.

Die Teilnehmer der SPON-Umfrage haben da schon ein eindeutigeres Urteil über die GroKo gefällt: Knapp 57 Prozent der Teilnehmer sehen die Einigung von CDU, CSU und SPD eher oder sehr negativ. Demgegenüber sagen etwa 35 Prozent, das Bündnis sei sehr oder eher positiv.

Der genauere Blick auf die Parteipräferenzen der Befragten zeigt: Vor allem die Anhänger der GroKo-Parteien sehen das Bündnis mehrheitlich positiv, bei den anderen Parteien überwiegt dagegen die negative Seite.

Doch wie fällt die inhaltliche Bewertung des 179 Seiten langen Vertrags aus?

Hier ist die Meinung der Teilnehmer noch eindeutiger: Etwa 60 Prozent beurteilen die ausgehandelten Ziele eher oder sehr negativ. Rund 25 Prozent sehen den Vertrag in der Summe positiv.

Besonders interessant ist dabei ein Aspekt: Unionswähler beurteilen das Vertragswerk negativer als SPD-Anhänger. Damit bestätigen sie den Eindruck, den viele Beobachter und Politiker teilen: Die SPD konnte bei den Verhandlungen mehr für sich herausholen - und sich beispielsweise wichtige Ressorts sichern.

Anmerkungen zur Methodik: Die Umfrage wurde in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey am 7. Februar 2018 online erhoben. Die Stichprobe umfasste mehr als 5000 Befragte. Der statistische Fehler lag bei 2,5 Prozent.



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mho



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