SPON-Wahltrend Grüne nur noch knapp hinter der AfD

Bestmarke für die Grünen: So gute Werte wie jetzt hat die Partei im SPON-Wahltrend noch nie erreicht. Sie punktet vor allem bei ihrer Kernwählerschaft.

Grünen-Chefs Robert Habeck und Annalena Baerbock (im Januar 2018)
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Grünen-Chefs Robert Habeck und Annalena Baerbock (im Januar 2018)


Die Union wäre am Streit über die Flüchtlingspolitik in diesem Sommer beinahe zerbrochen. Rund einen Monat später zeigt sich aber auch ein Gewinner der Regierungskrise: Es sind die Grünen.

Die Partei befindet sich in einem Umfragehoch. Im SPON-Wahltrend stehen die Grünen aktuell bei 14 Prozent. Einen so hohen Wert hat die Partei seit der ersten Erhebung der Daten im Dezember 2016 noch nicht erreicht. Die Grünen liegen damit knapp hinter der AfD (15,8 Prozent) und der SPD (17,4 Prozent).

Der Aufwärtstrend der Grünen fällt zusammen mit den Auseinandersetzungen in der Union. Denn im Vergleich zu Mitte Juni, als sich der Streit der Union langsam zuspitzte, legten die Grünen mehr als zwei Prozentpunkte zu. Die Werte der AfD, der Linken und der SPD bleiben stabil. Neben der Union hat auch die FDP leicht verloren.

Der Blick auf die Personengruppen, die aktuell für die Grünen abstimmen würden, zeigt, dass die Partei vor allem bei ihrer Kernwählerschaft punktet: also jungen Menschen, Frauen, in Städten und vor allem im Westen.

Aktuell wäre die Partei bei den 18- bis 29-Jährigen mit 20 Prozent sogar zweitstärkste Kraft und stünde nur knapp hinter der Union (23,3 Prozent). Lediglich die Gruppe der Wähler im Alter von mindestens 65 Jahren liegt unter dem aktuellen Gesamtdurchschnitt der Grünen von 14 Prozent - das allerdings deutlich (9,4).

Zudem gibt es keine Partei, bei der der Wählerschwerpunkt so stark auf urbanen Räumen liegt wie bei den Grünen. In Regionen mit sehr hoher Bevölkerungsdichte (18,1 Prozent) erreicht die Partei knapp sechs Prozentpunkte mehr als in Regionen mit sehr niedriger Bevölkerungsdichte (12,2). In den Städten liegen die Grünen damit bereits gleichauf mit der SPD (18).

Damit einher geht auch, dass Grünen-Wähler eher aus Regionen stammen, in denen es eine "hohe" oder "sehr hohe" Kaufkraft gibt. In Regionen mit "hoher" Kaufkraft ist die Partei mit 16,5 Prozent die Partei mit den zweitbesten Werten. Zudem fällt der Unterschied zwischen Wählern aus dem Osten (8,5 Prozent) und aus dem Westen (15,4) bei keiner Partei so stark wie bei den Grünen zugunsten des Westens aus.

Die Grünen sind außerdem besonders bei Frauen beliebt. In der weiblichen Wählerschaft (15,6 Prozent) erreichen die Grünen mehr als drei Prozentpunkte mehr als bei der männlichen Wählerschaft (12,2). Neben den Grünen erreicht sonst nur die Union mit Kanzlerin Angela Merkel an der Spitze mehr Frauen als Männer (31,7 zu 28,3 Prozent).



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Anmerkungen zur Methodik: Der SPON-Wahltrend wurde in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey im Zeitraum vom 31. Juli bis 7. August 2018 online erhoben. Die Stichprobe umfasste mehr als 11.900 Befragte. Der statistische Fehler lag bei 2,5 Prozent.

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aev



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