SPON-Wahltrend Union eilt der SPD davon

Es läuft nicht für die SPD: Am Sonntag gewann die CDU die Wahl im Norden, und bundesweit baut die Union ihren Umfragevorsprung auf die Konkurrenz aus. Sehen Sie hier die Ergebnisse des SPON-Wahltrends - und stimmen Sie erneut ab.

Bundeskanzlerin Merkel
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Bundeskanzlerin Merkel


Der Schulz-Effekt wirkt nicht mehr, statt des SPD-Kanzlerkandidaten punktet die Partei von Regierungschefin Angela Merkel im Jahr der Bundestagswahl: Erst der Sieg im Saarland, am vergangenen Wochenende dann der Triumph in Schleswig-Holstein.

Die Union hat offenbar einen Lauf. Diese Entwicklung ist auch auf den Bund übertragbar: Im aktuellen SPON-Wahltrend in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey legen CDU und CSU noch einmal deutlich zu - die Sozialdemokraten verlieren dagegen weiter an Boden.

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz
imago/ ZUMA Press

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz

Die Union verbessert sich im Vergleich zur Vorwoche um 2,4 Prozentpunkte und kommt jetzt auf 38 Prozent. Die SPD fällt auf nur noch 26,9 Prozent. Während die Grünen leicht verlieren, bleiben FDP, Linke und die AfD in der Gunst der Wähler stabil. Die Befragung lief vom 5. bis zum 9. Mai. Damit konnten natürlich nicht alle Befragten den Wahlausgang in Schleswig-Holstein kennen, aber jedenfalls ein signifikanter Anteil.

Im Superwahljahr 2017 befragen wir Sie regelmäßig zu Ihrer Parteipräferenz. Jeder Nutzer kann mitmachen, die Ergebnisse sind für ganz Deutschland repräsentativ. Am Ende dieses Artikels erfahren Sie mehr zur Methodik. Dort können Sie die Sonntagsfrage auch selbst beantworten.

1. SPD verliert, CDU und CSU legen zu

Schon in der vergangenen Woche hatten sich CDU und CSU von den Sozialdemokraten abgesetzt, nun bauen sie den Vorsprung aus: 38 Prozent für die Union, nur noch 26,9 Prozent für die SPD (minus 1,6 Prozentpunkte). Das heißt: Inzwischen liegen 11,1 Prozentpunkte zwischen den beiden großen Parteien.

  1. Die Grünen verlieren einen Prozentpunkt und erreichen 6,5 Prozent. In der Vorwoche hatten sie noch 0,7 Prozentpunkte zulegen können - ein Trend der Erholung wurde daraus nicht. FDP, Linke und AfD sind wie in der Vorwoche relativ stabil.

2. Schulz-Effekt verpufft

Anfang März, nach der Nominierung von Martin Schulz als Kanzlerkandidat, gab es noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden großen Parteien. Aber das ist längst vorbei: Die SPD verliert gegenüber CDU und CSU immer mehr an Boden. Der Abstand zwischen den Genossen und der Union war das letzte Mal Anfang Februar so groß wie jetzt. Vor der Kandidatur von Schulz lagen die beiden großen Parteien aber noch weiter auseinander.

3. SPD verliert bei den 30- bis 39-Jährigen

Vor allem in der Altersgruppe 30 bis 39 Jahre scheint die SPD an Sympathie eingebüßt zu haben. In den Vorwochen kam sie hier auf Werte um die 30 Prozent, diese Woche sind es 25,2 Prozent. Stattdessen legten CDU und CSU von 34,6 auf 36,7 Prozent zu. Die Union konnte diese Woche vor allem auch bei den beiden demografisch verhältnismäßig stark vertretenen Altersgruppen 40-49 Jahre und 50-64 Jahre punkten.

Anmerkungen zur Methodik: Der SPON-Wahltrend wurde in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey im Zeitraum vom 5.5. bis 9.5.2017 online erhoben. Die Stichprobe umfasste 7518 Befragte, der statistische Fehler lag beim Gesamtergebnis bei 2,5 Prozent. Bei der Befragung nach Altersgruppen und Geschlechtern und ihrer Parteipräferenz liegt die statistische Fehlertoleranz etwas höher. Sehr feine Unterschiede sind in diesen Ergebnissen also nicht aussagekräftig.

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Wie funktioniert die Civey-Methodik?
Das Meinungsforschungsinstitut Civey arbeitet mit einem mehrstufigen vollautomatisierten Verfahren. Alle repräsentativen Echtzeitumfragen werden in einem deutschlandweiten Netzwerk aus mehr als 20.000 Websites ausgespielt ("Riversampling"), es werden also nicht nur Nutzer von SPIEGEL ONLINE befragt. Jeder kann online an den Befragungen teilnehmen und wird mit seinen Antworten im repräsentativen Ergebnis berücksichtigt, sofern er sich registriert hat. Aus diesen Nutzern zieht Civey eine quotierte Stichprobe, die sicherstellt, dass sie beispielsweise in den Merkmalen Alter, Geschlecht und Bevölkerungsdichte der Grundgesamtheit entspricht. In einem dritten Schritt werden die Ergebnisse schließlich nach weiteren soziodemografischen Faktoren und Wertehaltungen der Abstimmenden gewichtet, um Verzerrungen zu korrigieren und Manipulationen zu verhindern. Weitere Informationen hierzu finden Sie auch in den Civey FAQ.
Warum ist eine Registrierung nötig?
Die Registrierung hilft dabei, die Antworten zu gewichten, und ermöglicht so ein Ergebnis für die Umfragen, das für die Wahlbevölkerung in Deutschland repräsentativ ist. Jeder Teilnehmer wird dabei nach seinem Geschlecht, Geburtsjahr und Wohnort gefragt. Danach kann jeder seine Meinung auch in weiteren Umfragen zu unterschiedlichen Themen abgeben.
Wie werden die Ergebnisse repräsentativ?
Die Antwort jedes Teilnehmers wird so gewichtet, dass das Resultat einer Umfrage für die Grundgesamtheit repräsentativ ist. Bei der Sonntagsfrage und beim Regierungsmonitor umfasst diese Grundgesamtheit die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Die Gewichtung geschieht vollautomatisiert auf Basis der persönlichen Angaben bei der Registrierung sowie der Historie früherer Antworten eines Nutzers. Weitere Details zur Methodik stehen im Civey-Whitepaper.
Erreicht man online überhaupt genügend Teilnehmer?
Meinungsumfragen werden in der Regel telefonisch oder online durchgeführt. Für die Aussagekraft der Ergebnisse ist entscheidend, wie viele Menschen erreicht werden können und wie viele sich tatsächlich an einer Umfrage beteiligen, wenn sie angesprochen werden. Internetanschlüsse und Festnetzanschlüsse sind in Deutschland derzeit etwa gleich weit verbreitet - bei jeweils rund 90 Prozent der Haushalte, Mobiltelefone bei sogar 95 Prozent. Die Teilnahmebereitschaft liegt bei allen Methoden im einstelligen Prozentbereich, besonders niedrig schätzen Experten sie für Telefonumfragen ein.
Es gibt also bei beiden Methoden eine Gruppe von Personen, die nicht erreicht werden kann, weil sie entweder keinen Anschluss an das jeweilige Netz hat oder sich nicht an der Umfrage beteiligen möchte. Deshalb müssen für ein aussagekräftiges Ergebnis immer sehr viele Menschen angesprochen werden. Civey-Umfragen sind derzeit neben SPIEGEL ONLINE in mehr als 20.000 andere Webseiten eingebunden, darunter auch unterschiedliche Medien. So wird gewährleistet, dass möglichst alle Bevölkerungsgruppen gut erreicht werden können.
Woran erkenne ich die Güte eines Ergebnisses?
Bis das Ergebnis einer Umfrage repräsentativ wird, müssen ausreichend viele unterschiedliche Menschen daran teilnehmen. Ob das bereits gelungen ist, macht Civey transparent, indem zu jedem Umfrageergebnis eine statistische Fehlerwahrscheinlichkeit angegeben wird. Auch die Zahl der Teilnehmer und die Befragungszeit werden für jede Umfrage veröffentlicht.
Was bedeutet es, wenn sich die farbigen Bereiche in den Grafiken überschneiden?
In unseren Grafiken ist der statistische Fehler als farbiges Intervall dargestellt. Dieses Intervall zeigt jeweils, mit welcher Unsicherheit ein Umfragewert verbunden ist. Zum Beispiel kann man bei der Sonntagsfrage nicht exakt sagen, wie viel Prozent eine Partei bei einer Wahl bekommen würde, jedoch aber ein Intervall angeben, in dem das Ergebnis mit hoher Wahrscheinlichkeit liegen wird. Überschneiden sich die Intervalle von zwei Umfragewerten, dann können streng genommen keine Aussagen über die Differenz getroffen werden. Bei der Sonntagsfrage heißt das: Liegen die Umfragewerte zweier Parteien so nah beieinander, dass sich ihre Fehlerintervalle überlappen, lässt sich daraus nicht ableiten, welche von beiden aktuell bei der Wahl besser abschneiden würde.
Was passiert mit meinen Daten?
Die persönlichen Daten der Nutzer werden verschlüsselt auf deutschen Servern gespeichert und bleiben geheim. Sie dienen allein dazu, die Antworten zu gewichten und sicherzustellen, dass die Umfragen nicht manipuliert werden. Um dies zu verhindern, nutzt Civey statistische wie auch technische Methoden.
Wer steckt hinter Civey?
Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Zur Erhebung seiner repräsentativen Umfragen schaltet die Software des 2015 gegründeten Unternehmens Websites zu einem deutschlandweiten Umfragenetzwerk zusammen. Neben SPIEGEL ONLINE gehören unter anderem auch der "Tagesspiegel", "Welt", "Wirtschaftswoche" und "Rheinische Post" dazu. Civey wurde durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.

als/pst



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K.Hexemer 09.05.2017
1. Der Schulz Effekt verpufft nicht....
er war real nie da! Das war immer nur ein Erfindung der Spin Doctors und bei den Umfragen sind ein paar nach dem Motto "me too" reingefallen! Der Spin hat dann dem ersten Realitätstest nicht standgehalten! Wenn der Schulz jetzt noch dem Macron das Wort redet und EURO Bonds offen befürwortet gehts weiter bergab!
skeptikerjörg 09.05.2017
2. Überrascht nicht
Nur auf den Namen Schulz zu bauen, der dazu noch weniger Charisma ausstrahlt als Merkel - falls das denn möglich ist, wird halt nicht reichen. Ohne konkretes Programm, ohne klare Absage an eine Linkskoalition, wird es wohl auf Gabrielniveau gehen. Bei der CDU weiß man, was man erwarten kann bzw. nicht, bei der SPD weiß man es nicht. Zusätzlich macht die Gefahr, RRG zu wählen, die FDP stark. "Soziale Gerechtigkeit" ist so lange eine hohle Formel, solange nicht konkret wird, was das denn für wen real bedeutet.
schanz.georg 09.05.2017
3.
Zwar hatten nicht alle Kanzler/In ein POP-Star-Image, aber das war dann mangels geeigneter Kandiaten. Herr Schulz mag der beste Mensch der Welt sein, aber ein Kanzlerkandidat mit POP-Star-Image war er nie. Willy Brand und Helmut waren es. Björn Engholf war es auch. Konrad Adenauer lebte in einer "anderen" Welt und hatte das "Nachkriegsvertrauen" der Deutschen. Ludwig Erhard verband man mit dem Wirtschaftswunder.Kurt Georg Kiesinger hatte auch eine gewisse "POP-Star-Ausstrahlung". Helmut Kohl bedruckte durch seine "gewaltige" Erscheinung und seinen "Machtentfaltungsdruck". Gerhard Schröder war ein POP-Star - nicht für alle - aber für seine Anhänger. Und Angela Merkel wäre nie Kanzlerin geworden, wenn Schäuble nicht in der Parteispendenaffaire gepatzt hätte.
latrodectus67 09.05.2017
4. Ausgezeichnet
Es ist auch nicht einzusehen, warum man bei den beiden Parteien einer großen Koalition nicht dem Original den Vorzug vor der Kopie geben sollte. Die Unterschiede zwischen SPD und CDU/CSU finden sich in den Programmen, in dem was dann umgesetzt wird sieht man keine signifikanten Unterschiede. Vgl. Program der SPD bezüglich Schiedsgerichten, Entscheidung des SPD Ministers plus Anzeigenkampagne des SPD Ministers für Schiedsgerichte. Insofern ist es ausgezeichnet dass die CDU/CSU nun die Stimmen bekommt, die ihr auch zusteht.
Wassup 09.05.2017
5. Länderfinanzausgleich: SPD-NRW wurde Nehmerland!
Unter der SPD-regentschaft wurde NRW von einen Geberland zu einem Nehmerland im Länderfinanzausgleich herunter gewirtschaftet. Nur die CSU hat es geschafft, Bayern als einziges Bundesland von einem Nehmerland im Länderfinanzausgleich zu einem Geberland hochzuballern. Das sagt doch schon alles!
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