Nach Sprengstoffanschlag Kanzlerin trifft Imam der Dresdner Moschee

Geste der Anteilnahme: Kanzlerin Merkel hat sich am Rande der Einheitsfeierlichkeiten in Dresden mit dem Imam getroffen, auf dessen Moschee vor einer Woche ein Attentat verübt worden war.


Die Kanzlerin habe sich am Montag in Dresden mit dem Imam Hamza Turan und dessen Familie getroffen, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert über Twitter mit. Vor rund einer Woche war auf die DiTiB-Fatih-Camii-Moschee in der sächsischen Hauptstadt ein Sprengstoffattentat verübt worden.

Merkel hielt sich wegen der zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Dresden auf. Am Vormittag war sie zusammen mit Bundespräsident Joachim Gauck und anderen Politikern von Pegida-Demonstranten vor der Frauenkircheheftig bepöbelt worden.

Zum Zeitpunkt des Attentats am 26. September, bei dem ein selbstgebauter Sprengsatz vor der Moschee detonierte, befand sich Imam Turan, seine Frau sowie ihre sechs und zehn Jahre alten Söhne im Gebäude. Verletzt wurde niemand.

Die Polizei geht von einem fremdenfeindlichen Hintergrund aus und sucht seit vergangenem Freitag mit dem Video einer Überwachungskamera nach dem möglichen Täter, der auf dem Video einen Rucksack und einen Motorradhelm trägt. Ein mit "Antifa Dresden" unterschriebenes Bekennerschreiben, das zwischenzeitlich aufgetaucht war, hat die Polizei als Fälschung bezeichnet. Ein zweiter Sprengsatz war am selben Tag vor einem Dresdner Kongresszentrum explodiert.

bor/dpa

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.