Bericht über DDR-Minister: Stasi führte Protokoll über Saufgelage und Orgien

Eine Orgie im Sonderzug und Trinkgelage, "bis es nicht mehr ging": Die Stasi hat nach SPIEGEL-Informationen den DDR-Verteidigungsminister Heinz Hoffmann bespitzelt - und pikante Dinge beobachtet. Experten sind überrascht, denn die Akte hätte gar nicht existieren dürfen.

Hamburg - Stasi-Spitzel haben den langjährigen DDR-Verteidigungsminister Heinz Hoffmann überwacht. Dabei berichteten sie von Saufgelagen und einer "regelrechten Orgie" mit anderen Militärs. Hoffmann und seine wichtigsten Generäle tranken "oftmals, bis es nicht mehr ging", heißt es nach Informationen des SPIEGEL in den Akten des Ministeriums für Staatssicherheit.

Der General war ein Vierteljahrhundert lang - bis zu seinem Tod 1985 - oberster Militär der DDR, saß im Zentralkomitee und ab 1973 im SED-Politbüro. Schon die Existenz der Hoffmann-Akte überrascht, weil Experten bislang glaubten, dass die Stasi SED-Spitzenfunktionäre nur mit Sondergenehmigung der Parteiführung bespitzeln durfte; eine solche Genehmigung lag nicht vor.

Die Inhalte der Akte sind teilweise kompromittierend. Den Berichten zufolge befahl Hoffmann einem Oberstleutnant während einer Tagung, Frauen "heranzuschaffen".

Bei einer Stabsübung soll es 1964 zu einer "Orgie" im Sonderzug des Ministers gekommen sein. Hoffmann und seine Entourage ließen laut den Stasi-Aufzeichnungen Frauen kommen, die sie "unmöglich betastet" und "abgeknutscht" hätten. Außerdem hätten sie ihnen "teilweise die Kleider zerrissen".

Der Politikwissenschaftler Siegfried Suckut, ein ehemaliger Mitarbeiter der Behörde für die Stasi-Unterlagen, hat die Akten nun ausgewertet.

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insgesamt 56 Beiträge
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1. .......
janne2109 01.04.2012
Zitat von sysopIllustration: Michael Pleesz für den SPIEGELEine Orgie im Sonderzug und Trinkgelage, "bis es nicht mehr ging": Die Stasi hat nach SPIEGEL-Informationen den DDR-Verteidigungsminister Heinz Hoffmann bespitzelt - und pikante Dinge beobachtet. Experten sind überrascht, denn die Akte hätte gar nicht existieren dürfen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,825032,00.html
diese Meldung soll eine Diskussion wert sein??
2. Nationale VolksAmeise
tomkey 01.04.2012
Das ist für mich jetzt nicht so über überraschend. Die Führungsoffiziere in der NVA waren Militärs "alter Schule". Saufen, großkotzig, befehlstreu, unterwürfig, spießbürgerlich und meistens sehr dämlich (außer im militärischen vielleicht nicht ganz so schlimm). Nach unten treten, nach oben kratzen. Das ging bei den Berufsunteroffizieren los und endete eben ganz oben. Die Schilderungen im Spiegel lassen sich aber sicherlich auf jede andere Armee der Welt übertragen. Ost und West. Zumindest aus dieser Epoche. Heute dürfte das so nicht mehr ablaufen, hoffe ich jedenfalls.
3. Oh mein Gott
labertasche2011 01.04.2012
Soldaten saufen und wollen Sex. Geheimdienste beschnüffeln alles und jeden. Wo ist da jetzt die Neuigkeit?
4. Ja, ...
mexi42 01.04.2012
Zitat von labertasche2011Soldaten saufen und wollen Sex. Geheimdienste beschnüffeln alles und jeden. Wo ist da jetzt die Neuigkeit?
das frage ich mich auch. Grundbedürfnisse und Gepflogenheiten waren/sind in Ost und West gleich.
5. Im Osten haben doch alle gesoffen
Nuernberger 01.04.2012
Im Osten haben doch alle gesoffen. Gab ja sonst nichts.
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Illustration: Michael Pleesz für den SPIEGEL