Stasi Bildhauer Salow bespitzelte Manfred Krug

Spätes Geständnis: Fast zwei Jahrzehnte nach dem Mauerfall hat der Bildhauer Manfred Salow zugegeben, für die Stasi gearbeitet zu haben. Er bespitzelte den Schauspieler Manfred Krug - und bekam dafür eine Bohrmaschine.


Berlin - Angeworben in seiner Zeit bei der Nationalen Volksarmee, sei Salow eigentlich von der Stasi auf Diplomaten angesetzt worden. Als das Mielke-Ministerium aber von seiner Freundschaft zu dem Star-Schauspieler ("Spur der Steine") erfuhr, sollte er auch ihn aushorchen, sagte der heute 65-Jährige dem Berliner Boulevardblatt "B.Z.".

"Wir haben in Niederschönhausen um die Ecke gewohnt und haben uns angefreundet", sagte der Künstler mit dem Tarnnamen IM Salman. "Mir war es ja auch nicht recht, Krugs Vertrauen zu missbrauchen, aber ich wollte einfach nur in Ruhe arbeiten können. Mal habe ich von der Stasi Geld bekommen, einmal einen Bosch-Bohrhammer, um meine Skulpturen bearbeiten zu können."

Salow behauptet, Krug mit seinen Berichten nie geschadet zu haben. "Es ging doch nur darum, wer bei ihm aus- und einging. Wer zu seinen Feten kam. Das waren doch belanglose Sachen." Allerdings habe ihm der Mut gefehlt, sich seinem Freund anzuvertrauen. "Das war kein Kinderspiel bei der Stasi. Die hätten mich doch umgebracht, wenn ich es Krug gebeichtet hätte."

luc/dpa



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