Stasi-Vergangenheit: Personalratschef der Birthler-Behörde tritt zurück

Der oberste Personalratsvertreter in der Birthler-Behörde hat sein Mandat niedergelegt. Laut einem Zeitungsbericht waren zuvor Stasi-Unterlagen über ihn gefunden worden. Demnach soll er als Jugendlicher in die Fänge der Staatssicherheit geraten sein.

Berlin - Die Vergangenheit in der DDR hat ihn eingeholt. Der höchste Mitarbeiter-Vertreter der Birthler-Behörde muss sich seiner eigenen Stasi-Geschichte stellen. Und hat daraus Konsequenzen gezogen: Der oberste Personalratsvertreter, Lutz Penesch, hat sein Mandat niedergelegt. Der Amtsverzicht erfolgte, nachdem zu seiner Person Stasi-Unterlagen entdeckt worden seien, berichtet die "Welt". Am Mittwoch dieser Woche seien die Mitarbeiter der Behörde über den Schritt unterrichtet worden. Ihnen wurde laut dem Blatt allerdings nur mitgeteilt, dass sich Pensch "aus persönlichen Gründen" zurückgezogen habe.

Lutz Penesch, der dem Stasi-Archiv seit 1992 angehört, wurde vor fünf Jahren zum Vorsitzenden des Hauptpersonalrates beim Bundesbeauftragten für Kultur und Medien gewählt. Dieses Gremium vertritt sowohl die Interessen der Arbeitnehmer in der Birthler-Behörde als auch die der im Haus von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU).

Der zweite Vorsitzende des Hauptpersonalrats, Karl Schmitz, bestätigte der Zeitung, dass die Aktenfunde zu Diskussionen geführt hätten. "Aus moralischen Gründen und zum Schutz der Kollegen war es richtig, dass Herr Penesch zurückgezogen hat", sagte Schmitz.

Wie es in dem Bericht weiter heißt, hatte Penesch während der letzen Sitzung des Hauptpersonalrates in der vergangenen Woche eine persönliche Erklärung vorgelegt. Darin hat er demzufolge eingeräumt, im Alter von 17 Jahren von der Staatssicherheit verführt worden zu sein.

Aus der Birthler-Behörde hieß es gegenüber SPIEGEL ONLINE, es seien "Schnipsel" gefunden worden. Das Material könne nach den Bestimmungen des Stasi-Unterlagengesetzes nicht an Journalisten herausgegeben werden - unter anderem, weil Penesch zur damaligen Zeit noch minderjährig gewesen sei.

ler/dapd

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1. das mag ja sein ...
Hilfskraft 25.02.2011
Zitat von sysopDer oberste Personalratsvertreter in der Birthler-Behörde hat sein Mandat niedergelegt. Laut einem Zeitungsbericht waren zuvor Stasi-Unterlagen über ihn gefunden worden. Demnach soll er als Jugendlicher in die Fänge der Staatssicherheit geraten sein. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,747620,00.html
... dass er irgendwie "unschuldig" als junger Mensch da reingerutscht ist. Das erklärt aber nicht die Kaltschnäuzigkeit, die ihn veranlaßte, erst heute, NACH Bekanntwerden seiner Tätigkeit für die Stasi die Tatsache zuzugeben. Es gab auch eine große Anzahl junger Leute damals, die beides nicht wollten. Für die Stasi arbeiten oder ins Zuchthaus. Die bei Nacht und Nebel alles, was ihnen lieb war, für immer und ewig zurück lassen mußten, auch unter der Maßgabe, dass die Zurückgebliebenen Repressalien durch Stasi eventuell ausgesetzt waren. Ein, bewußt von Stasi-Leuten inszenierter Teufelskreis! Es gibt keine Entschuldigung für das Fehlverhalten, dieses Personenkreises der o.g. Person! Und allen Ex-Stasi-Leuten, die bis heute in BRD-Ämtern sitzen, sollte man ins Gesicht spucken und zum Teufel jagen. H.
2. Nichts neues
area511 25.02.2011
Nichts neues im Westen bzw. Osten. Stasispitzel sollen Stasivergangenheit aufarbeiten, und da beschwert sich Deutschland immer ueber die ach so korrupten Laender. Die ganze Deutsche Politik/Behoerden bestehen doch fast nur noch aus Luegnern, Hochstaplern und Vertuschern, armes Deutschland. Habe diesem Land schon vor Jahren den Ruecken gekehrt und bereuhe es keine Sekunde, es ist traurig was aus meinem Heimatland geworden ist nach der Maueroeffnung.
3. Prinzip Guttenberg
genugistgenug 25.02.2011
Zitat von sysopDer oberste Personalratsvertreter in der Birthler-Behörde hat sein Mandat niedergelegt. Laut einem Zeitungsbericht waren zuvor Stasi-Unterlagen über ihn gefunden worden. Demnach soll er als Jugendlicher in die Fänge der Staatssicherheit geraten sein. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,747620,00.html
wieso Rücktritt? Das hat er sicher nicht bewusst getan. Er ist nun auch nicht als Spitzel angestellt worden. Frei nach dem Prinzip Guttenberg! *Prinzip Guttenberg entwickelt von Guttenberg, Merkel und noch unbekannten Personen. Zeigt das Niveau in Politik und Bürokratie (durchgängig bis in die allerletzte Behörde, unumkehrbar)
4. Nachsicht
tmpsec 25.02.2011
Solange er sich nicht dem falschen oder unterlassenen zitieren hat schuldig gemacht, sollte man da Nachsicht üben. Es könnte sonst etwas ins Rollen kommen, was von manchen Saubermänner oder -frauen eventuell so garnicht gewollt ist.
5. Ewige Verdammnis ...
deppvomdienst 25.02.2011
Zitat von sysopDer oberste Personalratsvertreter in der Birthler-Behörde hat sein Mandat niedergelegt. Laut einem Zeitungsbericht waren zuvor Stasi-Unterlagen über ihn gefunden worden. Demnach soll er als Jugendlicher in die Fänge der Staatssicherheit geraten sein. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,747620,00.html
... für die Schergen der Stasi!!! Hätte er, mit 17, etwas Verbotenes getan, also jemanden ermordet oder Frauen geschändet, wäre er heute schon längst ein freier Mann. Aber Stasi ist ja viel, viel böser - da muss unsere Rache ewig sein! Oder habe ich das jetzt falsch verstanden?
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