Statistisches Bundesamt Immer mehr Zuwanderer kommen aus Osteuropa

Sie stammen vor allem aus Rumänien, Polen und Bulgarien: Allein im ersten Halbjahr 2014 zogen 667.000 Menschen nach Deutschland - das bedeutet eine Steigerung um 20 Prozent.

Bulgaren am Busbahnhof: Im ersten Halbjahr 2014 kamen 38.000
AFP

Bulgaren am Busbahnhof: Im ersten Halbjahr 2014 kamen 38.000


Berlin - Die Zahl der Zuwanderer nach Deutschland wächst. Im ersten Halbjahr 2014 zogen 667.000 Menschen in die Bundesrepublik. Das seien 112.000 oder 20 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, teilte das Statistische Bundesamt mit. Damit verzeichneten die Statistiker zum vierten Mal in Folge eine zweistellige Zuwachsrate in einem ersten Halbjahr.

Zum selben Zeitpunkt verließen 427.000 Personen Deutschland - die Zahl der Zuwanderungen übertraf damit die Anzahl der Wegzüge um 240.000. Die meisten Zuwanderer kamen demnach aus Rumänien (98.000), gefolgt von Polen (96.000) und Bulgarien (38.000).

Eine Ursache für die gestiegene Zuwanderung aus Rumänien und Bulgarien sei die vollständige Arbeitnehmerfreizügigkeit, die 2014 in Kraft getreten war, teilte das Statistikamt mit. Unter den nicht-europäischen Staaten nahm die Zuwanderung aus dem Bürgerkriegsland Syrien besonders stark zu - und zwar um 242 Prozent auf 22.000.

Wegen der Schulden- und Wirtschaftskrise kommen auch viele Einwohner aus südlichen Euroländern nach Deutschland. Der Zuzug aus Italien erhöhte sich um 28 Prozent, der aus Spanien um ein Prozent. Dagegen nahm die Zuwanderung aus Griechenland um sieben Prozent ab. Auch aus Bosnien und Herzegowina sowie aus Serbien kamen mehr Menschen hierher, was "zum Teil mit der gestiegenen Zahl von Asylbewerbern aus diesen Ländern zusammenhängen dürfte", teilte das Statistische Bundesamt mit.

Rekordwert bei Zahl der Erwerbstätigen

Der Boom am deutschen Arbeitsmarkt setzt sich unterdessen fort: Erstmals seit der Wiedervereinigung hatten nach Angaben der Statistiker im vierten Quartal 2014 mehr als 43 Millionen Erwerbstätige ihren Arbeitsplatz in Deutschland.

als/Reuters



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