SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

29. Oktober 2012, 11:51 Uhr

SPD-Kanzlerkandidat

Steinbrück bekam für Vorträge 1,25 Millionen Euro

Seine Nebeneinkünfte sorgten für heftige Debatten: Jetzt legt Peer Steinbrück seine Honorare offen. Nach einem Zeitungsbericht erhielt der SPD-Kanzlerkandidat in den vergangenen drei Jahren für Vorträge 1,25 Millionen Euro.

Berlin - SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat für seine Vorträge offenbar mehr Geld bekommen als bisher bekannt. Die Einkünfte sollen nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung im Zeitraum 2009 bis 2012 bei 1,25 Millionen Euro liegen. Das Blatt bezieht sich auf die Ergebnisse, die der von Steinbrück beauftragte Wirtschaftsprüfer in den vergangenen Wochen zusammengestellt hat.

Danach hat der Bundestagsabgeordnete Steinbrück in dieser Wahlperiode insgesamt 89 Honorarvorträge gehalten. Das höchste Honorar liege bei 25.000 Euro, das niedrigste bei 1000 Euro.

Im gleichen Zeitraum habe Steinbrück weitere 237 Vorträge etwa in Schulen und bei gemeinnützigen Organisationen ohne Honorar gehalten. Außerdem habe er auf verschiedenen Veranstaltungen von Industrieunternehmen auf Honorare verzichtet und dieses Geld auf direktem Wege sozialen Einrichtungen zukommen lassen. Darunter sind die Tafel Monheim, die Familienberatungsstelle Pro Familia und das Jazz Museum.

Im Durchschnitt, so berichtet die "Bild"-Zeitung, erhielt Steinbrück für einen Vortrag 14.065 Euro Honorar. Davon seien ihm nach Steuerabzug 7314 Euro pro Auftritt geblieben. In den vergangenen drei Jahren besuchte Steinbrück zudem rund 250 Veranstaltungen in seinem Wahlkreis.

Die Honorare von Steinbrück hatten in den vergangenen Wochen für Wirbel gesorgt - und eine Debatte über Nebeneinkünfte von Abgeordneten ausgelöst. Am Donnerstag reagierte der Bundestag: Künftig müssen Parlamentarier bei ihrem Hinzuverdienst stärker ins Detail gehen.

Bisher mussten sie ihre Nebeneinkünfte in drei Stufen angeben: von 1000 bis 3500 Euro, bis 7000 Euro und ab mehr als 7000 Euro monatlich. Künftig soll es nach den Plänen von Union und FDP zehn Stufen bis zu Einkünften in Höhe von 250.000 Euro geben. Der Opposition reicht das nicht aus. SPD, Grüne und Linkspartei fordern, die Zusatzverdienste komplett offenzulegen.

heb

URL:

Verwandte Artikel:


© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung