Bundestagswahl: Steinbrück fordert Kanzlerin zu TV-Duellen
SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück will sich mit der Kanzlerin vor einem Millionenpublikum messen. Er fordert vor der Bundestagswahl mindestens zwei Fernsehduelle mit Angela Merkel - und stichelt: "Ich bin sehr gespannt, ob sie kneift."
Berlin - Peer Steinbrück gibt sich zuversichtlich: Nach dem rot-grünen Erfolg in Niedersachsen glaubt der Spitzenkandidat der SPD auch an einen Wahlsieg im Bund. Um seine Positionen vor einem Millionenpublikum zu erklären, fordert er Kanzlerin Angela Merkel zu direkten Debatten im Fernsehen auf.
"Ich plädiere dafür, dass es mindestens zwei Duelle mit Frau Merkel gibt", sagte er am Mittwochabend vor Journalisten in Berlin. Er sei gespannt, ob Merkel sich dem stelle oder ob sie kneife. Die Kanzlerin werde sicher versuchen, weiter auf roten Teppichen und Gipfeln zu glänzen und die heiße Wahlkampfphase so weit es geht nach hinten zu schieben, unkte Steinbrück.
In Bundestagswahlkämpfen haben sich Kanzler und Herausforderer in der Vergangenheit immer wieder in Debatten gemessen. 2009 hatte es allerdings nur ein Fernsehduell zwischen Merkel und dem damaligen SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier gegeben.
In jenem Jahr endete nach vier Jahren auch die Große Koalition - ein Bündnis, das Steinbrück für sich ausschließt. "Ich stehe für eine Große Koalition nicht zur Verfügung", sagte er. Vielmehr wolle er die SPD "in die Regierung führen mit einer rot-grünen Koalition". Die beiden Parteien holten zuletzt in einer Forsa-Umfrage auf. Seine SPD jedenfalls sei hoch motiviert, so Steinbrück: "Die Chance der SPD ist real."
Der Kandidat gibt sich also demonstrativ optimistisch - dabei liegt er selbst in den Umfragen seit Wochen abgeschlagen hinter Merkel. Für seinen Umfrage-Absturz gibt der Sozialdemokrat den Medien eine Mitschuld. Sicherlich habe er mit eigenen Äußerungen zum Einbruch seiner Umfragewerte beigetragen. "Wobei die Medien der Sache ihre eigene Dynamik gegeben haben", sagte er. Seine Äußerung zur Höhe des Kanzlergehalts etwa sei "weder neu noch auf mich persönlich bezogen" gewesen. "Es war in den Medien ein Top-Thema - und das hat natürlich eine Trefferwirkung", sagte Steinbrück.
Doch er wolle aus Fehlern lernen. Die Einlassung zum Gehalt des deutschen Regierungschefs etwa sei "sicherlich nicht glücklich" gewesen, gab er gegenüber der "Zeit" zu. Auch habe er lernen müssen, dass "Äußerungen von mir auf einer anderen Folie abgebildet werden - die Folie heißt Kanzlerkandidatur". Auf Ironie will Steinbrück künftig verzichten. Aber groß verändern will sich der SPD-Politiker dennoch nicht: "Weder werde ich meinen politischen Charakter verfremden noch schauspielern oder etwas inszenieren."
kgp/dpa
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