Bundestagswahl: Steinbrück fordert Kanzlerin zu TV-Duellen

Kanzlerin Merkel, Herausforderer Steinbrück (Bild von 2009): "Die Chance der SPD ist real" Zur Großansicht
dapd

Kanzlerin Merkel, Herausforderer Steinbrück (Bild von 2009): "Die Chance der SPD ist real"

SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück will sich mit der Kanzlerin vor einem Millionenpublikum messen. Er fordert vor der Bundestagswahl mindestens zwei Fernsehduelle mit Angela Merkel - und stichelt: "Ich bin sehr gespannt, ob sie kneift."

Berlin - Peer Steinbrück gibt sich zuversichtlich: Nach dem rot-grünen Erfolg in Niedersachsen glaubt der Spitzenkandidat der SPD auch an einen Wahlsieg im Bund. Um seine Positionen vor einem Millionenpublikum zu erklären, fordert er Kanzlerin Angela Merkel zu direkten Debatten im Fernsehen auf.

"Ich plädiere dafür, dass es mindestens zwei Duelle mit Frau Merkel gibt", sagte er am Mittwochabend vor Journalisten in Berlin. Er sei gespannt, ob Merkel sich dem stelle oder ob sie kneife. Die Kanzlerin werde sicher versuchen, weiter auf roten Teppichen und Gipfeln zu glänzen und die heiße Wahlkampfphase so weit es geht nach hinten zu schieben, unkte Steinbrück.

In Bundestagswahlkämpfen haben sich Kanzler und Herausforderer in der Vergangenheit immer wieder in Debatten gemessen. 2009 hatte es allerdings nur ein Fernsehduell zwischen Merkel und dem damaligen SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier gegeben.

In jenem Jahr endete nach vier Jahren auch die Große Koalition - ein Bündnis, das Steinbrück für sich ausschließt. "Ich stehe für eine Große Koalition nicht zur Verfügung", sagte er. Vielmehr wolle er die SPD "in die Regierung führen mit einer rot-grünen Koalition". Die beiden Parteien holten zuletzt in einer Forsa-Umfrage auf. Seine SPD jedenfalls sei hoch motiviert, so Steinbrück: "Die Chance der SPD ist real."

Der Kandidat gibt sich also demonstrativ optimistisch - dabei liegt er selbst in den Umfragen seit Wochen abgeschlagen hinter Merkel. Für seinen Umfrage-Absturz gibt der Sozialdemokrat den Medien eine Mitschuld. Sicherlich habe er mit eigenen Äußerungen zum Einbruch seiner Umfragewerte beigetragen. "Wobei die Medien der Sache ihre eigene Dynamik gegeben haben", sagte er. Seine Äußerung zur Höhe des Kanzlergehalts etwa sei "weder neu noch auf mich persönlich bezogen" gewesen. "Es war in den Medien ein Top-Thema - und das hat natürlich eine Trefferwirkung", sagte Steinbrück.

Doch er wolle aus Fehlern lernen. Die Einlassung zum Gehalt des deutschen Regierungschefs etwa sei "sicherlich nicht glücklich" gewesen, gab er gegenüber der "Zeit" zu. Auch habe er lernen müssen, dass "Äußerungen von mir auf einer anderen Folie abgebildet werden - die Folie heißt Kanzlerkandidatur". Auf Ironie will Steinbrück künftig verzichten. Aber groß verändern will sich der SPD-Politiker dennoch nicht: "Weder werde ich meinen politischen Charakter verfremden noch schauspielern oder etwas inszenieren."

kgp/dpa

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1. Das kann er fordern bis er schwarz wird ...
coyote38 31.01.2013
Merkel und der Kanzlerinnen-Wahlverein wissen GANZ GENAU, dass die alternativlose Frontfrau Steinbrück rhetorisch und fachlich im direkten und unmittelbaren Schlagabtausch nicht gewachsen ist. Es würde mich nicht wundern, wenn man bei der CDU am Ende GAR KEINEM TV-Duell mit Steinbrück zustimmt.
2. optional
osteosoph 31.01.2013
Da sollte Frau Merkel auf jeden Fall zusagen - dann kann sie diesem selbstherrlichen "Herausforderer" schon vor der Wahl seine Grenzen aufzeigen. Noch besser waere es, wenn auch die anderer Zweidrittel der Troika mitantreten: Geteiltes Leid ist gedritteltes Leid...
3.
kuac 31.01.2013
Zitat von osteosophDa sollte Frau Merkel auf jeden Fall zusagen - dann kann sie diesem selbstherrlichen "Herausforderer" schon vor der Wahl seine Grenzen aufzeigen. Noch besser waere es, wenn auch die anderer Zweidrittel der Troika mitantreten: Geteiltes Leid ist gedritteltes Leid...
Ja sollte. Aber, dann muss sie Stellung beziehen und ihre Meinung sagen. Kann sie das?
4. .............
janne2109 31.01.2013
was nen jetzt schon???
5. Eigentor
tg923 31.01.2013
Frau Merkel muss eigentlich nur das tun was sie immer macht. Sich dazustellen und nichts sagen. Steinbrück wird sich selbst erledigen.Hat man bisher auch nur entfernt was von einem Wahlprogramm gehört und was er vor hat für den unwahrscheinlichen Fall seiner Wahl? Null. Stattdessen quälende Debatten über irgendwelchen Käse wie Kanzlergehalt und pipapo....das interessiert keinen. Was kann der eigentlich ausser jede Wahl zu verlieren bei der er bisher angetreten ist?
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  • Donnerstag, 31.01.2013 – 10:10 Uhr
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Das Wahljahr 2013
20. Januar: Landtagswahl in Niedersachsen
Die Niedersachsen haben entschieden - allerdings sehr knapp. Ein hauchdünner Vorsprung von einem Mandat für eine rot-grüne Koalition ermöglicht es dem SPD-Herausforderer Stephan Weil, den erst seit 2010 amtierenden David McAllister (CDU) als Regierungschef abzulösen. Nach dem anstehenden Machtwechsel zu Rot-Grün wird Schwarz-Gelb nur noch über 15 der 69 Stimmen im Bundesrat verfügen. Die schwächelnde FDP erreichte mit 9,9 Prozent der Stimmen ein sehr starkes Ergebnis - profitierte dabei aber von vielen strategisch wählenden CDU-Anhängern. Dennoch: Durch den Erfolg bleibt Philipp Rösler vorerst Parteichef, Fraktionschef Rainer Brüderle übernimmt lediglich die Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl.
September: Landtagswahl in Bayern
Die CSU hofft erneut auf eine absolute Mehrheit, die sie 2008 spektakulär verloren hat. Unter Ministerpräsident Horst Seehofer ging sie eine Koalition mit der FDP ein. Eine Neuauflage ist fraglich, weil die Liberalen laut Umfragen an der Fünfprozenthürde scheitern könnten. Die Sozialdemokraten blicken auf ihr schlechtestes Nachkriegsergebnis zurück. Die Grünen verbesserten sich damals leicht, die Freien Wähler waren erstmals erfolgreich.
September: Bundestagswahl
Die Unionsparteien setzen auf die populäre CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ihr Herausforderer ist der frühere SPD-Finanzminister Peer Steinbrück, der Rot-Grün anstrebt. 2009 hatte die Union der SPD die schlimmste Niederlage ihrer Nachkriegsgeschichte beigebracht. Der Fortbestand von Merkels schwarz-gelber Koalition ist ungewiss, weil der FDP nach ihrem großen Erfolg von 2009 das parlamentarische Aus droht.
September: Landtagswahl in Hessen
In Hessen wird der neue Landtag zusammen mit dem Bundestag gewählt. Volker Bouffier führt die CDU erstmals als Ministerpräsident in den Wahlkampf. Sein langjähriger Vorgänger Roland Koch hatte sich 2009 behauptet. Die SPD sieht sich nach ihrer verheerenden Niederlage damals wieder im Aufwind. Die FDP, mit der Bouffier regiert, kam 2009 auf ihr bestes Ergebnis seit den fünfziger Jahren, muss jetzt aber die Fünfprozentklausel fürchten.