TV-Kanzlerduell gegen Merkel Steinbrück lehnt Raab als Moderator ab

"Politik ist keine Unterhaltungssendung" - SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück will Stefan Raab nicht als Co-Moderator im TV-Duell mit Amtsinhaberin Angela Merkel - und erntet dafür harsche Kritik vom Haussender des Entertainers.

Moderator Stefan Raab: Zu unterhaltsam für ernste Politik?
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Moderator Stefan Raab: Zu unterhaltsam für ernste Politik?


München - SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück lehnt den Entertainer Stefan Raab als Co-Moderator für das gemeinsame TV-Duell mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ab. "Nein, Politik ist keine Unterhaltungssendung, sondern ein ernstes Geschäft, ohne dass es dabei humorlos zugehen muss", sagte Steinbrück der "Passauer Neuen Presse" auf die Frage, ob er mit dem ProSieben-Star Raab einverstanden wäre.

Im aktuellen SPIEGEL hatte sich der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) dafür ausgesprochen, das Moderatorenpersonal beim diesjährigen anders zusammenzusetzen. Bislang moderierten stets die profilierten Nachrichten- und Politik-Journalisten der Sender die Duelle. 2009 waren es etwa Peter Kloeppel (RTL), Maybrit Illner (ZDF), Frank Plasberg (ARD) und Peter Limbourg (Sat.1).

Er könne sich "gut vorstellen", dass Raab als Vertreter von ProSiebenSat.1 mitmoderiere, sagte Stoiber, der auch Beiratsvorsitzender der Münchner Sendergruppe ist. Es sei fatal, dass Jüngere sich zunehmend aus der politischen Debatte verabschiedeten. "Damit können wir uns nicht abfinden, sonst bekommt unsere Demokratie ein ernstes Problem", sagte Stoiber dem SPIEGEL. Sein Anliegen sei, wieder mehr junge Menschen mit Politik in Berührung zu bringen. "Da liegt es nicht fern, auch an Moderatoren zu denken, die die Jugend erreichen."

ProSiebenSat.1 kritisierte Steinbrück für die Ablehnung Raabs nun scharf. Steinbrücks Haltung sei ungewöhnlich. Es könne nicht sein, dass einzelne Politiker versuchten, den Sendern die Gesprächspartner vorzuschreiben. "'Steinbrück kneift vor Raab' ist auch keine schöne Schlagzeile, wenn man eine Wahl gewinnen möchte", sagte ein Sprecher.

Die Begründung Steinbrücks wies der Sprecher zurück. Raab habe "in zwei erfolgreichen Wahlsendungen und einer neuen Talkshow bewiesen, dass er ein ernstes Interesse an politischen Themen hat".

fdi/dpa



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insgesamt 235 Beiträge
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enricovii 13.02.2013
1. Wenn es nicht nur ein Fettnapf gewesen wäre ...
Herr Steinbrück nutzt wirklich jede Möglichkeit um sich als neuen Kanzler der Bevölkerung nicht anzubieten. Man kann schon bald sagen, dass er die Fettnäpfe auslässt und stattdessen gleich in die Fettwannen springt. Ein Politiker, der kein Gespür für Momente hat, wie soll er allen ernstes ein Land regieren? Die Frage sollte sich auch langsam die SPD stellen und lieber jetzt in den sauren Apfel beissen bevor es im Herbst ein verfaulter Apfel ist.
rhodensteiner 13.02.2013
2. Angst vor Unabhängigkeit
Ich kann mir schon vorstellen das Steinbrück einfach Angst vor einem unabhängigen Moderator hat, dem die Fragen nicht diktiert werden können. Das wäre für Steinbrück, aber sicher auch für andere Politiker, sicher zu riskant. Da greift man eben lieber zu den bewährten Systemjournalisten, die niemals kritische und unabgesprochene Fragen stellen würden.
gatsue 13.02.2013
3. Na, ich weiss nicht..
der Nussknacker als seriöser Polit-Onkel? Wie wär's denn mit Helge Schneider, der kann das.
mb52 13.02.2013
4. optional
Dass Stoiber die Idee mit Widerling Raab als Co-Moderator ins Spiel brachte, verwundert mich keineswegs. Was kann man denn schon von Stoiber erwarten? Dass Steinbrück diesen primitiven Vorschag ablehnt, spricht für ihn.
hp22 13.02.2013
5. Raab
hat zwar in zwei Wahlsendungen und einer Talkshow politisches Interesse gezeigt, aber eben auch, daß er sich auf diesem Gebiet nicht wirklich auskennt. Außer vorbereiteten provokanten Fragen kam da nichts. Deswegen ist Steinbrücks Ablehnung richtig.
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