SPD-Kanzlerkandidat: Miserable Umfragewerte für Steinbrück

Kanzlerkandidat Peer Steinbrück fällt in der Gunst der Wähler weiter zurück: Im aktuellen Deutschlandtrend der ARD sind lediglich 32 Prozent der Befragten mit seiner Arbeit zufrieden - es ist der schlechteste Wert für den SPD-Politiker seit Mai 2005.

Köln/Berlin - SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück büßt an Zustimmung ein. Nach einer Erhebung für den neuen ARD-Deutschlandtrend erreicht er die niedrigste Zustimmung seit seinem Wechsel in die Bundespolitik im Mai 2005. Nur noch 32 Prozent der Deutschen sind mit der politischen Arbeit des Sozialdemokraten zufrieden. Das sind vier Punkte weniger im Vergleich zum Vormonat.

Die Arbeit der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stößt dagegen bei 68 Prozent Zustimmung, ihr Wert ist im Vergleich zum Vormonat stabil. Damit führt die Regierungschefin weiter die Liste der beliebtesten Parteipolitiker an. Schlusslicht ist weiterhin FDP-Chef Philipp Rösler. Der Liberale büßt im Vergleich zum Vormonat fünf Punkte ein und erreicht nur noch auf eine Zustimmung von 18 Prozent.

Bei der Direktwahlfrage ist der Abstand zwischen Merkel und Steinbrück so groß wie noch nie. Wenn die Deutschen ihre Bundeskanzlerin oder ihren Bundeskanzler direkt wählen könnten, würden sich 60 Prozent für Merkel entscheiden - das sind zwei Punkte mehr im Vergleich zum Vormonat. Nur 25 Prozent (minus ein Punkt) würden hingegen Steinbrück wählen.

Union gewinnt, SPD verliert

In der sogenannten Sonntagsfrage gewinnt die Union gegenüber der Vorwoche zwei Punkte hinzu, sie liegt bei 41 Prozent. Die SPD verliert einen Punkt und kommt auf 27 Prozent. Die FDP erreicht wie in der Vorwoche vier Prozent. Die Grünen kommen auf 14 Prozent (minus ein Punkt). Die Linke bleibt unverändert bei acht Prozent, die Piraten drei Prozent.

48 Prozent der Deutschen sind der Ansicht, die kommende Bundesregierung sollte wieder von der Union geführt sein, das ist ein Punkt mehr als im Februar. 37 Prozent finden hingegen, es müsse ein Wechsel kommen, die SPD solle die Regierung führen (minus acht Punkte).

Mehrheit für Plätze für türkische Medienvertreter beim NSU-Prozess

Der Deutschlandtrend, den das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap für die ARD erhoben hat, beschäftigt sich mit weiteren Themen:

  • Drei Viertel der Deutschen glauben an Zuspitzung der Euro-Krise: Nach der Erhebung sind 75 Prozent der Ansicht, "der schlimmste Teil der Euro- und Schuldenkrise steht uns noch bevor". 65 Prozent sind der Meinung, "Angela Merkel hat in der Euro-Krise richtig und entschlossen gehandelt". 50 Prozent finden es "richtig, dass Anleger und Sparer in Zypern Teile ihres Geldes abgeben müssen". Nur ein Drittel der Deutschen (33 Prozent) glaubt, "die Bundesregierung denkt bei der Euro-Rettung zu wenig daran, wie es den Menschen in den Krisenländern geht".
  • Mehrheit will Steuern für höhere Einkommen anheben: Die Mehrheit der Deutschen befürwortet die Pläne der Sozialdemokraten, nach der Bundestagswahl die Steuern für höhere Einkommen anzuheben. 58 Prozent finden das richtig. 37 Prozent sprechen sich dagegen aus.
  • Türkische Medienvertreter sollen bei NSU-Prozess Plätze erhalten: Zwei Drittel der Deutschen wollen, dass den Mitte April beginnenden Prozess gegen die NSU auch türkische Medienvertreter im Gerichtssaal verfolgen können. 70 Prozent finden, das Gericht sollte sicherstellen, dass Vertreter türkischer Medien auf jeden Fall im Gerichtssaal vertreten sind. 25 Prozent sind dagegen.
  • Deutsche zufriedener mit Papst Franziskus als mit Papst Benedikt XVI.: Im Vergleich der beiden Päpste sind 55 Prozent der Deutschen mit der Amtsführung des neuen Papstes Franziskus aus Argentinien zufriedener. Nur acht Prozent zeigen sich mit dem ehemaligen Papst Benedikt XVI. aus Deutschland zufriedener. 55 Prozent der deutschen Katholiken denken, dass Franziskus die katholische Kirche "nur ein wenig" verändern wird. Sechs Prozent der Katholiken meinen, dass er die katholische Kirche "sehr stark", 23 Prozent, dass er sie "stark" verändern wird. 14 Prozent der Katholiken glauben, Papst Franziskus werde die katholische Kirche "gar nicht" verändern.

Für den ARD-Deutschlandtrend hat Infratest dimap im Auftrag der ARD-Tagesthemen am Dienstag und Mittwoch 1002 Wahlberechtigte, für die Sonntagsfrage 1502 Wahlberechtigte bundesweit telefonisch befragt. Die Fehlertoleranz liegt bei 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten.

heb

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insgesamt 291 Beiträge
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1. SPD wird Kanzler,
guentherprien 04.04.2013
aber nur wenn Herr Helmut Schmidt nochmal ja sagt, ansonsten können es die Genossen vergessen. Schon irgendwelche -leaks bekannt über das ewige Gold, dass Steinreich umgibt, auf dem Schal, der Brille etc ? Vielleicht noch nicht einmal of Guernsey erwuenscht gewesen. Herbert Wehner wäre mehr als disappointed....!
2. Da wird sich Mutti...
verbalix 04.04.2013
...ja in Sicherheit wiegen dürfen.Allerdings nur bis zum 22.09.des Jahres.
3. Steinbrück
widower+2 04.04.2013
Steinbrück als Kanzlerkandidat lässt Murksel ja geradezu als alternativlos erscheinen. Der unglaubwürdigste "Sozialdemokrat" aller Zeiten soll eine Chance gegen diese eiskalte Machtpolitikerin haben? Lächerlich! Dass dieser Typ als "Gegenkandidat" gegen Merkel antritt zeigt, dass an unserer "Demokratie" etwas grundlegend faul ist.
4. Wen wunderts?
stranzjoseffrauss 04.04.2013
nen Trabbi gewinnt auch nicht die Formel1
5. Um Steinbrück....
kenterziege 04.04.2013
Zitat von sysopKanzlerkandidat Peer Steinbrück fällt in der Gunst der Wähler weiter zurück: Im aktuellen ARD-Deutschlandtrend sind lediglich 32 Prozent der Befragten mit seiner Arbeit zufrieden - es ist der schlechteste Wert für den SPD-Politiker seit Mai 2005. Steinbrück: SPD-Kanzlerkandidat verliert weiter an Zustimmung - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/steinbrueck-spd-kanzlerkandidat-verliert-weiter-an-zustimmung-a-892626.html)
...geht es doch gar nicht mehr! Die SPD hätte ja sogar Eurobonds zugestimmt! Angesichts der desaströsen Situation in den ClubMed-Ländern ist nur noch eine Modifikation der Euro-Währung gefragt! Jeden Tag steigen die Zustimmungswerte der ALTERNATIVE FÜR DEUTSCHLAND um 0,1%! Jetzt kann sich jeder ausrechnen, wann die 10% erreicht sind! Das wird Deutschland mehr verändern, als jeder Pups von den Systemparteien, die sich ja zum verwechseln ähnlich geworden sind und keine Alernative mehr bieten! Steinbrück ist Vergangenheit pur!!!!
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