Aufarbeitung: Steinbrück veröffentlicht seine Stasi-Akte

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SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück: Spitzel im weiteren Verwandtenkreis

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat seine Stasi-Akte ins Internet gestellt. Die Papiere sind nun auf seiner Homepage einsehbar. Daraus geht hervor, dass er bei DDR-Besuchen von einem Inoffiziellen Mitarbeiter im Verwandtenkreis überwacht wurde.

Berlin - SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat am Donnerstag seine Stasi-Akte im Internet veröffentlicht. "Nicht nur Medienvertreter, sondern alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sollen die Dokumente einsehen und sich ein eigenes Urteil bilden können", erklärte Steinbrück auf seiner persönlichen Homepage peer-steinbrueck.de. Die Akte, die ihm am 8. August übermittelt worden sei, enthalte aus seiner Sicht "keine essentiellen Informationen": "Ich habe jetzt lediglich erfahren, welche Person mich bei meinen Besuchen in der DDR bespitzelte."

Dabei handelte es sich laut Steinbrück um einen Inoffiziellen Mitarbeiter der Stasi, der zu seinem weiteren verwandtschaftlichen Umfeld gehörte. Dieser habe vor allem Übertreibungen, Wichtigtuereien oder Fehlerhaftes geliefert. "Seine Denunziation, ich sei Marxist, könnte allenfalls für schlechtes politisches Kabarett taugen", erklärte Steinbrück und bekräftigte: "Weder die Stasi noch andere Geheimdienste haben je versucht, mit mir Kontakt aufzunehmen."

In der Akte sind drei Besuche bei einer Cousine in Meiningen in den Jahren 1975 bis 1977 vermerkt. Ein beabsichtigter Besuch 1980 sei wegen der bevorstehenden Bundestagswahl abgesagt worden, meldete der Spitzel an die Stasi. Ab Januar 1981 endet laut der Akte auch die Korrespondenz zwischen Steinbrück und seiner Verwandtschaft im Osten. In der Akte heißt es dazu: "Der IM schätzt dazu ein, dass ihm die Korrespondenz von staatlicher Seite verboten wurde." Ab 1. März 1981 werde Steinbrück Mitarbeiter der Ständigen Vertretung der BRD in der Hauptstadt der DDR. Die Stasi schätze ihn als "eindeutigen Vertreter der Theorie des demokratischen Sozialismus - Prägung der bundesdeutschen SPD. "Den real existierenden Sozialismus in der DDR, den er als sowjetischen Sozialismus bezeichnete, lehnt er ab", heißt es weiter.

ler/dpa

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insgesamt 36 Beiträge
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1. Isser nisch doll der Peer.
sth 22.08.2013
Ich kann ihn nicht mehr sehen. Wer will das denn nun wieder wissen. Es wäre doch mal schön zu wissen, wofür Herr Steinbrück nun wirklich inhaltlich steht. Dass er selbst bei der Stasi nur wenig Aufmerksamkeit erfahren hat, ist jetzt auch kein Grund ihn zu wählen. Vielleicht bringt ihn ja seine neue Anti- Hoeneß - Kampagne weiter. Gott wie armselig, eindimensional und beschämend.
2.
Neurovore 22.08.2013
Zitat von sysopDPASPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat seine Stasi-Akte ins Internet gestellt. Die Papiere sind nun auf seiner Homepage einsehbar. Daraus geht hervor, dass er bei DDR-Besuchen von einem Inofiziellen Mitarbeiter im Verwandtenkreis überwacht wurde. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/steinbrueck-veroeffentlicht-seine-stasi-akte-a-918115.html
Finde ich gut! Im Gegenzug sollte Frau Dr. Merkel ihre Honorarverträge mit den Stadtwerken Bopchum GmbH, die Beraterverträge mit der Anwaltskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer, die Strategiepapiere zur Bankenrettung und die Gesetzesentwürfe zur damaligen Deregulierung veröffentlichen. Noch besser fände ich es, wenn die die Themen tauschen würden...
3. Nummer zu gross ?
Spiegelansgar 22.08.2013
Ist das nun wieder ein Ei, welches Peer S. ins Nest gelegt ist ? - Wenn er sich bis heute nie richtig ueberwacht gefuehlt hat, jetzt wird er wirklich ueberwacht, mit jedem Raeuspern, welches er von sich gibt. - Ausserdem scheint er langsam nervoes zu werden, wenn er sich von Tag zu Tag gegen Vorwuerfe zu verteidigen beginnt, die noch nicht gar nicht gegen ihn erhoben sind. Vielleicht kaemmt er taeglich seine Erinnerungen durch nach allen moeglichen Kompromittierungen, die vor dem 22. September noch ueber ihn veroeffentlicht werden koennten. - Sagen Sie doch mal, Frau Steinbrueck, ist Ihr Vorhaben, Kanzler zu werden, nicht eine Nummer zu gross fuer Peer ?
4. Steinbrück
euslei 22.08.2013
An Steinbrück können sich die Leute die eine Medienkampagne losgetreten haben ein Beispiel nehmen und mal Fragen an die richtigr Adresse senden. Wo ist die Merkel Stasi Akte? Wie war das mit der Obversation von Havermann? Welche Quailfikation muss man haben um bei Spiegel online schreiben zu dürfen? Wo lernt man den Gebrauch von Adjektiven und Attributen möglichst diffamierend zu verwenden ? Ich nenne mal nur zwei Namen, Medick und Wittrock mit sachlichen Berichten haben deren Pamphlete nichts zu tun.. Aber trotzdem deren Formulierung, ausser der Kanzlerin zeigt das Werbefilmchen: nichts, wie wahr es zeigt ein Nichts. Deren Werbefotos wurden mit Photoshop so verändert, dass man von einem Fake sprechen kann.
5. Ergänzung
sth 22.08.2013
Wenn einem seine Stasiakten nunmehr eine moralische Wertigkeit oder Legitimation verleihen sollen, werde ich meine vor der nächsten Wahl auch mal ins Netz stellen. Da ich es auch zwei mal in den Verhörraum geschafft habe, könnte es wohl klappen. Leider empfinde ich diese Art der Selbstdarstellung (schaut her, auch die Stasi sagt ich bin ein toller Sozialdemokrat ) als Ohrfeige für alle wirklich gelitten haben und verhilft diesen Leuten noch immer zu grosser Bühne. Aufrichtigkeit bekommt man nicht mit Stasiakten bescheinigt, aber sie in dieser Form zu nutzen ist würdelos. Dann lieber eine Wahl aufrecht verlieren.
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