Bundestagswahl 2013: Steinbrück wird Kanzlerkandidat der SPD

Der Weg ist frei für Peer Steinbrück - er kann Kandidat der SPD für die Bundestagswahl 2013 werden und gegen Angela Merkel antreten. Nach langem Hin und Her hat sein letzter Mitbewerber Frank-Walter Steinmeier verzichtet.

SPD-Politiker Steinbrück: Der Kandidat
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dapd

Hamburg - Ex-Finanzminister Peer Steinbrück wird aller Voraussicht nach SPD-Kanzlerkandidat. Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier steht nach Informationen von SPIEGEL ONLINE dafür nicht zur Verfügung. Wie Parteikreise bestätigten, will Parteichef Sigmar Gabriel dem SPD-Vorstand bereits am Montag in einer Sondersitzung Steinbrück als Kandidat vorschlagen.

Ursprünglich wollte die SPD-Troika aus Gabriel, Steinmeier und Steinbrück erst im kommenden Jahr entscheiden, wer von ihnen bei der Bundestagswahl 2013 als Spitzenkandidat antreten soll. Zuletzt war der Druck auf die Sozialdemokraten wegen einer rascheren Entscheidung immer größer geworden. Daraufhin beschloss die SPD-Spitze, die Antwort auf die K-Frage vorzuziehen.

Gabriel sagte seine Teilnahme am Kommunalkongress der bayerischen SPD-Landtagsfraktion in München am Freitag kurzfristig ab. Die nächste reguläre SPD-Vorstandssitzung war eigentlich für den 15. Oktober vorgesehen. Für den 24. November ist ein kleiner Parteitag der SPD in Berlin angesetzt, auf dem unter anderem über das Rentenkonzept Gabriels endgültig entschieden werden soll.

Der 65-jährige Steinbrück war zuletzt bereits Favorit für die Spitzenkandidatur. Steinmeier hatte Gabriel offenbar schon vor einigen Wochen darüber informiert, dass er nicht erneut antreten will. 2009 war Steinmeier als Herausforderer Merkels klar gescheitert.

In der SPD und dort vor allem bei den Parteilinken ist Steinbrück nicht unumstritten. Sie werfen ihm zu konservativen Positionen vor. In parteiinternen Umfragen liegt Steinbrück derzeit aber knapp vor Steinmeier - im direkten Vergleich mit Kanzlerin Merkel allerdings liegen beide deutlich zurück.

Die SPD hat in den vergangenen Wochen heftig um ein Rentenkonzept von Parteichef Gabriel gerungen, sich zuletzt aber auf einen Konsens geeinigt. Steinbrück will sich nun mit einem neuen Finanzmarktkonzept profilieren: Banken sollen dazu verpflichtet werden, einen Rettungsschirm mit eigenem Geld einzurichten. Dafür seien 150 bis 200 Milliarden Euro nötig, sagte er dem SPIEGEL. Außerdem fordert er, die Spekulation mit Rohstoffen zu verbieten.

ffr/dpa

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insgesamt 381 Beiträge
Guardsman 28.09.2012
Okay! Dann waehl' ich naechstes Jahr gruen ...
Okay! Dann waehl' ich naechstes Jahr gruen ...
klausbrause 28.09.2012
das macht mir die Wahl ziemlich einfach.
das macht mir die Wahl ziemlich einfach.
hannes46 28.09.2012
...der Mann hat Erfahrung darin, wie man Wahlen verliert, da ist er als Spitzenkandidat der SPD genau auf dem richtigen Platz!
...der Mann hat Erfahrung darin, wie man Wahlen verliert, da ist er als Spitzenkandidat der SPD genau auf dem richtigen Platz!
echobravo 28.09.2012
jemand verstanden, warum die SPD einen Kanzlerkandidaten aufstellt? :)
jemand verstanden, warum die SPD einen Kanzlerkandidaten aufstellt? :)
TheK79 28.09.2012
Die richtige Überschrift wäre "SPD-Troika bestimmt parteiengesetzwidrig einen Kanzlerkandidaten". Die Kandidaten für eine Wahl (wie auch die Mitglieder des Parteivorstandes) werden nämlich ALLEINE von der [...]
Die richtige Überschrift wäre "SPD-Troika bestimmt parteiengesetzwidrig einen Kanzlerkandidaten". Die Kandidaten für eine Wahl (wie auch die Mitglieder des Parteivorstandes) werden nämlich ALLEINE von der Mitgliederversammlung gewählt. Traurig, dass dieses Verhalten hier als völlig normal dargestellt wird.
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  • Freitag, 28.09.2012 – 09:38 Uhr
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Bundestagswahl 2013

Steinbrück oder Merkel - wer soll Kanzler werden?

  • Angela Merkel
  • Peer Steinbrück
  • Keiner von beiden

Kurzporträts der SPD-Spitze
REUTERS
Mit 51 Jahren wurde Gabriel, Jahrgang 1959, jüngster Parteichef seit Willy Brandt. In der Großen Koalition war er bis Herbst 2009 Umweltminister und profilierte sich im Wahlkampf mit Attacken gegen die Atomkraft. Nach dem Wahldesaster der Sozialdemokraten griff er entschlossen nach dem Parteivorsitz. Nach einem starken Start hat seine Autorität zuletzt im Streit um Thilo Sarrazin und die Migrantenquote Schaden genommen. Als natürlicher Kanzlerkandidat gilt er inzwischen nicht mehr.

Der gelernte Lehrer aus Goslar ist seit 1977 SPD-Mitglied. Mit 40 Jahren war er jüngster deutscher Ministerpräsident in seinem Heimatland Niedersachsen (1999-2003). Nach der Abwahl wechselte Gabriel nach Berlin und gab ein Intermezzo als "Pop-Beauftragter" der Sozialdemokraten, was ihm eher Spott als Anerkennung einbrachte ("Siggi Pop"). Gabriel ist mit einer Zahnärztin verheiratet.





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