Wechsel auf Diplomatenposten Steinmeier ernennt neue Botschafter

Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat erste personalpolitische Entscheidungen getroffen. Eine Reihe wichtiger Botschafterposten wird neu besetzt - in Washington, London, Warschau, Athen und Moskau.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD): Neue Posten besetzt
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Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD): Neue Posten besetzt


Berlin - Es ist gute Tradition im Amt, dass bei einem Regierungswechsel der Vorgänger seinem Nachfolger die Besetzung wichtiger Botschafterposten überlässt. Nur wenige Wochen im Amt, hat Frank-Walter Steinmeier in diesen Tagen erste personalpolitische Entscheidungen für die deutschen Auslandsvertretungen getroffen.

Gleich auf mehreren wichtigen Posten werden demnächst neue Gesichter Platz nehmen, wie SPIEGEL ONLINE aus Regierungskreisen am Mittwoch bestätigt wurde.

Die wichtigste Neuigkeit betrifft die Botschaft in den USA. So billigte das Bundeskabinett am Mittwoch auf Vorschlag des Auswärtigen Amtes die Ernennung des 59-Jährigen Peter Wittig. Seit 2009 Deutschlands Vertreter an der Uno in New York, wird er nun Nachfolger des bisherigen Botschafters Peter Ammon in Washington. Neuer deutscher Uno-Vertreter in New York wird der bisherige Staatssekretär des Auswärtigen Amt, Harald Braun. Der bisherige Washington-Botschafter, Peter Ammon, bezieht wiederum seinen neuen Posten in London.

Wittig wurde vor allem durch die TV-Bilder aus dem Frühjahr 2011 bekannt: Damals musste er sich auf Wunsch der schwarz-gelben Bundesregierung bei der Abstimmung über eine deutsche Beteiligung am Libyen-Einsatz im Uno-Sicherheitsrat enthalten.

Der ungewöhnliche Schritt wurde in der darauffolgenden öffentlichen Debatte dem damaligen Außenminister Guido Westerwelle (FDP) angelastet - und löste einen heftigen politischen wie medialen Streit über Deutschlands Rolle in militärischen Konflikten aus. Wittig nimmt seinen Posten in Washington zu einem schwierigen Zeitpunkt ein: Die deutsch-amerikanischen Beziehungen sind durch die NSA-Affäre belastet.

Auch auf anderen Spitzenposten der Welt wird es im Auswärtigen Amt Veränderungen geben. Von Warschau aus geht der bisherige Botschafter Rüdiger Freiherr von Fritsch-Seerhausen nach Moskau. Fritsch war von 2004 bis 2007 Vizepräsident des Bundesnachrichtendienstes gewesen, seit 2010 war er Deutschlands höchster Diplomat an der Weichsel. Seine Funktion in Polens Hauptstadt wird künftig Rolf Wilhelm Nikel einnehmen, bislang Beauftragter der Bundesregierung für Abrüstung und Rüstungskontrolle.

Bereits bekannt wurde vergangene Woche, dass der bisherige Botschafter in Athen, Wolfgang Dold, durch den Beauftragten für EU-Außenbeziehungen im Auswärtigen Amt, Peter Schoof, abgelöst wird.

Für Diplomaten ist die griechische Hauptstadt kein ungefährlicher Ort: Auf die Residenz des Botschafters Dold in Athen verübten Unbekannte erst jüngst einen Anschlag. Die Polizei fand rund 60 Patronenhülsen, darunter auch ein Projektil im Kinderzimmer der Tochter, die zum Zeitpunkt des Attentats im Zimmer schlief.

sev/dpa

insgesamt 6 Beiträge
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kritilligenz 15.01.2014
1. Libyen
Nur wenige Entscheidungen von FDP-Ministern der vorherigen Regierung sind mir positiv in Erinnerung geblieben. Dazu zählt aber auf jeden Fall die Tatsache, dass sich die Bundesrepublik - dank Westerwelles Veto-Anordnung im Sicherheitsrat - nicht am Libyen-Krieg beteiligt hat!
messwert 15.01.2014
2. Jetzt gilt es halt bewährte SPDler zu versorgen!
Typisch für neue Koalitionsbonzen! Zuerst werden Partei-Spezis untergebracht und je nach Bedarf, auch neue Abteilungen gegründet. Was schert es hierbei also Außenminister Steinmeier, ob und wie gut diese entlassenen Top-Botschafter ihr Amt ausgeführt haben. Die dicke Kohle für beide Seiten, den freigestellten Geschassten mit Anhang, sowie den Neuen mit Gefolge, wird ja ohnehin vom dt. Steuerzahler geholt.
Hippopotamus49 15.01.2014
3. Wenn man keine Ahnung hat.....
lieber messwert, dann sollte man sich vielleicht erst mal schlau machen: Ein Botschafter wird versetzt, und zwar nicht in den einstweiligen Ruhestand, sondern auf einen anderen Posten. Ist schon blöd, wenn die Fakten die eigenen Vorurteile widerlegen. Ob auch nur einer dieser Botschafter SPD-Mitglied ist, weiß im Übrigen auch keiner....
robert.c.jesse 15.01.2014
4. Man kann es billiger haben
Nachdem Merkel sich persönlich "beschwert" und NICHTS erreicht hat außer Schulterzucken und stillen Spott, frägt man sich wozu noch Botschafter gebraucht werden, wenn man die Chefin abblitzen lässt. Ein Pass & Visa Amt mit den notwendigen Bürokraten reicht doch. Wozu diese machtlosen Diplomaten mit Steuergeld füttern?
neu_im_forum 15.01.2014
5. @messwert
Haben Sie den Artikel gelesen? Neue Abteilungen? Googlen Sie doch mal nach den Namen. Alles altgediente Diplomaten. Keine SPD Leute die man unterbringen wollte! Erzählen Sie keine Märchen!
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