Steinmeier zur K-Frage der SPD: "Natürlich spielen Umfragen eine Rolle"

Fraktionschef Steinmeier hat Kriterien für die Auswahl des SPD-Kanzlerkandidaten genannt. Entscheidend seien die Umfragewerte und der Rückhalt in den eigenen Reihen. Günstig für ihn - da liegt der Sozialdemokrat vor seinen Mitbewerbern Steinbrück und Gabriel.

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dapd

Fraktionsvorsitzender Steinmeier: "Elf-Freunde-Rhetorik passt nur begrenzt in der Politik"

Berlin - Eigentlich will die SPD die Frage der Kanzlerkandidatur erst Anfang 2013 nach der niedersächsischen Landtagswahl fällen. Doch Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier nennt bereits Kriterien, die seiner Meinung nach für die Auswahl wichtig sind: Von Bedeutung sei auch, "wie der Kanzlerkandidat mit der eigenen Partei klarkommt und welche Chancen er in einem Wählerpublikum außerhalb der Partei hat", sagte er der "Welt". "Natürlich spielen Umfragen eine Rolle."

Nach diesen Kriterien sieht es für Steinmeiers Mitanwärter eher ungünstig aus: SPD-Chef Sigmar Gabriel hat von ihnen die schwächsten Umfragewerte, Ex-Finanzminister Peer Steinbrück stößt auf die größten internen Vorbehalte, vor allem beim linken Parteiflügel.

"Entscheidend ist die Frage, wer bei der Gesamtwürdigung aller Umstände die größten Chancen hat, die SPD in die Regierung zu führen", sagte Steinmeier weiter. Er ging vorsichtig auf Distanz zu Gabriel, der auf Facebook die Situation in Hebron mit einem "Apartheid-Regime" verglichen hatte. Er wisse, welche Emotionen einen bewegen "angesichts der Menschen, die sich in der Region kaum frei bewegen können", so Steinmeier.

"Ich bin auf der anderen Seite so lange mit der Region befasst und auch persönlich so intensiv mit ihr verbunden, dass ich weiß: Es gibt nicht nur die eine Ungerechtigkeit." Es spreche nichts dagegen, dass Politiker sich in sozialen Netzwerken wie Facebook austauschten, in denen die Kommunikation direkter und emotionaler sei. "Man muss aber aufpassen." Es handele sich nicht um völlig voneinander getrennte Sphären. "Facebook hat Rückwirkungen in eine professionalisierte Kommunikation, die ja weiterhin besteht."

Differenzen innerhalb der SPD-Troika beschrieb der Fraktionschef als natürlich. "Die Elf-Freunde-Rhetorik passt nur sehr begrenzt in der Politik", sagte er. "Da kommen Leute mit unterschiedlichen Biografien und Mentalitäten - und machen trotzdem gemeinsame Arbeit. So sehe ich das für Peer Steinbrück, Sigmar Gabriel und mich." Entscheidend sei, dass man sich zu einer gemeinsamen Position zusammenfinde. Das sei in den vergangenen zwei Jahren immer gelungen.

Steinmeier bestritt, dass er sich in den vergangenen Monaten über ein Mitglied der Troika geärgert habe. "Wir drei gehen professionell mit Situationen um, in denen wir eine gemeinsame Haltung zu offenen Fragen finden müssen."

heb

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insgesamt 31 Beiträge
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1. Ich wähle sowieso.......
analyst2 07.04.2012
Zitat von sysopFraktionschef Steinmeier hat Kriterien für die Auswahl des SPD-Kanzlerkandidaten genannt. Für ihn sind die Umfragewerte und der Rückhalt in den eigenen Reihen entscheidend - günstig für ihn: Da liegt der Sozialdemokrat vor seinen Mitbewerbern Steinbrück und Gabriel. Steinmeier zur K-Frage der SPD: "Natürlich spielen Umfragen eine Rolle" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,826249,00.html)
...die Piraten.Da interessiert mich wenig ob bei der SPD ein Sack Reis umfällt oder nicht.
2. Wenn
remende 07.04.2012
Zitat von sysopFraktionschef Steinmeier hat Kriterien für die Auswahl des SPD-Kanzlerkandidaten genannt. Für ihn sind die Umfragewerte und der Rückhalt in den eigenen Reihen entscheidend - günstig für ihn: Da liegt der Sozialdemokrat vor seinen Mitbewerbern Steinbrück und Gabriel. Steinmeier zur K-Frage der SPD: "Natürlich spielen Umfragen eine Rolle" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,826249,00.html)
sich dann 2013 die Frage für die SPD stellt Juniorpartner in einer grossen Koalition oder Kanzler stellen dann kommt ein Bündnis SPD,Die Linke und Die Grünen raus. Den Piraten sei gedankt . Armes Deutschland !!!
3. Selten so gelacht
Wasnun 07.04.2012
Zitat von sysopFraktionschef Steinmeier hat Kriterien für die Auswahl des SPD-Kanzlerkandidaten genannt. Für ihn sind die Umfragewerte und der Rückhalt in den eigenen Reihen entscheidend - günstig für ihn: Da liegt der Sozialdemokrat vor seinen Mitbewerbern Steinbrück und Gabriel. Steinmeier zur K-Frage der SPD: "Natürlich spielen Umfragen eine Rolle" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,826249,00.html)
Kanzlerkandidat muß man sein und wollen. Und nicht nach allen möglichen Kriterien wie Unfragewerten, verbundenheit in der Partei usw. schielen. Will Steinmeier den Kanzelerkandidaten nach seinen Kriterien auswählen lassen? Dann hat die SPD von vornehherein verloren.
4. Was erzählt uns Steinmeier?
Wasnun 07.04.2012
Zitat von sysopFraktionschef Steinmeier hat Kriterien für die Auswahl des SPD-Kanzlerkandidaten genannt. Für ihn sind die Umfragewerte und der Rückhalt in den eigenen Reihen entscheidend - günstig für ihn: Da liegt der Sozialdemokrat vor seinen Mitbewerbern Steinbrück und Gabriel. Steinmeier zur K-Frage der SPD: "Natürlich spielen Umfragen eine Rolle" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,826249,00.html)
Künftig den triple-Kanzler, nach der Doppelspitze der Grünen? Alle 3 Stunden oder jeden dritten Tag mimt ein anderer den Kanzler!
5. Wirklich?
debreczen 07.04.2012
Zitat von sysopFraktionschef Steinmeier hat Kriterien für die Auswahl des SPD-Kanzlerkandidaten genannt. Für ihn sind die Umfragewerte und der Rückhalt in den eigenen Reihen entscheidend - günstig für ihn: Da liegt der Sozialdemokrat vor seinen Mitbewerbern Steinbrück und Gabriel. Steinmeier zur K-Frage der SPD: "Natürlich spielen Umfragen eine Rolle" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,826249,00.html)
Wenn er ernsthaft auf Umfragen achtete, dann wäre der ganze Hartz-IV- und Angriffskriegertroß aus der Schröder-Fischer-Ära mitsamt den Energie- und Versicherungslobbyisten längst aus der Politik abgetreten. Wenn die CSU sozialer ist als die SPD, würde ich mal über die Inhalte statt über die Personen nachdenken, an Steinmeiers Stelle. - Aber wahrscheinlich findet der es völlig selbstverständlich, wenn Politik nur noch aus verschiedenen vorgedruckten Texten besteht, mit denen dem Volk die internationale neoliberale Finanzwirtschaft als alternativlos angedreht werden soll. ... alles nur zu deinem Besten, sagte der Fuchs und fraß den Hasen.
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