Ministerpräsident Weil zur CSU "Ich finde das widerlich"

Der niedersächsische SPD-Ministerpräsident Stephan Weil rechnet mit der CSU-Spitze ab - und wirft ihr AfD-Politik vor. In einem Zeitungsinterview sagt er außerdem: "Deutschland hat ein Rassismus-Problem."

Stephan Weil
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Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sorgt sich angesichts der Diskriminierung von Menschen mit ausländischen Wurzeln. "Deutschland hat ein Rassismusproblem, das lässt sich nicht leugnen", sagte er im Interview mit dem "Tagesspiegel".

Das Misstrauen gegen und die Ablehnung von Menschen mit Migrationshintergrund bedrückten ihn sehr. "Die deutsche Mehrheitsgesellschaft darf unser Rassismusproblem nicht länger ignorieren oder verharmlosen", forderte Weil.

Auch die Politik trage für die Entwicklung Verantwortung. "Politik muss Sicherheit und Vertrauen vermitteln. Das war in der Flüchtlingspolitik von Angela Merkel anfangs sicher nicht der Fall. Sie war leider planlos", sagte Weil.

"Hemmungslos das Geschäft der AfD betrieben"

Zudem kritisierte Weil das Verhalten der CSU im Unionsstreit scharf. "Seehofer und Söder haben hemmungslos das Geschäft der AfD betrieben. Ich finde das widerlich", sagte er dem "Tagesspiegel". Er sei "stocksauer" auf die CSU, die das Ansehen der Bundesregierung nachhaltig beschädigt habe.

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insgesamt 126 Beiträge
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Beagle-Fan 04.08.2018
1. Und ich finde....
Herr Weil macht mit Beleidigungen gerade so weiter. Widerlich sind mir einige Politiker. Das kann ich mir erlauben. ich stehe nicht im Rampenlicht der Politik. Mit diesen Begriffen geht die Verrohung der Sprache immer weiter. Warum diese populistische Sprache? Frau Barley sollte sich das mal anschauen. Da werden ehrliche und verdiente Politiker wie Seehofer - der hat als MP von Bayern das Land jahrelang geleitet- respektlos als Hetzer bezeichnet. Darf ich künftige andere auch als Hetzer bezeichnen? Hetzer, Nazi, das ist der neue sprachliche Trend der Beleidigung. Solche hetzerischen Beiträge würden überall zensiert. Nur die Politiker haben Narrenfreiheit.
Southwest69 04.08.2018
2. Ich glaubs nicht was ich lese..
aber danke Hr. Weil, endlich mal ein echter Konservativer der die Diskussion in die richtige Richtung lenkt. Das gibt ein wenig Hoffnung zurück.
voiceecho 04.08.2018
3. Es wurde Zeit,
dass endlich ein Spitzenpolitiker ein Rassismus Problem in Deutschland erkennt! Deutschland hat ein massives Rassismus Problem und zwar schon sehr lange, das Problem wird aber jetzt erst sichtbar, insbesondere da die AFD alle Rassisten im Lande ein Parlamentes Gesicht gibt! Es ist eigentlich toll, dass Mesut Özil das Thema endlich öffentlich gemacht hat und das hashtag #metwo spricht eigentlich Bände, was in diesem Land so los ist, insbesondere die teilweise ekelhaften Kommentare vieler Floristen darauf! Ebenso schlimm ist die Reaktion der Kollegen von Özil auf seine Reaktion, insbesondere die von Neuer und Müller, die festgestellt haben, dass im deutschen Sport keinen Rassismus gibt! Ernsthaft? Oder haben Sie jeglichen Realitätsbezug verloren? Vlt. sollten sie aber auch bei Boateng oder Gnabry mal nachfragen, ob sie auch keinen Rassismus erkennen in diesem Land erkennen! Über die CSU kann man hier aus Platzmangel nicht mehr schreiben!
trex#1 04.08.2018
4. Jede Partei hat ihr Schicksal in der eigenen Hand
Weil unterstellt der deutschen Mehrheitsgesellschaft also, Rassisten zu sein. Dann darf sich die SPD nicht wundern, wenn sie ihre früheren Wähler aus dieser Mehrheitsgesellschaft zunehmend verliert. Und viele Menschen mit Migrationshintergrund sehen die Entwicklung in Deutschland mittlerweile ebenso wie die deutsche Mehrheitsgesellschaft Eine Partei, die sich nur um die Minderheiten kümmert, kann nicht als Volkspartei überleben. Ohne die vielen Traditionswählern unter den Rentnern würde es für die SPD noch schlimmer aussehen.
derhey 04.08.2018
5. Rassismusproblem
Herr Weil, nennen sie mir ein Land, in dem es kein Rassismusproblem, wenn man es so nennen will, gibt! Selbst Schweden, Finnland, erst recht Italien, von Ungarn und Polen ganz zu schweigen. Aber auch Frankreich, Griechenland, USA, Japan, Korea und und und - hängen Sie bitte dieses Thema etwas niedriger, würde der Sache gut tun als jetzt, nur weil es gerade Mode ist, damit versuchen zu Punkten. Ich bin sehr für Zuwanderung, nur dieses Thema immer wieder aufs Neue ausbreiten schadet eher als daß es einer Versachlichung dient.
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