Sterbehilfe Lauterbach will Ärzten Beihilfe zum Suizid erlauben

Ein striktes Sterbehilfe-Verbot hält er nicht mehr für zeitgemäß, sagt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach im SPIEGEL-Interview. Diese Meinung teilen auch CDU-Politiker.

SPD-Politiker Karl Lauterbach (Archivbild): "Zunächst einmal muss klar sein, dass jede Form der kommerziellen Sterbehilfe untersagt wird"
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SPD-Politiker Karl Lauterbach (Archivbild): "Zunächst einmal muss klar sein, dass jede Form der kommerziellen Sterbehilfe untersagt wird"


Berlin - Im Bundestag bildet sich eine parteiübergreifende Koalition für die Liberalisierung der Sterbehilfe in Deutschland. SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach kündigte im SPIEGEL-Interview an, einen Gesetzentwurf auf den Weg zu bringen, der den Ärzten die Beihilfe zum Suizid in Deutschland erlaubt.

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"Ich halte ein striktes Verbot der Sterbehilfe für nicht zeitgemäß", sagte Lauterbach, der die SPD-Fraktion bei der geplanten Neuregelung der Sterbehilfe koordiniert. "Es gibt Menschen, die den berechtigten Wunsch haben, dass man ihnen beim Sterben hilft." (Das ganze Interview mit Karl Lauterbach finden Sie hier im aktuellen SPIEGEL.)

Für die Beihilfe zur Sterbehilfe wolle er aber enge Grenzen setzen, sagte Lauterbach. "Zunächst einmal muss klar sein, dass jede Form der kommerziellen Sterbehilfe untersagt wird", sagte Lauterbach. Darüber hinaus müsse der Sterbewillige an einer unheilbaren Krankheit leiden, gleichzeitig aber geistig so klar sein, dass er seine Wünsche formulieren kann. Außerdem dürfe der Patient nicht unter einer Depression leiden.

Lauterbach sagte, dass Bundestagsvizepräsident Peter Hintze (CDU) in der Debatte eine ganz ähnliche Position vertrete wie er. "Ich könnte mir gut vorstellen, dass wir gemeinsam einen Gesetzentwurf auf den Weg bringen, für den wir dann in allen Fraktionen des Bundestags um Zustimmung werben", sagte Lauterbach.

Eine vor wenigen Tagen veröffentlichte Studie hatte ergeben, dass die Mehrheit der Ausländer, die wegen der Möglichkeit der Sterbehilfe in die Schweiz reisen, aus Deutschland kommen.

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