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Steuerreform: Brüderle geht auf Distanz zu FDP-Plänen

Bundeswirtschaftsminister Brüderle setzt sich nach SPIEGEL-Information vom radikalen Steuermodell seiner Partei ab. Damit reagiert der Minister auf ein Gutachten, das er selbst in Auftrag gegeben hat.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP): Fünfstufentarif ist vorteilhafter Zur Großansicht
dpa

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP): Fünfstufentarif ist vorteilhafter

Hamburg - Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) distanziert sich nach SPIEGEL-Information von den radikalen Steuerreformplänen seiner eigenen Partei. In einem Gutachten, das er in Auftrag gegeben hat, schneidet das von den Liberalen verfochtene Stufenmodell mit drei Steuersätzen und mehr als 20 Milliarden Euro Entlastungsvolumen vergleichsweise schlecht ab.

Deutlich vorteilhafter wäre laut Studie ein Fünfstufentarif. Dieser würde die Bürger um 17 Milliarden Euro entlasten - so lautete die Vorgabe Brüderles. "Die höhere Zahl der Stufen erlaubt es ganz offensichtlich, die Entlastungswirkungen dort zu konzentrieren, wo sie positive Beschäftigungseffekte bewirken können", heißt es in der Expertise des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung.

Im Detail sieht das Modell vor, vor allem Gering- und Normalverdiener steuerlich zu entlasten. Wirtschaftsminister Brüderle geht anhand der Studie davon aus, dass sich eine solche Reform bereits in den ersten drei Jahren zu 45 Prozent selbst finanzieren würde. Das Dreistufenmodell der FDP hingegen trüge sich nur zu 40 Prozent selbst.

Neuer JuLi-Chef beharrt auf versprochener Steuersenkung

Der neue JuLi-Chef Lasse Becker forderte von der FDP die Umsetzung der Wahlversprechen. Dies gelte auch für die geplanten Steuersenkungen, sagte der Vorsitzende der FDP-Nachwuchsorganisation dem Sender NDR Info. Es sei wichtig, "dass man die Reformen, die im Koalitionsvertrag drinstehen, auch angeht und nicht immer sich von dem Sperrfeuer aus Bayern ablenken lässt", sagte Becker mit Blick auf die CSU.

Der 27-jährige Volkswirt aus Hessen war am Freitagabend in Bonn zum Nachfolger von Johannes Vogel gewählt worden, der das Amt seit 2005 innehatte und nicht wieder angetreten war. Vogel sitzt seit September im Bundestag. Die JuLis, wie die Jungen Liberalen sich selbst nennen, haben nach eigenen Angaben mehr als 11.000 Mitglieder.

abl

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Forum - Steuern runter - können wir uns das leisten?
insgesamt 2316 Beiträge
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1.
Dino, 12.01.2010
Zitat von sysopDie FDP fordert schnelle, großzügige Steuersenkungen ab 2011 - die Union sieht zu große Geldnöte. Wer hat Recht?
Ganz einfach, der Koalitionsvertrag.
2. +-+
Beutz 12.01.2010
Zitat von sysopDie FDP fordert schnelle, großzügige Steuersenkungen ab 2011 - die Union sieht zu große Geldnöte. Wer hat Recht?
Eine Regierung die sich so schnell durch die Bank als unfähig und verlogen darstellt, hatten wir noch nicht. Liebe Grüße.
3.
bigeagle198, 12.01.2010
Zitat von sysopDie FDP fordert schnelle, großzügige Steuersenkungen ab 2011 - die Union sieht zu große Geldnöte. Wer hat Recht?
Bei Gott, jetzt hat er's
4. ja wo ist es denn das Geld?
Meckerliese 12.01.2010
Wir können uns es leisten Banken und kaputten Firmen das Geld in den Hintern zu schieben. Doofe Abwrackprämien zu veranstalten u. noch mehr solche hirnlose Aktionen. Sparen ist angesagt, aber mal an der richtigen Stelle. Nicht immer nur bei den Kleinen.
5. Steuern runter - können wir uns das leisten?
pssst... 12.01.2010
Zitat von sysopDie FDP fordert schnelle, großzügige Steuersenkungen ab 2011 - die Union sieht zu große Geldnöte. Wer hat Recht?
Hä, wieso sollten wir uns Steuerentlastung nicht leisten können ? Immer her damit... Ob der Staat sich das leisten kann, muß der Staat wissen, aber nicht ausgerechnet wir, oder ich. Was *wir* uns nicht leisten können sind Steuererhöhungen.
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