Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Stoiber-Vorstoß: Kathedralen sollen größer sein als Moscheen

Bald ist Edmund Stoiber nicht mehr Ministerpräsident und CSU-Chef - da sorgt er sich um die Union. Er fürchtet, dass die Schwesterpartei CDU ihre konservativen Wurzeln verliert. Besonders in der Auseinandersetzung mit dem Islam fordert er mehr Entschiedenheit.

Hamburg - Stoiber fordert einen offensiven Umgang mit dem Islam. "Es gibt eine in Jahrhunderten gewachsene Leitkultur in Deutschland", sagte er der "Bild"-Zeitung. "Also: Bei aller Toleranz - Kathedralen müssen größer sein als Moscheen." Kritisch äußerte sich Stoiber zur Familienpolitik der Schwesterpartei CDU. "Wenn man in der Familienpolitik zum Beispiel den Eindruck erweckt, ein Leitbild zu erzwingen, eine Frau habe immer berufstätig zu sein, dann widerspricht das dem Lebensgefühl von zwei Dritteln der Menschen in Deutschland", sagte Stoiber.

Forderung von Edmund Stoiber: Offensiver mit dem Islam umgehen
DPA

Forderung von Edmund Stoiber: Offensiver mit dem Islam umgehen

Zum Abschluss seiner Amtszeit will Stoiber einem Zeitungsbericht zufolge noch eines seiner wichtigsten Anliegen durchboxen. Den Transrapid für München. Laut "Welt" will der scheidende Ministerpräsident das Projekt nächste Woche zur Entscheidung bringen. Dem Bericht zufolge hat Stoiber Wirtschaftsminister Erwin Huber (CSU) und Vertreter der Industrie zu einem Gipfelgespräch eingeladen. Ziel der Unterredung ist es, die noch bestehende Finanzierungslücke in Höhe von 165 Millionen Euro zu schließen.

Nach Berechnungen der Landesregierung wird der Bau der 37 Kilometer langen Magnetschwebebahn zwischen Münchner Hauptbahnhof und Flughafen insgesamt 1,85 Milliarden Euro kosten. Der Bund hat bereits einen Zuschuss von maximal 925 Millionen Euro zugesichert. Das Land Bayern investiert 475 Millionen Euro. Womöglich wird auch die EU das Projekt fördern. Der finanzielle Beitrag der Industrie ist noch unklar. "Wir befinden uns auf der Zielgeraden", sagte Huber der Zeitung. Bei dem Gespräch wolle man "die Wirtschaft ins Boot holen" und "das Paket mit all unseren Partnern festzuzurren".

Nach seinem Rücktritt wird Stoiber ein EU-Gremium zum Bürokratie-Abbau leiten. Auch schließt er nicht aus, 2009 wieder für den bayerischen Landtag zu kandidieren. Das alles lastet den umtriebigen Bald-Pensionär nicht aus: Er kann sich weitere Betätigungsfelder vorstellen. "Ich habe in der Tat respektable Angebote aus Politik, Sport und Wirtschaft", sagte der CSU-Politiker. "Das werde ich alles im Herbst sortieren." Zu Details wollte Stoiber sich nicht äußern.

ler/AFP/ddp

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: