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Strafanzeigen: Neuer Umgang der Bahn mit Schwarzfahrern bläht Kriminalstatistik auf

Die Kriminalitätsrate in Deutschland könnte in den nächsten Monaten drastisch ansteigen. Grund dafür ist nach SPIEGEL-Informationen nicht etwa, dass mehr Straftaten begangen werden - sondern dass die Bahn einen neuen Umgang mit Schwarzfahrern pflegt.

Hamburg - Der Konzern hat begonnen, jedes Mal Strafanzeige wegen Leistungserschleichung zu erstatten, wenn ein Schwarzfahrer erwischt wird. Bleibt die Bahn bei dieser Neuregelung, würde dies eine Zunahme der Straftaten in der Polizeilichen Kriminalstatistik um mehr als 600.000 Fälle pro Jahr bedeuten und damit einen Anstieg der Summe aller Straftaten um rund zehn Prozent.

Die Bundespolizei müsste etwa 200 Bedienstete anstellen, um die zusätzlichen Strafanzeigen zu bearbeiten. Deshalb soll es jetzt Gespräche mit den Staatsanwaltschaften geben, ob die Taten überhaupt verfolgt würden. Bliebe es bei der bisherigen Praxis, Strafanzeigen wegen Schwarzfahrens in vielen Fällen einzustellen, wäre das Vorgehen der Bahn nicht mehr als ein gewaltiges Beschäftigungsprogramm.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
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1. .
timboe, 25.07.2009
Die Statistik wird doch seit Jahren künstlich aufgeblasen und entsprechend instrumentalisiert. Besonders gerne in diesem Forum, wenn's gilt gegen die Jugend, die Ausländer und ganz besonders die Muslime, oder was muslimisch scheint, zu hetzen.
2. d
Klo, 25.07.2009
Zitat von sysopDie Kriminalitätsrate in Deutschland könnte in den nächsten Monaten drastisch ansteigen. Grund dafür ist nach SPIEGEL-Informationen nicht etwa, dass mehr Verbrechen begangen werden - sondern dass die Bahn einen neuen Umgang mit Schwarzfahrern pflegt. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,638239,00.html
Mehdorns Talli-Bahn hat wieder zugeschlagen. Die Kriminalisierung von Schwarzfahrern ist unangebracht. Das sollte die Bahn selbst regeln. Gerichte sollten sämtliche Strafverfahren wegen Geringfügigkeit einstellen. Die meisten Leistungserschleichungen haben nur einen Wert von wenigen Euro. Kein Fall für den Richter also. Das Klo.
3. Die Bahn möge sich erstmal im Spiegel betrachten
odeon, 25.07.2009
Zitat von sysopDie Kriminalitätsrate in Deutschland könnte in den nächsten Monaten drastisch ansteigen. Grund dafür ist nach SPIEGEL-Informationen nicht etwa, dass mehr Verbrechen begangen werden - sondern dass die Bahn einen neuen Umgang mit Schwarzfahrern pflegt. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,638239,00.html
Seitdem sich die Bahn in eine AG wandelte (wie auch die Post), ist dieses Unternehmen nicht mehr Service sondern Gewinnorientiert. Nicht dass das Letztere falsch wäre, aber der Service blieb wie bei der Post völlig "auf der Strecke", sozusagen Abstellgleis. Kinder, Jugendliche und Schüler haben es besonders schwer, deshalb verwundert es nicht, dass sie zum Schwarzfahren getrieben werden. Dies nun "strafzuverfolgen", ist wieder typisch für die Bahn. Auch habe ich einige der Bahnkontrolleure erlebt, wie sie sich privat untereinander unterhalten haben. Zum einen ist da eine Freude "an der Jagd" erkennbar (bishin zu bösartigen Steigerungen), um anderen arbeiten sie auf Provisionsbasis, sprich je mehr erwischt werden, desto besser verdienen sie. Somit verstehe ich die Jugendlichen, welche keine andere Wahl haben.
4. Bahn erstattet Massenstrafanzeigen
bloggide 25.07.2009
Wunderbar! Ganz wunderbar! Die Bahn mausert sich zu einem Reich der Dunkelheit. Jetzt werden Fahrgäste massenkriminalisiert. Es kann auch gar nicht mehr lange dauern, bis Fahrgäste spontan getasert werden. Meine Alternative lautet angesichts dessen Billigflieger oder Mitfahrgelegenheit. Die Bahn benutze ich nur noch, wenn es absolut nicht anders geht. Und wenn irgendwann hoffentlich das Fernverkehrsmonopol der Bahn fällt und auch private Busunternehmer Routen anbieten können, darf die Bahn sicher sein, dass ich in dieses Reich des Bösen keinen Schritt mehr setzen werde. Die Tatsache, dass mein Verkehrsverbund überhaupt noch Verträge mit dieser Klitsche abschließt, bereitet mir in diesem Zusammenhang etwas Unbehagen. Ein Dolmus-System wäre mir auch hier lieber.
5. sehe ich nicht so
tomtomtomtomtom 25.07.2009
Zitat von KloMehdorns Talli-Bahn hat wieder zugeschlagen. Die Kriminalisierung von Schwarzfahrern ist unangebracht. Das sollte die Bahn selbst regeln. Gerichte sollten sämtliche Strafverfahren wegen Geringfügigkeit einstellen. Die meisten Leistungserschleichungen haben nur einen Wert von wenigen Euro. Kein Fall für den Richter also. Das Klo.
Die wahre Zahl der Schwarzfahrer kennt keiner, aber nur mal angenommen, das Risiko erwischt zu werden, läge bei 5% (ich glaube, es liegt eher darunter), dann bedeutet das, dass aus den 600.000 erwischten Schwarzfahrern schon 12 Millionen tatsächliche Schwarzfahrer werden. Weiterhin einen mittleren Fahrpreis von 3 Euro unterstellt, ergäbe das schon 36 Millionen Euro - jedes Jahr. Dafür bekommt man schon einen kompletten ICE. Die Bahn hat ein berechtigtes Interesse, dagegen vorzugehen. Außerdem führt die 5%-Annahme dazu, daß ein erwischter Schwarzfahrer ja theoretisch vorher schon 19 Mal nicht erwischt wurde, also auch der Wert der erschlichenen Leistung eben nicht bei nur 3 Euro liegt, sondern schon 60 Euro. Gruß Tom PS: Bei nur 1% Schwarzfahrer-Entdeckungsquote beträgt der Gesamtschaden mit 3 Euro pro Vorfall schon 180 Mio Euro pro Jahr, definitv keine Peanuts...
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