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Gleichstellungsdebatte: Auch Kauder sagt nein zur Homo-Ehe 

Volker Kauder: Auch der Unionfraktionschef spricht sich gegen die Homo-Ehe aus Zur Großansicht
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Volker Kauder: Auch der Unionfraktionschef spricht sich gegen die Homo-Ehe aus

Erst erteilte CSU-Chef Horst Seehofer der Homo-Ehe eine Absage, jetzt distanziert sich auch Volker Kauder entschieden: "Die Union will keine Homo-Ehe" sagte er im Gespräch mit dem SPIEGEL. Doch es gibt auch andere Stimmen in der Union.

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) hat der Einführung einer Homo-Ehe eine klare Absage erteilt. "Die Union will keine Homo-Ehe, und daran hat sich nichts geändert. Mit uns wird es keine totale Gleichstellung von Ehe und Lebenspartnerschaft geben", sagte Kauder dem SPIEGEL.

Auch CSU-Chef Horst Seehofer hat sich am Samstag deutlich gegen die Homo-Ehe ausgesprochen. Damit droht der CDU ein parteiinterner Zwist in dieser Frage. Nachdem nämlich das Bundesverfassungsgericht die Rechte von Schwulen und Lesben bei der Adoption gestärkt hat, denken Teile der Union auch über eine umfassende Gleichstellung eingetragener Lebenspartnerschaften mit der Ehe nach. Zu den prominenten Befürwortern gehört auch Wolfgang Schäuble: "Wenn die CDU Volkspartei bleiben will, dann muss sie veränderte Realitäten zur Kenntnis nehmen", sagte Schäuble dem "Tagesspiegel am Sonntag".

Auch Kauder versicherte, dass die Union ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur steuerlichen Gleichstellung von Ehe und Lebenspartnerschaft umsetzen würde. "Ob es mir passt oder nicht - Urteile des Bundesverfassungsgerichts müssen wir umsetzen, auch wenn wir mit ihnen nicht einverstanden sind."

Familiensplitting statt umfassender Gleichstellung

Anstelle der Ausweitung des Ehegattensplittings auf gleichgeschlechtliche Partnerschaften will Kauder ein Familiensplitting ins Gespräch bringen. "Ein solcher Weg wäre mir lieber, als lediglich das Ehegattensplitting auf gleichgeschlechtliche Partnerschaften zu übertragen. Ein Schritt hin zu einem Familiensplitting wäre ein wichtiges Signal aus der Union."

Nach Informationen des SPIEGEL hat sich dagegen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) dafür entschieden, bei der Frage der steuerlichen Gleichbehandlung ein für den Frühsommer erwartetes Urteil des Bundesverfassungsgerichts abzuwarten. Im CDU-Präsidium am Montag plant Merkel, eine Bekräftigung des Parteitagsbeschlusses vom Dezember durchzusetzen, in dem die CDU einer steuerlichen Gleichbehandlung eine klare Absage erteilt.

Fraktionschef Kauder machte im Gespräch mit dem SPIEGEL jedoch deutlich, dass seine Partei ein volles Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare weiterhin ablehnt. Stattdessen schlägt er eine vermittelnde Lösung vor. "Man könnte an folgende Lösung denken: Die Eltern, die ihr Kind zur Adoption frei geben, hätten die Möglichkeit zu sagen, in welche Familiensituation sie ihr Kind abgeben wollen. Wenn die Eltern bestimmen, dass ihr Kind in einer Familie mit Mutter und Vater aufwachsen soll, ist das ihr Wille - und verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden."

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen kann sich dagegen ein weitergehendes Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare vorstellen. "Ich kenne keine Forschung, die belegt, dass Kinder aus gleichgeschlechtlichen Partnerschaften nicht ebenso behütet ins Leben gehen, wie Kinder von Eltern im traditionellen Sinn", sagte die CDU-Vizechefin dem SPIEGEL.

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1. Man kennt keine Studie weil diese verboten sind
paolopanther 02.03.2013
Zitat von sysopDPAErst erteilte CSU-Chef Horst Seehofer der Homo-Ehe eine Absage, jetzt distanziert sich auch Volker Kauder entschieden: "Die Union will keine Homo-Ehe" sagte er im Gespräch mit dem SPIEGEL. Doch es gibt auch andere Stimmen in der Union. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/streit-um-homo-ehe-kauder-rudert-zurueck-a-886547.html
Ursula von der Leyen kennt keine Studie weil diese verboten sind. jegliche Ursachenforschung zum Thema Homosexualität und ihre Auswirkungen auf Menschen und Gesellschaft sind in Deutschland entweder verboten oder bekommen keine Gelder bewilligt. Manchmal fällt es auf wenn homosexuelle kein Blut spenden dürfen oder so, dass da vielleicht doch was anders ist, was aber nicht öffentlich gemacht wird. Wenn Frau von der Leyen keine Studie kennt, dann soll sie als Ministerin eine Studie durchführen lassen um herauszufinden wie sich dies auswirkt. PS und die Studien dann nicht von Pseudowissenschaftlerinnen / Pseudowissenschaftler aus dem Schlage Gender Forschung durchführen lassen
2. Anmaßung hoch10
sabine_26 02.03.2013
"Die Union will keine Homo-Ehe" spricht jetz der alternde Politiker für die Millionen Wähler der CDU oder die gesamte Fraktion? Was ist das für ein Demokratieverständnis, die eigene Meinung auf die Aller zu übertragen? Volksabstimmung!
3. Natürlich, auch er, natürlich, wer auch sonst?
Nabob 02.03.2013
Zitat von sysopDPAErst erteilte CSU-Chef Horst Seehofer der Homo-Ehe eine Absage, jetzt distanziert sich auch Volker Kauder entschieden: "Die Union will keine Homo-Ehe" sagte er im Gespräch mit dem SPIEGEL. Doch es gibt auch andere Stimmen in der Union. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/streit-um-homo-ehe-kauder-rudert-zurueck-a-886547.html
Es gibt nur einen Weg. Absolute Gleichstellung und Thema durch. Dieses Fighten um jeden rechtlichen Millimeter der Gleichstellung paßt weder ins europäische Bild, noch spiegelt es die sozialtypischen Lebensumstände wieder und zudem haben wir doch wohl ganz anderes Themen, um uns jeden Tag aufs Neue aus rechtlichen Gründen mit dem Thema Homosexualität zu befassen. Wenn sie als Gleiche unter Gleichen einer Gemeinschaft gelten sollen, und das läßt sich gar nicht mehr ändern, wenn das Thema: Homosexualität aus Gründen der sozialen Normalität an besonderer Beachtung verlieren soll, dann brauchen wir die absolute Gleichstellung.
4. Übertriebener Minderheitenschutz
Hagen_von_Tronege 02.03.2013
Die CDU ist gut beraten, wenn sie ihre Grundsatzentscheidungen nicht wechselt wie ein schmutziges Hemd. Eine zukunftsorientierte Partei ist dann erfolgreich, wenn sie ständig neue Wählergruppen erschließt - ABER ihre Stammwähler nicht verprellt. Das vorherrschende Familienideal geht von Frau-Mann-Kind aus. Schon der Begriff "Gleichstellung" ist ein Hohn. Gleichgeschlechtliche Partner können nach gegenwärtigem Technologiestand zusammen keine Kinder zeugen - nur adoptieren. Eine Gleich"behandlung" vor dem Finanzamt ist etwas anderes. Das dürfte der Klientel bei aller Wortklauberei gerade noch zu vermitteln sein. Im Übrigen nimmt eine Volkspartei durch übertriebenen Minderheitenschutz Schaden - die SPD ist da ein abschreckendes Beispiel. Auch wenn viele das Gegenteil behaupten: Wahlen werden in der Mitte gewonnen - auch in der statistischen Mitte.
5. Wer aus psychischen Gründen...
jens-o-mat 02.03.2013
... oder aufgrund sonstiger persönlicher Probleme sein Kind zur Adoption frei gibt soll bestimmen können bei wem es aufwächst? Das ist doch absurd. Es kommt auf den Einzelfall an und der sollte immer gründlich von Profis geprüft werden.
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