Umfrage Studie prognostiziert sinkende Wahlbeteiligung

In Deutschland wächst die Zustimmung zum politischen System. Gleichzeitig schwindet die Bereitschaft abzustimmen. Eine Studie sagt deshalb eine sinkende Beteiligung an der nächsten Bundestagswahl voraus.

Wähler: Immer weniger Deutsche haben Interesse an Politik
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Wähler: Immer weniger Deutsche haben Interesse an Politik


Gütersloh - Immer weniger Deutsche werden sich an Wahlen beteiligen. Das geht aus einer neuen Studie der Bertelsmann Stiftung und des Instituts für Demoskopie Allensbach hervor. Grund für die Wahlmüdigkeit sei aber nicht Frust oder Protest, sondern eine wachsende Gleichgültigkeit.

Vor allem einkommensschwache und bildungsferne Menschen verabschieden sich demnach aus der aktiven Teilhabe an Demokratie. "Je geringer der Sozialstatus und je größer das politische Desinteresse im Freundeskreis, desto weniger wahrscheinlich wird der Gang zur Wahlurne", heißt es in der Studie, für die 1548 Menschen ab 16 Jahre befragt und die Daten zur Wahlbeteiligung der vergangenen Jahre analysiert wurden.

So lag die Beteiligung an Bundestagswahlen bis Mitte der achtziger Jahre noch bei 90 Prozent. Im Jahr 2009 waren es aber schon nur noch knapp über 70 Prozent. Grund sei in erster Linie, dass immer mehr Einkommensschwache und Bildungsferne am Wahlsonntag zu Hause blieben. "Aktuell sagen 68 Prozent aus der oberen Schicht, dass sie bei der Bundestagswahl in jedem Fall wählen werden. In der unteren Schicht sind es dagegen nur 31 Prozent."

Zugleich wachse die allgemeine Zufriedenheit mit der Demokratie und dem politischem System, hieß es. Dies gelte besonders für die Ostdeutschen: 2003 äußerten sich lediglich 47 Prozent der Ostbürger zufrieden, inzwischen tun dies 74 Prozent (West: von 72 auf 84). Nur elf Prozent der Bundesbürger geben an, mit der Demokratie unzufrieden zu sein. Zehn Jahre zuvor waren es 29 Prozent.

Besonders überraschend: Eine wachsende Mehrheit der Bürger (65 Prozent) macht der Studie zufolge durchaus große Unterschiede zwischen den im Bundestag vertretenen Parteien aus. Lediglich 24 Prozent finden demnach aktuell, die Parteien seien im Grunde alle gleich. Zu Beginn der neunziger Jahre sagten das noch 31 Prozent.

als/dpa

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insgesamt 375 Beiträge
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tyr-7 10.06.2013
1. Demokratiezufriedenheit !
Schaut man sich in den verschiedenen Foren einmal um, kann hiervon wahrlich keine Rede sein, im Gegeneil.
warum_nicht 10.06.2013
2. optional
Dafür brauchen die eine Studie!? Ein Anruf bei mir hätte genügt, denn das hätte ich denen auch sagen können!!
Crom 10.06.2013
3.
Zitat von sysopDPAIn Deutschland wächst die Zustimmung zum politischen System. Gleichzeitig schwindet die Bereitschaft, sich per Stimmzettel zu beteiligen. Eine Studie sagt deshalb eine sinkende Beteilung an der nächsten Bundestagswahl voraus. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/studie-sinkende-wahlbeteiligung-aus-gleichgueltigkeit-a-904703.html
Die Entwicklung ist nicht unlogisch. Wenn man zufrieden ist, möchte man nichts ändern und viele bleiben dann einfach daheim.
Neinsowas 10.06.2013
4. gute Idee...
...man sollte seine nicht genutzte Stimme an andere übertragen müssen ---das würde bewirken, dass man entweder doch selbst wählt oder mehr darüber nachdenkt oder die Stimme durch Gleichgesinnte nutzt...vor allem muss einem klar werden, dass man zum Schluss zu akzeptieren hat, was die Mehrheit will....und nicht die, die durch Nicht-Stimme an die Macht gekommen sind...
FocusTurnier 10.06.2013
5. Verteilung Männer/Frauen
Ist denn die Geschlechtsverteilung in dieser Studie angegeben? Wenn ich mir so vorstelle, was gerade CDU/SPD/Grüne/Linke für Frauen so alles machen (wollen), dann müsste doch die Wahlbeteiligung durch die Decke schießen, oder?
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