Studie: Wissenschaftler werfen Linkspartei Antisemitismus vor

Erst das hetzerische Flugblatt, jetzt eine Untersuchung mit schwerwiegendem Inhalt: Sozialwissenschaftler haben eine Studie vorgelegt, wonach in der Linkspartei Antisemitismus und Israelfeindlichkeit zunehmen. Fraktionschef Gysi bezeichnete die Ergebnisse als "Blödsinn".

Linke-Fraktionsvorsitzender Gysi (Archivbild): Judenfeindliche Positionen in der Partei?Zur Großansicht
DPA

Linke-Fraktionsvorsitzender Gysi (Archivbild): Judenfeindliche Positionen in der Partei?

Berlin - Die Vorwürfe wiegen schwer: Israel- und judenfeindliche Positionen würden in der Linkspartei "innerparteilich immer dominanter", Kritiker sähen sich "zunehmend isoliert", so zitiert die "Frankfurter Rundschau" aus einer noch unveröffentlichten Studie.

In der Untersuchung werfen die Autoren, der Sozialwissenschaftler und Antisemitismusexperte Samuel Salzborn von der Universität Gießen und Sebastian Voigt von der Universität Leipzig, der Linkspartei eine Zunahme von Antisemitismus und Israelfeindlichkeit in den eigenen Reihen vor.

Der Bundestagsabgeordnete und ehemalige Landesvorsitzende der Berliner Linkspartei, Stefan Liebich, verlangte im Gespräch mit der Zeitung ebenfalls deutlich mehr Engagement der Parteiführung gegen Antisemitismus in den eigenen Reihen. "Ich wünsche mir, dass sich die Spitzen von Partei und Fraktion schneller von solchen Dingen distanzieren", sagte er.

Linken-Fraktionschef Gregor Gysi wies die Vorwürfe entschieden zurück. "Die in der Studie aufgestellten Behauptungen sind schlicht Blödsinn", sagte er gegenüber der "Mitteldeutschen Zeitung". "Kritik an der Politik der israelischen Regierung ist kein Antisemitismus, wenn auch klar ist, dass man in Deutschland gerade vor dem Hintergrund der Geschichte sehr genau formulieren muss."

Auch Linken-Sprecher Alexander Fischer kritisierte die Studie scharf. "Die Behauptung der Autoren, die Partei 'Die Linke' toleriere antisemitische Positionen in ihren Reihen, entbehrt jeder Grundlage", erklärte er. "Wir treten überall und entschieden gegen antisemitisches Gedankengut und rechtsextreme Handlungen auf." Dazu gehöre, dass die Partei Aufrufe zum Boykott israelischer Waren klar verurteile.

Ende April war in Duisburg ein Flugblatt mit antisemitischem Inhalt und Hakenkreuz auf der Homepage der Partei aufgetaucht. Auf der Internetseite des Linken-Kreisverbands der Ruhrgebietsstadt führte ein Link zu einem Aufruf zum Boykott israelischer Produkte unter der Überschrift "Nie wieder Krieg für Israel". Die Staatsanwaltschaft Duisburg hatte daraufhin ein Ermittlungsverfahren gegen die Linkspartei eingeleitet. Die Duisburger Linken hatten sich von dem Flugblatt jedoch ausdrücklich distanziert und Strafanzeige gestellt.

lgr/AFP/dpa

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
Auf anderen Social Networks teilen
  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
insgesamt 215 Beiträge
schneemann2010 19.05.2011
Was soll daran neu sein?
Zitat von sysopErst das hetzerische Flugblatt, jetzt eine Untersuchung mit schwerwiegendem Inhalt: Sozialwissenschaftler haben eine Studie vorgelegt, wonach in der Linkspartei Antisemitismus und Israelfeindlichkeit zunehme. Fraktionschef Gysi bezeichnete die Ergebnisse als "Blödsinn". http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,763690,00.html
Was soll daran neu sein?
123456789qwertz 19.05.2011
Egal wie viele Palästinenser Israel in den letzten Tagen getötet und verletzt (siehe Urs1798′s Weblog) Gysi bejubelt Israel. Ehrendoktor in Haifa für Gysi ist fällig.
Zitat von sysopErst das hetzerische Flugblatt, jetzt eine Untersuchung mit schwerwiegendem Inhalt: Sozialwissenschaftler haben eine Studie vorgelegt, wonach in der Linkspartei Antisemitismus und Israelfeindlichkeit zunehme. Fraktionschef Gysi bezeichnete die Ergebnisse als "Blödsinn".
Egal wie viele Palästinenser Israel in den letzten Tagen getötet und verletzt (siehe Urs1798′s Weblog) Gysi bejubelt Israel. Ehrendoktor in Haifa für Gysi ist fällig.
Heinz-und-Kunz 19.05.2011
http://www.dielinke-bremen.de/nc/politik/aktuell/detail/zurueck/bremennews/artikel/boykottaktion-in-der-wachmannstrasse/
Zitat von sysop"Wir treten überall und entschieden gegen antisemitisches Gedankengut und rechtsextreme Handlungen auf." Dazu gehöre, dass die Partei Aufrufe zum Boykott israelischer Waren klar verurteile.
http://www.dielinke-bremen.de/nc/politik/aktuell/detail/zurueck/bremennews/artikel/boykottaktion-in-der-wachmannstrasse/
uli67 19.05.2011
Mich überrascht das Ergebnis der Studie nicht, der linke Antisemitismus zeigt sich doch auch deutlich bei den Anhängern der LINKE in jedem Israel-Thread hier im SPON-Forum. Rechts- und Linksextremisten nehmen sich hier nichts, [...]
Zitat von sysopErst das hetzerische Flugblatt, jetzt eine Untersuchung mit schwerwiegendem Inhalt: Sozialwissenschaftler haben eine Studie vorgelegt, wonach in der Linkspartei Antisemitismus und Israelfeindlichkeit zunehme. Fraktionschef Gysi bezeichnete die Ergebnisse als "Blödsinn". http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,763690,00.html
Mich überrascht das Ergebnis der Studie nicht, der linke Antisemitismus zeigt sich doch auch deutlich bei den Anhängern der LINKE in jedem Israel-Thread hier im SPON-Forum. Rechts- und Linksextremisten nehmen sich hier nichts, es schliesst sich blos der Kreis.
Vergil 19.05.2011
Stuss. 1. tötet Israel Palästinenser nicht mal eben so aus Spaß. 2. "bejubelt" Gysi Israel nicht.
Zitat von 123456789qwertzEgal wie viele Palästinenser Israel in den letzten Tagen getötet und verletzt (siehe Urs1798′s Weblog) Gysi bejubelt Israel. Ehrendoktor in Haifa für Gysi ist fällig.
Stuss. 1. tötet Israel Palästinenser nicht mal eben so aus Spaß. 2. "bejubelt" Gysi Israel nicht.
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
alles aus der Rubrik Deutschland
alles zum Thema Die Linke

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Donnerstag, 19.05.2011 – 18:05 Uhr
  • Drucken Versenden Feedback
  • Kommentieren | 215 Kommentare
Die Linke - Aufstieg und Krise
dpa
16. Juni 2007: Die Linke entsteht auf dem Gründungsparteitag in Berlin. Die ostdeutsche Linkspartei.PDS verschmilzt mit der westdeutschen Wahlalternative Arbeit & Soziale Gerechtigkeit (WASG), die auch aus Politikern besteht, die von der SPD enttäuscht sind. Gleichberechtigte Vorsitzende werden Oskar Lafontaine von der WASG und Lothar Bisky von der PDS.






TOP



TOP